Entsatz

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Entsatz ist eine militärische Operation, um eine Truppe von außen aus einer Einschließung zu befreien und ihr dadurch wieder Handlungsfreiheit zu verschaffen. Er ist daher von der Verstärkung zu unterscheiden, die Kräfte nach innen zuführt, ohne unmittelbar von außen zu wirken. Entsatz kann militärisch sinnvoll sein, wenn der Zusammenhang der Operationsführung durch die Einschließung von Teilkräften gefährdet wird oder wenn eingeschlossene Truppen sich nicht aus eigener Kraft befreien können.

Gewöhnlich werden eingeschlossene Truppen durch einen Angriff entsetzt. Entsatzangriffe müssen mit dem Kampf der eingeschlossenen Truppen abgestimmt werden. Zur Vorbereitung gehören im Allgemeinen auch logistische Maßnahmen für die eingeschlossenen Teile. Je nach beabsichtigtem Zweck des Entsatzangriffs (Herstellen des Zusammenhangs der Gesamtoperation oder Befreiung der eingeschlossenen Kräfte) müssen Regelungen für einen etwaigen Ausfall der eingeschlossenen Teile und für die Unterstellung der Entsatzkräfte unter die (ehemals) eingeschlossenen Kräfte oder umgekehrt getroffen werden.

Entsatzangriffe kommen auch für belagerte Städte zum Tragen.

Eine erfolgreiche Entsatzschlacht war der Entsatz von Wien am 12. September 1683 gegen die Türken. Erfolglos blieb der Entsatzversuch der Kaiserlich Russischen Marine während der Belagerung von Port Arthur im Russisch-Japanischen Krieg von 1904/1905. Im Zweiten Weltkrieg scheiterte im Dezember 1942 der unter dem Decknamen „Unternehmen Wintergewitter“ bekannte Entsatzangriff der Panzergruppe Hoth für die in Stalingrad eingeschlossene deutsche 6. Armee (→ Schlacht von Stalingrad).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heeres-Dienstvorschrift 100/100: „Führung im Gefecht BMVG, Bonn 1973 (ohne ISBN).