Burg Ravensberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Burg Ravensberg
Wehrturm und Forsthaus der Burgruine

Wehrturm und Forsthaus der Burgruine

Alternativname(n): Burgruine Ravensberg
Entstehungszeit: 1080
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Hoher Adel
Ort: Borgholzhausen
Geographische Lage 52° 4′ 57,4″ N, 8° 17′ 49,8″ O52.0826194444448.2971666666667269Koordinaten: 52° 4′ 57,4″ N, 8° 17′ 49,8″ O
Höhe: 269 m ü. NN
Burg Ravensberg (Nordrhein-Westfalen)
Burg Ravensberg

Die Burg Ravensberg ist eine in Teilen erhaltene Höhenburganlage im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen und der Namensgeber der Grafschaft Ravensberg; über diese ist sie damit indirekt auch der Namensgeber der Kulturlandschaft Ravensberger Land sowie der naturräumlichen Haupteinheit Ravensberger Hügelland. Die Burg liegt auf einer Anhöhe etwa 2,5 km südlich von Borgholzhausen (Kreis Gütersloh) im Teutoburger Wald. Naturräumlich betrachtet liegt sie in der naturräumlichen Untereinheit Haller Osning, welche in der Teileinheit Osning-Kamm liegt, der wiederum zur Haupteinheit Bielefelder Osning gehört; sie liegt somit nicht in dem indirekt nach ihr benannten Ravensberger Hügelland.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg wurde um 1080 durch Hermann (II.) von Calvelage errichtet und war bis 1346 Stammsitz der Grafen von Ravensberg. Die von einer Ringmauer und einem Trockengraben umgebene Burg teilte sich in Vor- und Hauptburg auf. Der Zugang erfolgte über ein Torhaus mit Zugbrücke und anschließendem Zwinger. In beiden Burgteilen befanden sich Wirtschaftsgebäude, in der Hauptburg zusätzlich der Palas, der Bergfried, der Burgbrunnen und die Burgkapelle Sankta Magdalena.

Nach dem Tod des letzten einheimischen Grafen von Ravensberg im Jahre 1346 kam die Burg als Erbe zum späteren Haus Jülich-Kleve-Berg und später zu den Hohenzollern. Im Dreißigjährigen Krieg wechselte die Burg mehrfach den Besitzer. Während dieser Zeit, im Jahr 1646, wurde der Bergfried erneuert. 1662 wurde die letzte Burgbesatzung abgezogen.

1673 griffen Truppen des Fürstbischof von Münster Christoph Bernhard von Galen die Burg an und zerstörten sie weitgehend. 1695 wurde die dort untergebrachte Drostei aus den baufälligen Gebäuden der Burg verlegt. In der Folgezeit verfiel die Burg zusehends. Friedrich Wilhelm I. von Preußen ließ 1733 alle Gebäude abreißen, um aus den Steinen neue Häuser bauen zu lassen. Nur der Bergfried blieb bis heute stehen.

Um 1830 wurde der weitere Verfall der Burg nachhaltig gestoppt. Das Engagement des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen Ludwig von Vincke führte nicht nur zum Erhalt der Burg, sondern auch zur Errichtung einer Aussichtsplattform auf dem Turm. 1868 wurde auf dem Burghof ein Forsthaus errichtet, um die Attraktivität als Ausflugsziel zu erhöhen und so zur Erhaltung beizutragen.

Im Jahre 2003 ging die Burg in den Besitz der eigens zu ihrem Erhalt gegründeten Stiftung Burg Ravensberg über.

2006 wurde der Bergfried umfassend saniert. Zur selben Zeit führten Studenten der Universität Bamberg mehrwöchige archäologische Ausgrabungen in der Vorburg durch. Der Bergfried kann weiterhin bestiegen werden.

Die Stiftung bietet Erlebnisunterricht für Schulklassen und andere pädagogische Programme an. Im Unterhaltungsbereich finden spielerisch-historische Veranstaltungen und Kulturangebote statt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Carl-Heinz Beune: Burg Ravensberg: Von Grafen und Gräfinnen, von Urkunden und Mauern. TPK-Regionalverlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-936359-42-8.
  • Stefan Leenen: Die Burg Ravensberg bei Borgholzhausen, Kreis Gütersloh. Frühe Burgen in Westfalen 31 (Münster 2010)

Weblinks[Bearbeiten]