Cagiva

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Cagiva Mito Evo
Cagiva 900 Gran Canyon
Cagiva V-Raptor
Cagiva Elefant 900 a.c. Marathon
Cagiva Navigator

Cagiva ist eine Motorradmarke aus Italien, die 1978 von den Brüdern Gianfranco und Claudio Castiglioni gegründet wurde, nachdem die Familie das Werk Aermacchi in Varese von Harley-Davidson übernommen hatte. Der Name des Unternehmens wurde als Akronym aus dem Namen des Vaters der Castiglioni-Brüder und des Firmensitzes gebildet, Castiglioni Giovanni Varese.

Geschichte[Bearbeiten]

Cagiva stellte zunächst die von Aermacchi gebauten kleinen Zweitaktmotorräder weiter her. Später arbeitete man zudem an Eigenentwicklungen mit eigenem Design, deren Motorentechnik von Ducati stammte. 1985 wurde von dem staatlichen VM-Konzern die Firma Ducati übernommen, die in eine wirtschaftlich Krise geraten war und als Motorradhersteller nur noch eine geringe Rolle spielte. Ducati sollte ursprünglich lediglich als Motorenlieferant dienen, später aber profitierten beide Firmen von diesem Zusammenschluss. Der Absatz von Motorrädern beider Firmen konnte von knapp 8.000 Einheiten 1980 auf über 50.000 Einheiten 1985 gesteigert werden.

Erste gemeinsame Projekte waren 1984 die Cagiva Elefant 650 und die Cagiva Alazzurra 650, jeweils mit Ducati-Motoren. Während die Alazzurra noch auf den Spuren von Aermacchi eine Straßenmaschine war, stand die Elefant, die es später auch mit anderen Hubraumgrößen und in Weiterentwicklungen bis 1995 gab, als Großenduro da, durchaus mit dem Anspruch ins Gelände geführt zu werden. Höhepunkte im Rennsport werden Anfang der 1990er Jahre, als die Elefant 900 Lucky Explorer mehrfach Erfolge bei der Rallye Paris-Dakar feiern konnte. Aber auch auf der Rennstrecke war Cagiva nicht erfolglos. 1995 verabschiedete sich Cagiva auch aus der Moto-GP immerhin nachdem sie in dem Jahr den dritten Platz erreichten.

1987 fand auch die Motorradsparte des schwedischen Motorenherstellers Husqvarna ihr neues Zuhause in der Castiglioni-Gruppe in Varese und unterstreicht damit die Ambitionen von Cagiva im Enduro-Sport erfolgreich zu sein. 1986 wurde ebenfalls die Marke Moto Morini von den Castiglionis übernommen, um damit den Markt der Chopper und Tourer abzudecken. Ohne Erfolg, die Produktion von Moto Morini wurde 1991 eingestellt und die Marke verschwand vom Markt. Die Rechte an dem Markennamen wurde 1999 an die Firma Motori Franco Morini weiterverkauft welche die Produktion wiederaufnahm. 1992 kaufte Cagiva die Namensrechte an MV Agusta deren Motorradsparte kurz zuvor eingestellt wurde. Die Marke sollte Ende der 1990er Jahre ein großes Comeback haben.

Ende der 1990er Jahre geriet Cagiva in wirtschaftliche Schwierigkeiten, die Marke Ducati musste abgegeben werden. Damit gab es Probleme mit der Motorenversorgung und es mussten Alternativen gefunden werden, die in einer Kooperation mit Suzuki gefunden wurden. Die MV Agusta Holding, die neben Cagiva, auch die Marke MV Agusta hält, ist seit Ende 2004 nur noch zu 37,25 % in Besitz von Familie Castiglioni, weiterhin zu 57,75 % beim asiatischen Automobilhersteller Proton. 2 % hält Massimo Tamburini (ebenfalls beteiligt an Bimota) und 3 % der Husqvarna-Konzern, der mittlerweile zu Electrolux gehört. Die zugehörige Kapitalerhöhung in Höhe von 70 Millionen Euro soll die Zukunft der Marke Cagiva sicherstellen.

Im März 2006 wurde eine Akquisition der Mehrheitsbeteiligung an der MV Agusta Motor SpA durchgeführt. Das Grundkapital um 15 Millionen erhöht. Die Investitionsgesellschaft GEVI SpA aus Genua hat das Aktienpaket der Mehrheitsbeteiligung an der MV Agusta Motor SpA von der malaiischen Gruppe Proton akquiriert. Die diesbezügliche Vereinbarung wurde am 1. März 2006 in Varese unterzeichnet und führte unter anderem zu einer Zufuhr neuer Finanzmittel in Höhe von 15 Millionen Euro und somit zu einer Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft auf 72 Millionen Euro. Mit dieser Umschichtung hält die GEVI nun 65 % des gesamten Grundkapitals. Dank dieser - mit Unterstützung der Banken ermöglichten - Transaktion verfügt die Gruppe MV Agusta nun über weiteres Entwicklungspotenzial für das Unternehmen, das bereits im Jahr 2005 ein Wachstum der Erträge in Höhe von ca. 20 % verzeichnen konnte.

Im Januar 2007, nach nur gut einem Jahr verabschiedet sich der malaysische Autobauer Proton wieder aus der Motorradszene und gibt seinen Anteil an der italienischen Traditionsmarke MV Agusta an die italienische GEVI S.p.A. für einen Euro ab. Proton hatte Ende 2003 für rund 70 Millionen Euro 57,75 Prozent an MV mit den weiteren Marken Husqvarna und Cagiva erworben, war im Lauf des Jahres 2004 jedoch selbst tief in die Krise geraten: Weil Malaysia sich auch für ausländische Autohersteller öffnete, sank der Marktanteil des halbstaatlichen Konzerns dort auf nur noch 30 Prozent. Das hatte einen Wechsel des kompletten Managements zur Folge; die neuen Bosse änderten die Strategie und stellten als Erstes die europäischen Beteiligungen von Proton in Frage, zu denen MV Agusta gehört. Die GEVI wird die Schulden von MV Agusta im Umfang von 106,94 Mio. Euro übernehmen. Des Weiteren wird der Käufer das benötigte Arbeitskapital von 32,5 Mio. Euro tragen, so Proton in einem Statement.

2007 übernahm BMW das Tochterunternehmen Husqvarna Motorcycles. 2008 wurde die MV Agusta - Gruppe mit den Marken MV Agusta und Cagiva von Harley-Davidson übernommen. Claudio Castiglioni kaufte die Firma im Sommer 2010 zum bereits zweiten mal um einen symbolischen Euro zurück, nachdem der US-amerikanische Hersteller Harley-Davidson selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten war.

Castiglioni starb am 17. August 2011 im Alter von 64 Jahren an Krebs, die Führung der MV Agusta - Gruppe hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits an seinen Sohn Giovanni übertragen.

Aktuelle Modelle[Bearbeiten]

Vorherige Modelle[Bearbeiten]

Sportler/Naked/Cruiser

  • SST 125
  • SST 250
  • SST 350
  • Alazzurra 350 (1985)
  • Alazzurra 400 (1986)
  • Alazzurra 650 (1985-1986)
  • Freccia C9
  • Freccia C10
  • Freccia C12
  • N1 / Planet 125
  • S2 / Aletta Oro 125
  • Roadster 125
  • Roadster 200
  • Raptor 125
  • Blues 125
  • River 500
  • River 600
  • Raptor 650 (2001-2007)
  • Raptor 1000 (2000-2005)
  • V Raptor 650 (2001-2004)
  • V Raptor 1000 (2000-2004)
  • Xtra Raptor 1000 (2004-2005)

Enduro/Cross/Tourer

  • Ala Rossa 350
  • SXT 125
  • Super City 125
  • Tamanaco 125
  • Navigator 1000
  • Elefantino 125 (1983-1986)
  • Elefant 350 (1985-1988)
  • Elefant 400 (1985-1988)
  • Elefant 650 (1985-1988)
  • Elefant 750 (1987-1990)
  • Elefant 900 i.e. Lucky Explorer (1990-1991)
  • Elefant 900 i.e. GT (1991-1992)
  • Elefant 900 a.c. (1993-1996)
  • Elefant 750 a.c. (1994-1996)
  • Canyon 500
  • Canyon 600
  • Gran Canyon 900
  • W8 125
  • W12 350
  • W16 600
  • T4 350
  • T4 500E
  • WMX 125
  • WMX 250
  • WMX 200 ATV

Designstudien[Bearbeiten]

  • Mito 500
  • Raptor X3

Mini Moke[Bearbeiten]

Einer der letzten Cagiva Mokes von 1993 und ein Morris Mini Moke von 1967

Cagiva kaufte 1990 von der MG Rover Group die Fertigungsrechte für den Mini Moke, um ihn in Portugal von 1990 bis 1993 herzustellen. Die Maschinen wurden nach Bologna (Italien) gebracht; geplant war dort 1995 die Produktion wieder aufzunehmen, was allerdings nie geschah.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cagiva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien