Electrolux

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Dieser Artikel behandelt den Haushaltswarenhersteller Electrolux. Zum Musiklabel siehe Elektrolux.
Aktiebolaget Electrolux
Logo der AB Electrolux
Rechtsform Aktiebolag
ISIN SE0000103814
Gründung 1919
Sitz Stockholm, Schweden
Leitung Keith McLoughlin,
Präsident und CEO
Mitarbeiter 52.916 (2011)[1]
Umsatz 101,6 Mrd. SEK (2011)[2]
Branche Haushaltswaren
Website www.electrolux.com

Electrolux AB ist ein schwedischer Konzern im Bereich der Küchengeräte für Haushalt und Gewerbe mit Sitz in Stockholm. Er gehört zur Unternehmensgruppe Wallenberg.[3]

Das Unternehmen hatte 2011 einen Umsatz von rund 102 Milliarden Schwedische Kronen[2] und beschäftigte etwa 53.000 Mitarbeiter[1]. Die bekanntesten Marken und Tochtergesellschaften des Konzerns in Deutschland sind (neben Electrolux selbst) die AEG und Zanussi.

Geschichte[Bearbeiten]

Electrolux wurde 1910 unter dem Namen Elektromekaniska AB von Axel Leonard Wenner-Gren gegründet und wurde nach der Fusion mit dem Unternehmen Lux AB 1919 in Elektrolux umbenannt. 1913 produzierte das Unternehmen seinen ersten Staubsauger und 1925 den ersten Kühlschrank, der nach einer Idee von Baltzar von Platen und Carl Munters funktionierte. In den folgenden Jahren wuchs das Unternehmen stark. 1957 wurde der Name von Elektrolux in Electrolux geändert. Das Firmenlogo von Electrolux gestaltete 1961 der Schweizer Künstler Carlo Vivarelli.

In den 1960er Jahren kam die Firma wie viele andere Hersteller von Haushaltsgeräten in eine Krise. Die neue Unternehmensleitung stellte fest, dass das Unternehmen zu klein sei, um der immer härter werdenden Konkurrenz gewachsen zu sein, und es wurde eine Phase der Diversifizierung und des offensiven Wachstums eingeleitet. Zwischen 1970 und 1979 wurden 59 Unternehmen übernommen, und am Ende dieser Dekade hatte Electrolux Produktionsstätten in 20 Ländern und mehr als 80.000 Angestellte.

In den 1980er Jahren wurde diese Strategie fortgesetzt (z. B. 1981, Progress oder 1984 durch den Erwerb des italienischen Unternehmens Zanussi), gleichzeitig versuchte man, den nordamerikanischen Markt zu erobern, den man Ende der 1960er Jahre aufgegeben hatte. So übernahm man 1986 den Küchengerätehersteller White Consolidated Industries.[4] In den 1990ern begann man sich wieder auf den eigentlichen Kernbereich zu besinnen. 1994 wurden Teile des deutschen Konzerns AEG übernommen, später wurde auch der Markenname erworben. 1998 verkauft Electrolux den schwedischen Pflughersteller Överum an Kongskilde Industries.[5] Im Jahr 2000 verkaufte Electrolux seine Anteile an der Lux (Deutschland) GmbH an die Lux International AG.

Heute ist Electrolux Marktführer bei Haushaltsgeräten. 2003 kündigte der damalige Konzernchef Hans Stråberg an, die Modellpalette reduzieren zu wollen. Allein in Europa hat das Unternehmen über 30 Marken, die aus Marketing- und Kostengründen deutlich reduziert werden sollen. Mit der Liquidierung der Quelle GmbH ab Oktober 2009 bricht für den Konzern ein wichtiger Großkunde weg. Quelle vertrieb die Geräte des Konzerns unter ihrer Hausmarke privileg.[6] Im Februar 2012 verkündete das Unternehmen weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen, die den Abbau von mehr als 1.000 Mitarbeitern wie auch die Schließung mehrerer Regional- und Länderbüros vorsehen.

Am 8. September 2014 kündigte Electrolux die Übernahme der Haushaltselektrosparte vom amerikanischen Mischkonzern General Electric an. Der Kaufpreis beträgt 23,4 Mrd. Schwedische Kronen, umgerechnet 2,55 Mrd. Euro.[7]

Therma[Bearbeiten]

Hauptartikel: Electrolux Schweiz

Der Name Therma ist überwiegend in der Schweiz bekannt. Seit 1978 gehört die Therma-Gruppe zum Electrolux-Konzern. Bei Gründung in 1871 umfasste die Fabrikation der Ofenfabrik Sursee Käsekeller-Öfen, Dörrapparate, Futterdämpfer, Öfen, Kochherde, Waschherde, kohlebeheizte Grossküchenherde, Gasherde, Kirchenheizungen, Zentral- und Etagenheizungen. 1923 wurde das Programm auf elektrische Haushalt- und Grossküchenapparate erweitert. Im Jahre 1966 erfolgte der Zusammenschluss der drei Unternehmen Therma AG, Elcalor AG und Surseewerke AG zur Therma Grossküchen AG.[8] Ab Januar 2005 erfolgte dann die vollständige Überführung der Unternehmung wie auch der Marke Therma in die Electrolux.[9]

Electrolux in Deutschland[Bearbeiten]

Gaskühlschrank Electrolux, Deutschland 1940

1925 wurde in Deutschland die Electrolux GmbH gegründet und verfügte nach der Enteignung in Ostdeutschland nach 1945 noch über drei Werke in der Bundesrepublik. Sitz der Gesellschaft war Hamburg[10], Produkte für den Privatkundenbereich werden heute von Nürnberg aus vertrieben; Großküchengeräte und Wäschereimaschinen von Herborn aus. An beiden Standorten existieren auch Forschungseinrichtungen.

Neben den eigenen Aktivitäten wurden auch in Deutschland verschiedene Wettbewerber übernommen, darunter 1981 die in Konkurs befindliche Firma Zanker in Tübingen und große Teile des angeschlagenen AEG-Konzerns. Besonders auf dem hart umkämpften Markt der Hausgeräte litten die zugekauften Werke unter enormem Kostendruck. Die Folge waren 2002 die Schließung der AEG-Werke in Herborn und Kassel und ab 2005 die Schließung des Werks für Wasch- und Spülmaschinen in Nürnberg mit 1.750 Beschäftigten bis 2007. Diese Kapazitäten wurden von den Werken in Italien (Porcia und Solaro) und Polen (Oława und Żarów) übernommen. Somit gibt es ab März 2007 noch ein AEG-Hausgerätewerk in Deutschland, nämlich das in Rothenburg ob der Tauber, in dem Backöfen, Herde und Kochmulden produziert werden. Lokale Gewerkschaftsvertreter riefen zum Boykott aller Produkte des Konzerns auf (Konsumentenboykott). Hintergrund der Werksschließung ist der weiter anhaltende Preisverfall im Bereich der Haushaltsgeräte zumeist mit Geräten aus der Türkei und China. Im Oktober 2009 beschäftigte der Konzern in Deutschland noch etwa 2000 Mitarbeiter, davon 1300 im Werk Rothenburg ob der Tauber.[6]

Produkte[Bearbeiten]

Hausgeräte[Bearbeiten]

Electrolux fertigt nicht nur unter eigenem Namen. Zahlreiche Firmen gingen in dem Konzern auf, die Betriebsstätten werden dem Konzern zugerechnet, die Marken existieren jedoch auch weiterhin. Darunter: AEG, Juno, Progress, Zanker und Zanussi[11] und in den USA Frigidaire und Kelvinator. Auch einige hochpreisige Geräte bei IKEA stammen von Electrolux.

Großküchengeräte[Bearbeiten]

Die Großküchensparte Electrolux Professional ist ein wichtiger Anbieter von Großküchengeräten und Marktführer im Premiumbereich weltweit. Die Produkte grenzen sich ab zu den Geräten von Zanussi, die in Italien produziert werden und das untere Preissegment im Konzern abdecken.

In dem Portfolio von Electrolux Professional befinden sich viele traditionsreiche Betriebe: etwa die Firma Burger (und später Juno), welche den Heissluftofen und Combidämpfer erfand, die Schweizer Firma Therma etc.

Absorberkühlschränke für Camping und Wohnmobile[Bearbeiten]

Electrolux ist praktisch alleiniger europäischer Marktführer (2008) für kleine Absorberkühlschränke (Produktname Electrolux RM nnn) für Wohnmobile, Wohnwagen und für Hotelzimmer. Die Marke wird baugleich auch unter dem Namen „Dometic“ verkauft.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Electrolux – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Employees by country auf group.electrolux.com, Stand 22. Oktober 2012.
  2. a b Annual Report 2011 bei electrolux.com, abgerufen am 14. November 2012.
  3. The Local: Wallenberg takes over at Elektrolux, 13. Februar 2007
  4. Chicago Tribune: White Takes Electrolux Bid, 11. März 1986
  5. dlv.de: Auf dem Weltmarkt zu Hause. Kongskilde-Industries blickt als dritte Kraft in der Bodenbearbeitung nur nach vorne. (PDF; 628 kB)
  6. a b tagesschau.de, abgerufen 26. Oktober 2009 (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  7. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/milliarden-deal-general-electric-verkauft-haushaltselektrosparte/10668054.html
  8. Electrolux Professional AG, Produktionsstandort Sursee (ehemals Therma Grossküchen AG)
  9. Therma, Geschichte
  10. Ullstein Handbuch 1960, S.649
  11. Electrolux Group brand portfolio