Candida glabrata

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Candida glabrata
Systematik
Abteilung: Schlauchpilze (Ascomycota)
Klasse: Saccharomycetes
Ordnung: Saccharomycetales
incertae sedis
Gattung: Candida
Art: Candida glabrata
Wissenschaftlicher Name
Candida glabrata
(H.W.Anderson) S.A.Mey. & Yarrow, 1978

Candida glabrata ist eine haploide Hefe der Gattung Candida, früher bekannt als Torulopsis glabrata.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Merkmale

Auf Glucose-Pepton-Agar bilden sie kremfarbene, glatte, glanzlose Kolonien, die gewölbt sind, die längere hefeartigen Zellen bilden, ein sogenanntes Pseudomycelium. Die Zellen sind eiförmig wachsen einzeln oder knospen und sind 2 bis 4 x 3 bis 5,5 µm groß. Auf Maismehlagar wird kein Pseudomycel gebildet. Der Keimfadentest ist negativ. Harnstoff kann nicht abgebaut werden. Der GC-Gehalt beträgt 39,6 bis 40,2  mol%.[1]

[Bearbeiten] Pathogenität

Bis vor kurzem galt C. glabrata als ein primär nicht-pathogener Organismus. Doch mit der ständig wachsenden Zahl von immunsupprimierten Individuen in der Bevölkerung hat sich gezeigt, dass C. glabrata ein hoch opportunistischer Erreger des Urogenitaltrakts und der Blutbahn ist (Fungämie). Das Vorkommen ist ubiquitär und er ist ein Kontaminationskeim von Obstsäften. Bei Kühen kann er eine Mastitis hervorrufen[2]. Es ist besonders häufig bei HIV-positiven Personen und älteren Menschen anzutreffen und erzeugt Soor bei AIDS-Patienten und eine Sepsis unter Polychemotherapie.[3]

Ein vielzitierter potenzieller Virulenzfaktor bezüglich der Pathogenität von C. glabrata ist eine Reihe von Adhäsinen, die von den EPA-Genen codiert (Epithelzellen-Adhäsin)[4] werden. Diese Gene befinden sich in der subtelomerischen Region und können auf Signale der Umgebung reagieren, die es ihnen erlauben massenhaft exprimiert zu werden, sodass der Organismus auf biotischen und abiotischen Oberflächen in mikrobiellen Matten haften kann.

Dies ist auch der vermutete Mechanismus, durch den C. glabrata microbielle „Biofilme“ auf Harnkathetern bildet. Es verursacht auch Probleme mit zahnmedizinischen Geräten, wie z. B. Prothesen. Tortulosis oder Candida glabrata kann in der „Seltene Krankheiten“-Datenbank auf der NIH-Website[5] und auch auf der CDC-Website[6] gefunden werden.

[Bearbeiten] Diagnose

Zu Klärung der Infektion bieten sich mehrere Methoden an [7] :

  • Kulturen aus Abstrichen oder Stuhl : Die Anzucht einer Kultur auf Sabouraud-Dextrose-Agar bietet die Möglichkeit einer schnellen Identifikation (Farbe: cremefarbene, weiche und glänzende Kolonien[8]), evtl. durch ein Pilz-Antibiogramm ergänzt.
  • Ein IgA[9] kann Hinweise auf eine akute Infektion liefern.
  • Urinkontrollen sind weniger genau
  • PCR [10]

Eine mikroskopische Hautdiagnose aus Kulturen von Abstrichen und Biopsien kann schnell zu falschen Ergebnissen führen und erfordert eine spezielle Bewertung.

[Bearbeiten] Behandlung

Ein häufiger Phänotyp und möglicher Virulenzfaktor, den C. glabrata besitzt, ist eine intrinsische Resistenz[11] gegen Azole, d. h. die am meisten verschriebenen Antimykotika-Medikamente. Diese Stoffe, inclusive Fluconazol und Ketoconazol, sind in 15-20% der Fälle nicht wirksam gegen C. glabrata. Während früher gesagt wurde, dass dieser Organismus eine „angeborene“ Immunität gegen die Arzneistoffe besitzt, ist es richtiger zu sagen, dass der Organismus einen weiterentwickelten Widerstand gegen die Medikamente besitzt. C. glabrata ist empfindlich auf polyene Medikamente wie Amphotericin B und Nystatin, zusammen mit variabler Empfindlichkeit für 5-Flucytosin und Caspofungin. Amphotericin B ist wegen des beträchtlichen Nebenwirkungsspektrums ein letztes Mittel, da es als Infusion oft den geschwächten Patienten töten kann.

Ein Sofortbehandlung für Vaginalinfektionen kann die Verwendung von Terconazol 7-Tage-Creme[12] sein. Die Heilrate dieser Behandlung ist etwa 40 %.
Rezidive sind häufig, verursachen chronische Infektionen und die Ausbreitung auf andere Bereiche wie Haut und Kopfhaut.
Blutinfektionen können am besten über Symptome beurteilt werden, wenn weitere Körperbereiche beteiligt sind.
Eine experimentelle, aber effektive Second-Line-Behandlung für chronische Infektionen ist der Einsatz von Borsäure-Vaginalzäpfchen. Vitamin-E-Öl kann in Verbindung verwendet werden, um Reizungen zu bekämpfen. Amphotericin B-Vaginalzäpfchen wurden in Fallstudien zur Behandlung von chronischen Infektionen verwendet. Borax und Borsäure kann für persistente Kopfhaut und Hautinfektionen eingesetzt werden.
Eine Impfung unter Berücksichtigung der Pilzgifte wie bei Tetanus-Bakterien existiert bisher nicht.

[Bearbeiten] Karyotyp und Genom

Die genetische Information von C. glabrata liegt im Zellkern in 13 Chromosomen sowie im Kern der Mitochondrien vor. Das Genom des Stamms CBS138 wurde im Jahr 2004 erstmalig vollständig analysiert.Es besteht aus 12,3 Millionen Basenpaaren und geschätzten 5.200-5.300 Genen.[13][14][15]. 2009 wurde das Genom von C. parapsilosis in 'Nature 459' bebildert offengelegt[16]
Das KEX2[17] - Gen von C. glabrata ist für die Integrität der Zelloberfläche erforderlich[18]. Die Krankheitsrelevanz von Teilen der mytochondrialen DNA(COB)[19] wurde erforscht[20].

[Bearbeiten] Referenzen

  1. Mycobank, abgerufen, am 24. Februar 2012.
  2. http://www.hauss.de/hefepilze.0.html
  3. http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/c/Candida-Arten.htm Candida - Symptome
  4. http://www.hki-jena.de/index.php/bf3b12455a19667eff180d161c4df607/1/522 Infektionsmodelle für Candida
  5. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC88907/ Candida glabrata: Review of Epidemiology, Pathogenesis, and Clinical Disease
  6. * Diseases Characterized by Vaginal Discharge
  7. http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/c/Candida-Nachweis.htm
  8. http://timm.main.teikyo-u.ac.jp/pfdb/image/shibuya_k_20001219/768x512/30.jpg
  9. http://www.futurebiolab.de/leistungsverzeichnis.html?&tx_lvleistungsverzeichnis_pi1 Suchbegriff : Candida
  10. http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/medizin/andrade-manuel/PDF/Andrade.pdf
  11. http://www.bfr.bund.de/cm/218/problematik_der_entwicklung_von_resistenzen_humaner_mykosen_gegenueber_azol_antimykotika.pdf Resistenz humaner Mykosen
  12. http://www.hivbuch.de/hiv-und-gynaekologie.html Terconazol 7-Tage-Creme
  13. NCBI-Eintrag Genomprojekt
  14. Dujon B, Sherman D, Fischer G, et al.: Genome evolution in yeasts. In: Nature. 430, Nr. 6995, Juli 2004, S. 35–44. doi:10.1038/nature02579. PMID 15229592.
  15. UniProt Eintrag
  16. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19465905 Butler - Nature 2009
  17. http://www.wikigenes.org/e/gene/e/855483.html
  18. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?Db=pubmed&Cmd=ShowDetailView&TermToSearch=11580846&ordinalpos=3&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum
  19. http://www.wikigenes.org/e/gene/e/854583.html
  20. http://www.wikigenes.org/e/ref/e/11892797.html

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks


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