Caterina Cornaro

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Dieser Artikel behandelt die letzte Königin von Zypern; zur gleichnamigen Oper siehe Caterina Cornaro (Oper).
Gentile Bellini: Porträt der Caterina Cornaro, Königin von Zypern, um 1500

Caterina Cornaro (* 25. November 1454 in Venedig; † 10. Juli 1510 in Asolo) war von 1474 bis 1489 letzte Königin von Zypern.

Leben[Bearbeiten]

Caterina stammte aus der Familie des Dogen von Venedig Marco Corner. Sie war die älteste von fünf Töchtern des Patriziers Marco Cornaro und seiner Frau Fiorenza Crispo, einer byzantinischen Prinzessin und Enkelin Kaiser Manuels III. Aus dieser Herkunft wurde in Venedig Caterinas Anspruch auf den Thron Zyperns abgeleitet.

Königin von Zypern[Bearbeiten]

1468 wurde sie mit König Jakob II. von Lusignan, auch genannt Jakob der Bastard, verheiratet, dessen Ansprüche auf den Thron umstritten waren. Jakob war mit Caterinas Vater und ihrem Onkel befreundet, die ihn wahrscheinlich finanziell unterstützt haben. Vor ihrer Abreise 1472 nach Zypern wurde sie von der Republik Venedig als Tochter adoptiert. In Zypern wurde sie zur Königin gekrönt. Acht Monate später starb der König und Caterina brachte kurz darauf einen Sohn zur Welt, der jedoch vor Vollendung des ersten Lebensjahres starb. Vermutlich wurde er vergiftet.

Caterina war jetzt die Regentin Zyperns und wurde in ihren Regierungsgeschäften von Vertretern der Republik Venedig beraten und überwacht. Ihre Herrschaft in Zypern war jedoch wenig gefestigt, und die von Genua unterstützte Opposition versuchte sie zu überreden, in der Hoffnung auf einen Thronfolger eine neue Ehe einzugehen. Um Venedigs Einfluss auf Zypern zu sichern, wurde Caterina nach Intervention ihres Bruders Giorgio Corner zur Abdankung überredet. Eine vor Zypern ankernde venezianische Flotte unterstrich diese Forderung nachdrücklich. 1489 trat die Serenissima das Erbe ihrer "Tochter" Caterina Cornaro an.

Asolo[Bearbeiten]

Gentile Bellini: Das Kreuzeswunder auf der Brücke von San Lorenzo (1500)

Nach ihrer Rückkehr nach Venedig wurde sie mit der Stadt und Burg Asolo in Oberitalien entschädigt, wo sie für die nächsten zwanzig Jahre ihren Wohnsitz nahm. Titel und Rang einer Königin durfte sie zwar behalten, hatte aber de facto keine Rechte eines Souveräns, sondern stand unter der Aufsicht der Republik. Caterina residierte in Asolo im Kreis von Dichtern, Gelehrten und Künstlern. Hervorragendes Mitglied ihres Kreises war der Humanist Pietro Bembo. Sein Buch Gli Asolani ist ein Dialog unter Hofleuten über die Liebe, in dem er eines der zentralen Themen der Renaissance, die Reflexion über eine idealisierte und spiritualisierte Liebe gemäß der Konzeption des Florentiners Marsilio Ficino, anschlägt.

Caterina Cornaro in Kunst und Literatur[Bearbeiten]

Caterina betätigte sich in Asolo als Mäzenin und gab den Bau eines Sommerschlosses in Auftrag. Zu ihrem Kreis gehörte wahrscheinlich auch der junge Giorgione, der laut Vasari ein Porträt Caterinas malte, das aber nicht erhalten ist. Tuzio Costanzo, der langjährige Condottiere Caterinas, beauftragte Giorgione mit dem Altarbild in Castelfranco Veneto. Sie wurde von Gentile Bellini (1429-1507) ca. 1500 porträtiert (Szépművészeti Múzeum, Budapest). Auch das Bild „Das Wunder des wahren Kreuzes“ desselben Künstlers (Accademia, Venedig) von 1500 zeigt sie vermutlich als kniende Figur auf der linken Seite im Profil. Ein Bild von Paolo Veronese (oder seiner Söhne) in der Berliner Gemäldegalerie zeigt Caterina Cornaro, wie sie die Krone Zyperns an den Dogen von Venedig übergibt. Der Österreicher Historist Hans Makart malte „Venedig huldigt Catarina Cornaro“.

Ihr Leben bildete das Thema von fünf Opern, z.B. von Franz Lachner (Katharina Cornaro, 1841, Libretto von de Saint-Georges), Donizetti (Catharina Cornaro, Neapel 1844), Jacques Fromental Halévy (La reine de Chypre) und Michael William Balfe (The daughter of St. Mark, 1844). Die Wiener Schriftstellerin Anna Forstenheim schrieb 1875 ein Drama „Catarina Cornaro“. In Thomas Mielkes Roman „Gold für den Kaiser“ spielt sie ebenfalls eine wichtige Rolle. Charlotte Adams publizierte eine Novelle "Catarina Cornaro" im Harper's new monthly magazine 57, 340 von 1878. In dem Hörspiel „Caterina Cornaro“ von Marie Luise Kaschnitz sagt[1] ein venezianischer Ratsherr, man werde „sie von Meister Tizian malen lassen“. Damit ist auf Tizians Gemälde der Caterina Cornaro in den Uffizien in Florenz angespielt. [2]

Literatur[Bearbeiten]

  • J. M. J. L. de Mas-Latrie: Histoire de l'Île de Chypre sous les princes de la maison de Lusignan. Paris 1852-1853.
  • Jetta Sachs-Collignon: Caterina Cornaro, Königin von Zypern. München 1998
  • L. Comacchio: Splendore di Asolo ai tempi della Regina Cornaro. Castelfranco Veneto 1969

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Szene 2
  2. Kaschnitz, Marie Luise: Caterina Cornaro. RUB 8731, S. 69 („Autobiographisches Nachwort“)

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Jakob III. Königin von Zypern
1474–1489