Celastrus paniculatus

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Celastrus paniculatus
Celastrus paniculatus 22.JPG

Celastrus paniculatus

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Spindelbaumartige (Celastrales)
Familie: Spindelbaumgewächse (Celastraceae)
Unterfamilie: Celastroideae
Gattung: Baumwürger (Celastrus)
Art: Celastrus paniculatus
Wissenschaftlicher Name
Celastrus paniculatus
Willd.

Celastrus paniculatus ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie Spindelbaumgewächse (Celastraceae). Carl Ludwig Willdenow nannte sie schon 1797 in der lateinischen Erstveröffentlichung den deutschen Trivialnamen Rispenblütiger Celastrus.[1] Sie ist in Australasien weitverbreitet. Die Pflanzenteile werden vielseitig verwendet.

Beschreibung und Phänologie[Bearbeiten]

Zweig mit wechselständigen Laubblättern
Samen

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten]

Celastrus paniculatus wächst als laubabwerfender, schlingender, großer[2] Strauch[3] (Liane). Die Sprossachse besitzt einen Durchmesser von bis zu 23 cm. Die hellbraune, raue und rissige,[3] korkige[2] Borke blättert in kleinen Schuppen ab.[3] Die Rinde der Zweige ist fein behaart oder kahl und besitzt erhabene elliptische Lentizellen. Die in den Blattachseln sitzenden Knospen sind mit einer Länge von 1 bis 2 mm relativ klein und dreieckig.[3]

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 6 bis 16 mm lang. Die einfache, kahle Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 10 cm und einer Breite von 2,5 bis 5 cm elliptisch, länglich, rechteckig, eiförmig oder verkehrt-eiförmig bis fast kreisförmig mit keilförmiger,[3] stumpfer oder gerundeter[2] Spreitenbasis und spitzem,[2] zugespitzten bis bespitztem oberen Ende.[3] Der Blattrand ist meist gesägt. Es sind fünf bis sieben Paare Seitennerven vorhanden, die selten auf der Blattunterseite fein behaart sind. Die relativ kleinen, linealischen Nebenblätter fallen früh ab.[3]

Blütenstand und Blüte[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht in China von April bis Juni. Celastrus paniculatus ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die endständigen, hängenden, relativ großen, verzweigten,[2] thyrsoiden Blütenstände sind selten 2 bis[2] 5 bis 10 cm lang. Die Blütenstandsrhachis und 3 bis 6 mm langen Blütenstiele sind manchmal kurz wollig behaart.[3]

Die eingeschlechtigen, grünlichen Blüten sind 2 bis 3 mm lang sowie 1,2 bis 1,8 mm breit und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.[3] Weibliche und männliche Blüten sind etwa gleich groß und sehen relativ ähnlich aus.[2] Die fünf freien, sich dachziegelartig überdeckenden[3] Kelchblätter sind bei einer Länge von etwa 1 mm sowie einer Breite von etwa 1,5 mm[2] halbkreisförmig und bewimpert. Die fünf freien Kronblätter sind bei einer Länge von 2,5 bis 3 mm sowie einer Breite von 1 bis 1,5 mm[2] länglich bis verkehrt-eiförmig-rechteckig. Der häutige Diskus ist becherförmig und leicht fünflappig. Die auf dem Rand des Diskus inserierten Staubblätter sind etwa 3 mm lang. Die Staubfäden sind pfriemförmig und die Staubbeutel sind eiförmig und stumpf[2]. Es ist nur der äußere Kreis mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden. Drei Fruchtblätter sind zu einem dreikammerigen,[3] bei einer Länge von 2 bis 2,5 mm[2] kugeligen Fruchtknoten verwachsen.[3] In jeder Fruchtknotenkammer befinden sich ein oder zwei aufrechte Samenanlagen.[3] Der säulenförmige Griffel endet in einer einfachen Narbe.[2]

Frucht und Samen[Bearbeiten]

Die Früchte reifen von Juni bis September. Die bei Reife hellgelbe Kapselfrucht ist bei einem Durchmesser 1 bis 1,3 cm abgeflacht kugelig. Die lokulizide Kapselfrucht öffnet sich mit drei ledrigen Klappen und enthält drei bis sechs Samen. Die gelblich-braunen[2] Samen sind bei einer Länge von 3,5 bis 5,5 mm und einer Breite von 2 bis 5 mm elliptisch. Der Samen ist von einem orangeroten, fleischigen[2] Arillus umhüllt.[3]

Verbreitung[Bearbeiten]

Das weite natürliche Verbreitungsgebiet von Celastrus paniculatus umfasst den indischen Subkontinent (Indien, Pakistan, Nepal, Sikkim, Sri Lanka), China, Taiwan, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, auf den Andamanen und Nikobaren, in Thailand, Vietnam und in Neukaledonien. In China gedeiht sie an bewaldeten Hängen in Höhenlagen zwischen 200 und 2000 Metern in den Provinzen Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hainan sowie Yunnan.[3] In Indien ist sie weitverbreitet und gedeiht hauptsächlich in laubwerfenden Wäldern in Höhenlagen von etwa 1800 bis 2000 Metern.[4][5] In einigen tropischen Gebieten beispielsweise Australien, Florida ist es ein Neophyt.

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Celastrus paniculatus erfolgte 1797 durch Carl Ludwig Willdenow in Caroli a Linné Species plantarum..., 4. Auflage, Band 1, 2. Teil, S. 1125.[1].[6] Synonyme für Celastrus paniculatus Willd. sind: Celastrus dependens Wall., Celastrus euphlebiphyllus (Hayata) Kaneh., Celastrus multiflorus Roxb. non Lam., Celastrus paniculatus subsp. multiflorus Ding Hou, Celastrus paniculatus subsp. serratus (Blanco) Ding Hou, Diosma serrata Blanco, Euonymus euphlebiphyllus Hayata.[3][7]

Die Bandbreite der Spreitenformen führten dazu, dass Unterarten beschrieben wurden, aber es gibt alle möglichen Übergänge in den Formen, die keine klare Abgrenzung ermöglichen, deshalb werden sie in der Flora of China nicht beachtet.[3]

Nutzung[Bearbeiten]

Die Blätter und Samen werden als Heildrogen verwendet.[2] Die Samen enthalten mehr als 50 % Öl. Dieses Öl wird in Yunnan als Lampenöl zur Herstellung von Seifen verwendet. Viele pharmazeutische Studien beschäftigen sich mit den Effekten auf das Zentralnervensystem und die Wirkung als Tranquilizer der alkaloidalen Fraktionen des Öles.[3] Das Öl aus den Samen wird traditionell in der indischen Unani- und Ayurveda-Medizin eingesetzt[8][9][10]. Wirkungen soll es geben bei beispielsweise Anämie, Fieber, Rheumatismus, Syphilis[11].[12]

Pharmakologische Untersuchungen gibt es viele.[13][5][14] Es gibt Untersuchungen, die zeigen sollen, dass das Öl aus den Samen bei Abbau von Stress helfen soll.[15]

Trivialnamen[Bearbeiten]

Trivialnamen in unterschiedlichen Sprachen:[4][14][12]

  • in Englisch: Oriental bittersweet[7], Black Oil tree, Intellect tree, Staff tree
  • in Arabisch: malkangni
  • in Sanskrit: jyotishmati ज्योतीष्मती, agnibhasa, agnidipta, agnimasha, alavana अलवण, amruta, avega, dipta, durjara, durmada, gatida, ingudi, jio, joytishmati, jyotishka, jyotishlata, jyotiskaphala, jyotismati, kakamardanika, kakandaki, kakandi, kanguni, kangunika, katabhi, katavira, katumbhi, kinshuka, lagana, lavana, medhya, nishphala, paravatanghri, paravatapadi, pidya, pinya, pitataila, putitaila, sphutabandhani, supingala, sutaina, suvarnalatika, suvarnanakuli, swarnalata, tahnirusi, tejasvini, tejavati, tishmati, triparni, vanhiruchi, vega
  • in Hindi: Mal-Kangani माल - कांगनी, jangli-mali, kangni kavela, kangni-kavela, mal-kangni-ke-binj, malakanguni, mali, malkagni, malkakni, malkamni, malkangani, malkangni, malkauni, malkungi, malkunki, sandhran, sankheran, sankhiran, sankhiren; Tibetisch: dzo ti sma ti
  • in Chinesisch: dēng yóu téng 灯油藤[3]
  • in Assamesisch: Kapalphotla, Pokitai
  • in Bengalisch: kijri, malkangani
  • in Gujaratisch: માલકંગના malkangana
  • in Gujratisch: Malkangani
  • in Kannada: Doddaganugae, Gangunge beeja, Gangunge humpu, Kangondiballi, ಭವಮ್ಗ bhavamga, ಜೊತಿಷ್ಮತಿ Jotishmati, ಕರಿಗನ್ನೇ kariganne, ಕೊಉಗಿಲು kougilu
  • in Konkanisch: माळकांगोणी malkangoni
  • in Malayalam: Ceruppunnari, Uzhinja, പൊലുലവമ് Polulavam
  • in Marathisch: कांगुणी kanguni, माळकांगोणी malkangoni
  • in Oriya: Malkanguni, lyotishmati, korsana, pengu
  • in Punjabisch: Malkangoni
  • in Tamilisch: குவரிகுண்டல் kuvarikuntal, மண்ணைக்கட்டி mannai-k-katti, வாலுளுவை valuluvai
  • in Telugu: Malkangani, Peddamaveru, Jerraku, Malleruchettu, కాసరతీగె kasara-tige, మానెరు maneru
  • in Urdu: malkanguni مالکنگني
  • Wenig bekannt sind die deutschen Übersetzungen englischer Trivialnamen: Schwarze Ölpflanze oder Intellektbaum

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Willdenow 1797 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  2. a b c d e f g h i j k l m n o Celastrus paniculatus bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s Zhixiang Zhang & Michele Funston: Celastrus paniculatus, S. 467 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 11 - Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008. ISBN 978-1-930723-73-3
  4. a b Datenblatt bei Selected Red Listed Medicinal Plants of South India
  5. a b Neha Arora, Shashi Pandey-Rai: Celastrus paniculatus, an endangered Indian medicinal plant with miraculous cognitive and other therapeutic properties: an overview. In: International Journal of Pharma & Bio Sciences, Volume 3, Issue 3, Juli 2012, S. 290-303: Volltext-PDF.
  6. Celastrus paniculatus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 23. Mai.
  7. a b Celastrus paniculatus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 23. Mai.
  8. Premila, M. S.: Ayurvedic Herbs: A Clinical Guide to the Healing Plants of Traditional Indian Medicine. Haworth Press, New York 2006, ISBN 0-7890-1768-7. In der en:WP angeblich verwendet, lag hier aber nicht vor und so sind Aussagen nicht überprüft.
  9. H. F. Macmillan: Handbook of Tropical Plants. South Asia Books, Columbia, Mo 1989, ISBN 81-7041-177-7. In der en:WP angeblich verwendet, lag hier aber nicht vor und so sind Aussagen nicht überprüft.
  10. Putz, Francis E.; Mooney, Harold A.: The Biology of vines. Cambridge University Press, Cambridge, UK 1991, ISBN 0-521-39250-0. In der en:WP angeblich verwendet, lag hier aber nicht vor und so sind Aussagen nicht überprüft.
  11. Datenblatt bei Dr. Duke's Phytochemical and Ethnobotanical Databases.
  12. a b Datenblatt bei Flowers Of India.
  13. M. Bhanumathy, M. S. Harish, H. N. Shivaprasad, G. Sushma: Nootropic activity of Celastrus paniculatus seed. In: Pharm Biol., 2010, Volume 48, Issue 3, S. 324-7. doi:10.3109/13880200903127391.
  14. a b Celastrus paniculatus, Jyotishmati 95 Published articles bei Medicinal Plants - Medicinal Plants with usage, patents and their publications. Überblick über die zum Thema Indische Medizinalpflanze Celastrus paniculatus veröffentlichten Artikel.
  15. George Lekha, Karthik Mohan, Irudhaya Arockia Samy:Effect of Celastrus paniculatus seed oil (Jyothismati oil) on acute and chronic immobilization stress induced in swiss albino mice. In: Pharmacognosy Research, Volume 2, Issue 3, 2010, S. 169–174. doi:10.4103/0974-8490.65512

Ergänzende Literatur[Bearbeiten]

  • A. Russo, A.A. Izzo, V. Cardile, F. Borrelli, A. Vanella: Indian medicinal plants as antiradicals and DNA cleavage protectors. In: Phytomedicine, Volume 8, 2001, S. 125–132. doi:10.1078/0944-7113-00021
  • M. Bhanumathy, S. B. Chandrasekar, Uma Chandur, T. Somasundaram: Phyto-pharmacology of Celastrus paniculatus: An Overview. In: International Journal of Pharmaceutical Sciences and Drug Research, Volume 2, Issue 3, 2010, S. 176–181: (PDF, 226 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Celastrus paniculatus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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