Chaemwaset (Sohn von Ramses II.)

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Chaemwaset (Sohn von Ramses II.) in Hieroglyphen
Neues Reich
N28 G17 S40 X1 O49

auch
N28
D36
Aa13
R19 X1
O49
[1]
Chaemwaset (Cha em Waset)
Ḫˁj m W3st
Der in Theben erschienen ist
Priestertitel
Horus Iunmutef
G5 O28 G14 X1
I9
S29 G17

Hor-Iun-mutef-sem
r.w-Jwn-mw.t=f-sm
Horus Iunmutef, Sem-Priester
Priestertitel
Medu-Jau
Aa13
D36
S43 A1

Medu-jau
Mdw-j3w
Stab (des Vaters)

Chaemwaset (auch Cha-em-Waset; Chaemwese; * um 1281 v. Chr.; † 1225 v. Chr) bekleidete bereits in jungen Jahren eine Priesterposition im Apis-Kult, die er nach Fertigstellung des von ihm veranlassten Bau des Serapeums in Sakkara ausübte. Weitere Bautätigkeiten und Restaurierungen alter memphitischer Gräber bildeten die Grundlage für die Bezeichnung Erster der Archäologen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Herkunft und erste Priestertätigkeiten[Bearbeiten]

Chaemwaset wurde als vierter Sohn von Ramses II., zweiter Sohn der zweiten Großen Königlichen Gemahlin Isisnofret, wahrscheinlich schon vor der Regierungsübernahme seines Vaters geboren.[2] In höheren Priesterämtern ist Chaemwaset ab dem 21. Regierungsjahr von Ramses II. (1259 v. Chr.) bezeugt.[2]

Statue des Chaemwaset

Diese Jahre seiner Priestertätigkeiten beschreibt Chaemwaset selbst: „Das Amt des Iunmutef wurde groß gemacht von Ptah“. Einige Jahre später übernimmt er das Amt des „Hoherpriesters des Ptah“ in Memphis, das ab dem 32. Regierungsjahr von Ramses II. (1248 v. Chr.) belegt ist.[2] Nach weiteren zwei Jahren übt er 1246 v. Chr. Tätigkeiten des Priestertitels „Horus-Iunmutef“ aus, zu diesem Zeitpunkt jedoch ohne explizite Nennung als Priester „Horus-Iunmutef“. Chaemwaset hatte 1246 v. Chr. ein Alter von etwa Mitte Dreißig erreicht.[2]

Chaemwasets Aufstieg[Bearbeiten]

Chaemwaset richtete einige Sedfeste seines Vaters aus. Chaemwaset ist aber vor allem von seiner Arbeit in der memphitischen Nekropole bekannt. Auf verschiedenen Pyramiden des Alten und des Mittleren Reiches ließ er Inschriften, die ihn und seinen Vater nennen, anbringen. Dies brachte ihm den Ruf des ersten Ägyptologen ein. Die neuere Forschung sieht das allerdings etwas differenzierter. Die meisten dieser Pyramiden sind von seinem Vater, für seine Bauvorhaben als Steinbrüche niedergerissen worden. Die Inschriften scheinen den Zweck gehabt zu haben einen Minimalkult aufrechtzuerhalten, während die eigentlichen Pyramidentempel abtransportiert worden sind. [3]

Dabei mag er ein gewisses Wissen der alten Schriften und Zeiten gesammelt haben. Seine Arbeit in den Königsfriedhöfen um Memphis herum führte wohl dazu, dass das Volk ihn sogar für einen Weisen und Magier hielt. Sein Andenken wurde später in der demotischen Literatur in den „Setne-Geschichten“ bewahrt. Weitere Zeugnisse seiner Arbeit sind bis zum heutigen Tage im Tempel des Haremhabs in Dschabal as-Silsila und im Ptah-Tempel in Memphis.

Chaemwaset starb etwa 56-jährig im 55. Regierungsjahr seines Vaters; drei Jahre zuvor wurde er zum Kronprinzen ernannt.[4] Sein Grab lag wohl in Sakkara, wo sich einzelne Bauteile davon fanden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marjorie Fisher: The sons of Ramesses II (= Ägypten und Altes Testament. Bd. 53). 2 Bände. Harrassowitz, Wiesbaden 2001, ISBN 3-447-04486-1 (Zugleich: Michigan, Univ., Diss., 1999).
  • Farouk Gomaà: Chaemwese. Sohn Ramses' II. und Hoherpriester von Memphis (= Ägyptologische Abhandlungen. Bd. 27). Harrossowitz, Wiesbaden 1973, ISBN 3-447-01543-8 (Zugleich: Wiesbaden, Univ., Diss., 1973).
  • Boyo Ockinga: Die Gottebenbildlichkeit im Alten Ägypten und im Alten Testament (= Ägypten und Altes Testament. Bd. 7). Harrassowitz, Wiesbaden 1984, ISBN 3-447-02513-1 (Zugleich: Tübingen, Univ., Diss., 1983).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hieroglyphen für Chaemwaset im Tempel des Amenophis III. von el-Kab nach: C. R. Lepsius: Denkmäler aus Aegypten und Aethiopien. Herausgegeben von Eduard Naville. Textband 4: Oberaegypten. Hinrichs, Leipzig 1901, S. 41, vorletzte Zeile, (online).
  2. a b c d Marjorie M. Fisher: The sons of Ramesses II. 2001, S. 103–104.
  3. Jaromir Malek: A Meeting of the Old and New. Saqqâra during the New Kingdom. In: Alan B. Lloyd (Hrsg.): Studies in Pharaonic Religion and Society. In Honour of J. Gwyn Griffiths (= The Egypt Exploration Society. Occasional Publications. Vol. 8). Egypt Exploration Society, London 1992, ISBN 0-85698-120-6, S. 57–76.
  4. Aidan Dodson, Dyan Hilton: The Complete Royal Families of Ancient Egypt. Thames & Hudson, London 2004, ISBN 0-500-05128-3, S. 170.