Chinesische Wisteria

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Chinesische Wisteria
Chinesische Wisteria (Wisteria sinensis), Illustration

Chinesische Wisteria (Wisteria sinensis), Illustration

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Blauregen (Wisteria)
Art: Chinesische Wisteria
Wissenschaftlicher Name
Wisteria sinensis
(Sims) DC.

Die Chinesische Wisteria (Wisteria sinensis), auch Chinesischer Blauregen genannt, ist eine Pflanzenart der Gattung Blauregen (Wisteria) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Chinesische Wisteria ist eine sommergrüne, stattliche, linkswindende Kletterpflanze mit armdicken Stämmen und dünnen Ästen. Sie kann 20 bis 30 Meter lang an anderen Bäumen entlangklettern oder selbsttragend eine Höhe von 10 Metern erreichen.

Die lang gestielten Blätter sind wechselständig, bis 30 Zentimeter lang und 7 bis 13-zählig unpaarig gefiedert. Weiterhin hat die Pflanze kurzlebige Nebenblätter.

Die kurz gestielten Fiedern sind fünf bis acht Zentimeter lang, glattrandig und haben eine längliche, elliptische Form. An der Basis sind sie keilförmig, vorn schlank zugespitzt und mitunter leicht buchtig gewellt. Die Endfiedern sind ein wenig größer als die Seitenfiedern und anfangs anliegend behaart, später werden sie völlig kahl.

Die einen bis zwei Zentimeter langen, sehr angenehm duftenden Blüten befinden sich in zahlreichen, langen hängenden Trauben an kurzen Trieben und erscheinen vor dem Laubaustrieb. Der Kelch ist glockig und hat fünf ungleich lange Zähne. Die Krone ist hellblau bis blauviolett, die Farbe weicht bei einigen Sorten aber ab. Die Flügel sind sichelförmig, das Schiffchen leicht aufgebogen. Die Pflanze blüht von Mai bis Juni, wobei alle Blüten eines Blütenstandes ungefähr gleichzeitig aufblühen.

Die samtig grau behaarten Früchte haben derbe Hülsen und sind zwischen den Samen verengt. Sie sind im Juli bis August reif.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Chinesische Wisteria ist ein sommergrüner, linkswindender Kletterstrauch mit verholzender Hauptachse und kann auch als kleiner Baum gezogen werden. Blattbewegungen sind durch Blattgelenke möglich. Es sind Wurzelknöllchen mit Stickstoff bindenden Bakterien vorhanden.

Die Blüten stehen in ziemlich dichtblütigen, hängenden Trauben; durch Drehung um 180° kommen die Blüten dort wieder in ihre Normallage. Die Blüten sind duftende „Schmetterlingsblumen mit Bürsteneinrichtung“. Der Nektar wird reichlich am Grunde der oben offenen Staubblattröhre abgesondert. Einziger, aber regelmäßiger Bestäuber ist bei uns die Große Holzbiene, Xylocopa violacea; andere Insekten können den Bürstenmechanismus nicht auslösen. Die Blühreife wird mit etwa 10 Jahren erreicht. Blütezeit ist von Mai bis Juni.

Die Hülsen haben je nur 1(-3) Samen. In Deutschland werden nur selten Früchte gebildet, aber es kann eine steigende Tendenz zum Fruchtansatz festgestellt werden. Mit einer Streuweite von bis zu 10 m erreichen die Hülsen als Austrocknungsstreuer bei uns einen Rekord. Die Früchte sind nur über den Samen aufgeblasen und springen auch nur dort auf. Die Fruchtreife wird von Juli bis August erreicht, aber als Wintersteher öffnen sich die Früchte erst im Frühjahr des nächsten Jahres.

Vegetative Vermehrung erfolgt durch oberirdische Ausläufer.

Giftigkeit[Bearbeiten]

Die Chinesische Wisteria ist giftig; giftige Pflanzenteile sind Wurzel, Zweige, Rinde, Früchte und besonders die Samen.

Hauptwirkstoffe: Wistarin, das ähnlich, aber nicht so stark wie das Cytisin des Goldregens wirken soll. Ferner ein giftiges Harz und in den Blättern Allantoinsäure.

Möglicherweise schwankt der Gehalt an Inhaltsstoffen je nach Standort und Jahreszeit.

Vergiftungserscheinungen: Magenbeschwerden, Erbrechen, Durchfall, weite Pupillen, manchmal Schlafsucht, Kreislaufstörungen, Kollaps. Schon 2 Samen sollen bei Kindern zu Vergiftungserscheinungen führen.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Chinesische Wisteria stammt ursprünglich aus Ostasien, insbesondere aus China und dort insbesondere aus den Provinzen Guangxi, Guizhou, Hebei, Henan, Hubei, Shaanxi und Yunnan. Sie ist heute aber auch in Europa und Nordamerika weit verbreitet

Chinesische Wisteria an einer Mauer

Die Pflanze bevorzugt feuchte Böden. Sie wächst auch im Schatten, blüht aber nur, wenn sie mindestens teilweise von der Sonne beschienen wird. Sie wird häufig in verschiedenen Sorten zur Bekleidung von Mauern, Fassaden oder Pergolen angepflanzt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Chinesische Wisteria kann mehr als 100 Jahre alt werden. Der Windungssinn der Pflanze ist genetisch festgelegt. Die wachsende Sprossachse führt deshalb in Wachstumsrichtung kreisende Bewegungen aus, immer gegen den Uhrzeigersinn.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruno P. Kremer: Steinbachs grosser Pflanzenführer. Ulmer (Eugen), Stuttgart 2005, ISBN 3-8001-4903-6.
  • R. Düll, H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Auflage. Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  • Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen Pflanzengifte. 6. Auflage. Nikol, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86820-009-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chinesische Wisteria – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien