Chlorfluorid

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Strukturformel
Struktur von Chlorfluorid
Allgemeines
Name Chlorfluorid
Andere Namen

Chlormonofluorid

Summenformel ClF
CAS-Nummer 7790-89-8
PubChem 123266
Kurzbeschreibung

farbloses Gas [1]

Eigenschaften
Molare Masse 54,451 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte
  • 2,23 g·l−1 (Gas bei 25 °C) [2]
  • 1,62 g·cm−3 (Flüssigk. bei −100 °C) [3]
Schmelzpunkt

−155,6 °C [2]

Siedepunkt

−101,1 °C [2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Chlorfluorid ist eine Interhalogenverbindung, die aus den Elementen Chlor und Fluor besteht. Wie die meisten Interhalogene und alle Chlorfluoride ist sie extrem reaktiv.[5] Entdeckt wurde sie 1928 von Otto Ruff.[1]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Chlorfluorid kann hergestellt werden, indem man ein Gemisch von elementaren Chlor und Fluor in Anwesenheit von Kupferspänen auf 250 °C erhitzt.[1]

\mathrm{ Cl_2 + F_2 \longrightarrow 2 \ ClF }

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von Chlortrifluorid mit Chlor.[6]

\mathrm{ ClF_3 + Cl_2 \longrightarrow 3 \ ClF }

Eigenschaften und Verwendung[Bearbeiten]

Als Feststoff und Gas ist Chlorfluorid farblos, als Flüssigkeit besitzt es eine fahlgelbe Farbe. Mit Wasser, Metallen und vielen organischen Verbindungen reagiert es stürmisch unter Feuererscheinung; Glas greift es unter Bildung explosiver Chloroxide an.[7] Chlorfluorid kann als mittelstarkes Fluorierungsreagens eingesetzt werden.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Arnold F. Holleman, Egon Wiberg, Nils Wiberg: Lehrbuch der anorganischen Chemie, 101. Auflage, Walter de Gruyter, 1995, ISBN 3-11-012641-9; Digitalisat bei Google Books.
  2. a b c Mary Lide, David R. Lide: CRC Handbook of Chemistry and Physics. 87. Ausgabe, CRC Press, 1998, ISBN 978-0-84930594-8, S. 4–58.
  3. a b J. E. Macintyre, F. M. Daniel, V. M. Stirling: Dictionary of inorganic compounds. CRC Press, 1992, ISBN 978-0-41230120-9, S. 2829.
  4. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  5. Chlorfluoride. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 26. Mai 2014.
  6.  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 166.
  7. Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Chlorfluoride im Lexikon der Chemie; abgerufen am 4. Juni 2009.