Clock DVA

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Clock DVA
Allgemeine Informationen
Genre(s) Industrial, Post-Punk, EBM, Ambient
Gründung 1978
Aktuelle Besetzung
* Adi Newton
  • Jane Radion Newton
Ehemalige Mitglieder
* Paul Baker

Clock DVA ist eine Band aus Sheffield, England, deren Name sich aus Anthony Burgess' A Clockwork Orange, sowie dem Zahlwort für „zwei“ („dva“) in den meisten slawischen Sprachen herleitet. Im Covertext des Albums Buried Dreams bezieht die Band das DVA auf das hebräische Wort avd (od) für die magische Zahl 11 in der Kabbalistik.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Die Band Clock DVA wurde 1978 von Adi Newton und Steven Turner gegründet, nachdem Adi Newton zuvor schon mit Martyn Ware (später The Human League und Heaven 17) in der Band The Future, sowie mit Mitgliedern von Cabaret Voltaire und Genesis P-Orridge (später Throbbing Gristle und Psychic TV) gespielt hatte.

Nach zwei selbst produzierten Cassetten („Fragment“ und „Deep Floor“) erschien mit der dritten Cassette „White Souls In Black Suits“ auf Genesis P. Orridges Label Industrial Records die erste kommerzielle Veröffentlichung von Clock DVA, welche noch stark von teilweise jazzigen Improvisationen, aber auch schon von Adi Newtons prägnanter Stimme geprägt war.

Im Anschluss an diese beiden Frühwerke erschien das erste reguläre Album „Thirst“, das sich weit oben in den britischen Independent-Charts platzieren konnte und sich bis heute fast 100.000 mal verkaufte.

Nach diesem Achtungserfolg unterzeichnete die Band einen hoch dotierten Vertrag bei Polydor und veröffentlichte 1982 das Album „Advantage“; allerdings ohne Steven Turner, der die Band mittlerweile verlassen hatte, dafür mit Paul Browse und Dean Dennis. Nach der Welttournee zu diesem Album kam es zur zwischenzeitlichen Auflösung der Band, da ausgerechnet Adi Newton die Band verließ und zusammen mit Robert Baker das Projekt The Anti Group ins Leben rief, um seine Visionen von experimenteller Musik zu verwirklichen. Erst 1987 versöhnte er sich mit Dennis und Browse und startete Clock DVA neu.

Der Stil von Clock DVA änderte sich nun deutlich. Das 1989 erschienene Album „Buried Dreams“ war rein elektronisch erzeugt, weniger experimentell und spiegelte Newtons Interesse für digitale Technologien wider. Auf diesem Album werden viele (Klang- wie Sprach-) Samples aus Filmen wie THX 1138, RoboCop oder Das Ding aus einer anderen Welt verwendet und verstärken die düstere Atmosphäre der Songs. Themen wie digitaler Terrorismus („The Hacker“) und repetitive Songstrukturen legen eine Beeinflussung durch die deutsche Band Kraftwerk - vor allem mit ihren Alben Die Mensch-Maschine und Computerwelt - nahe.

Kurz nach der Veröffentlichung von „Buried Dreams“ verließ Paul Browse die Band und gründete mit Johnny Klimek das Techno-Ambient Project Effective Force. Ersetzt wurde er von Robert Baker, der auch bis zum vorläufigen Schluss dabei blieb.

Das '92er Album „Man-Amplified“ war das erste Konzeptalbum von Clock DVA und schließt thematisch an die Single „The Hacker“ an. Der Stil von Buried Dreams wurde fortgeführt und verfeinert und repräsentiert auch musikalisch die hart-kühle digitale Ästhetik. Zusätzlich zur Musik gibt es für jeden Song des Albums im Booklet der CD ein von Adi Newton verfasstes Essay zur jeweiligen Thematik. Bei der anschließenden Tour präsentierten sich Clock DVA auch optisch analog zu Kraftwerk, da die statische Bühnenshow durch Projektionen von computeranimierten Videos untermalt wurde.

Das noch im selben Jahr erschienene Album „Digital Soundtracks“ ist deutlich ambient- oder trancelastiger als „Man-Amplified“ und stellt eine Sammlung von fiktiven, gesanglosen Filmmusiken dar. Laut dem Begleittext geht es auf Arbeiten während der Aufnahmen zu „Buried Dreams“ zurück. Die Textbeilage des Albums beruft sich auf den Schweizer Arzt Hans Jenny, den Schriftsteller Stéphane Mallarmé sowie die Beeinflussung des menschlichen Gehirns durch Mindmachines.

Während der Aufnahmen zu dem 93er Album „Sign“ verließ Dean Dennis die Band; Adi Newton und Paul Baker vollendeten das bislang letzte reguläre Clock DVA-Album als Duo. Dieses Album dreht sich um außerirdische Intelligenzen und ist stilistisch wieder näher an „Buried Dreams“, weniger kühl und deutlich eingängiger.

1994 erschien mit der Retrospektive und Mixcompilation der Jahre '89-'93 „Collective“ das für lange Zeit letzte Album.

Am 10. Juni 2011 traten Clock DVA in Leipzig beim Wave-Gotik-Treffen zum ersten Mal seit 1994 wieder auf.[1]

Im Sommer 2013 erschien mit „Post-Sign“ (welches bisher unveröffentlichte und unvollendete Instrumentalstücke enthält) ein Nachfolger für „Sign“; neueres Material sollte später 2013 als limitierte USB-Stick-Edition veröffentlicht werden.[2]

Diskografie[Bearbeiten]

  • Lomticks of Time (1978) Cassette
  • 2nd (1978) Cassette DVATION 01
  • Deep Floor (1979) Cassette DVATION 02
  • Fragment (1979) Cassette DVATION 03
  • White Souls In Black Suits (1980) Cassette Industrial Records IRC31
  • Thirst (1980) LP Fetish Records FR2002
  • Advantage (1982) LP Polydor POLS 1082
  • White Souls in Black Suits (re-released 1982) LP Italian Records EX24
  • Advantage (re-released 1989) CD Interfisch 01706-10
  • Buried Dreams (1989) CD Interfisch 01717-26; CD Wax Trax! WAXCD 7094; CD Contempo CONTEDISC 193
  • White Souls in Black Suits (re-released 1990) LP Italian Records EX24
  • Transitional Voices (live; 1990) CD Interfisch Records 01718-26; CD Contempo CONTEDISC 194
  • Man-Amplified (1991) CD Contempo CONTEDISC 182
  • White Souls In Black Suits (re-released 1992) CD Contempo CONTEDISC 157
  • Advantage (re-released 1992) CD Contempo CONTEDISC 191
  • Thirst (re-released 1992) CD Contempo CONTEDISC 192
  • Digital Soundtracks (1992) CD Contempo CONTE 217
  • Sign (1993) CD Contempo CONTE 225CD
  • Collective (1994) CD Cleopatra CLEO94822; CD Sub/Mission CDWHIP003-166700003-2; CD Hypnobeat/SPV 04632
  • Collective (1994) 3CD-Box Hyperium/Sub-Mission 391010629
  • Kinetic Engineering (1993) VHS Contempo (201); STUD!O K7 (018)
  • Horology (2012) Vinyl-on-Demand VOD96
  • Post-Sign (2013) CD ANTERIOR RES. /Cargo Records 64215

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wave Gotik Treffen 2011. www.gungirl.de. 15. Juni 2011. Abgerufen am 7. Juli 2011.
  2. Sonic Seducer:"Clock DVA - Das erste neue Material seit 1993 erscheint in Kürze". www.sonic-seducer.de. 29. Mai 2013. Abgerufen am 17. August 2013.

Weblinks[Bearbeiten]