Completely Knocked Down

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Der Begriff Completely Knocked Down (CKD) stammt aus der Automobilindustrie und bezeichnet eine besondere Form der Herstellung und der Vermarktung von Fahrzeugen. Der Automobilhersteller exportiert ein noch nicht gefertigtes Fahrzeug in der Form von Einzelteilen, das in dem jeweiligen Importland zu einem fahrfähigen Fahrzeug zusammengesetzt und dort verkauft wird. Neben Einzelteilen werden auch teilweise vorgefertigte Fahrzeuge als Semi-Knocked-Down (SKD) oder als Medium-Knocked-Down (MKD) exportiert.[1]

Hauptgrund für den CKD-Export sind zumeist hohe Einfuhrzölle für komplette Endprodukte, wohingegen teilzerlegte oder komplett zerlegte Endprodukte oft deutlich niedriger verzollt werden. Ein weiterer Grund ist der Start einer lokalen Produktion vor allem in Schwellenländern. Zum einen bleiben für den investierenden Hersteller die Investitionen auf dem neuen Markt überschaubar, da anspruchsvolle und aufwendig herstellbare bzw. beschaffbare Bauteile importiert werden. Zum anderen können die lokalen Kräfte über die Endmontage das Produkt gut kennenlernen und mit steigendem Lern- und Entwicklungsgrad sukzessive weitere Arbeitsinhalte verrichten.[2] Ein weiterer Grund ist die Herstellung oder Beschaffung von bestimmten Teilen im Importland. Dieser Teilumfang wird auch "local content" oder "national content" genannt. Dadurch wird ein Teil der Wertschöpfung in dem jeweiligen Land erbracht und zugleich eine nationale Zulieferindustrie mit eigenem Produktionswissen aufgebaut. Der Anteil und die Steigerung des 'local content' im Laufe der Zeit ist oft ein Bestandteil der CKD-Verträge (s.Local-Content-Klausel).

CKD-Zerlegungsgrad[Bearbeiten]

Der CKD-Zerlegungsgrad gibt an, in welchem Umfang und welcher Detaillierung (bis zu welcher Baugruppe) ein Produkt bereits zusammengebaut und dann versendet wurde. So kann bei einem Fahrzeug die Karosserie entweder aus einzelnen Teilen und bereits verschweißten Baugruppen versandt und in einem CKD-Montagewerk zusammengebaut werden, oder die lackierte Rohkarosse wird als Ganzes ex- bzw. importiert wird. Im letzteren Fall spricht man auch von SKD- oder MKD-Fahrzeugen. Dadurch spart man die Investition für einen lokalen Karosseriebau und die Lackieranlage, welche die größten Investitionen im Automobilbau darstellen. Ein Beispiel ist der MAN Lion’s Coach, dessen Karosserie aus dem Werk in Ankara (Türkei) unter anderem nach Santiago de Querétaro (Mexiko) exportiert wird und dort für den lokalen Vertrieb auf ein lokal gefertigtes CKD-Chassis montiert wird.

Werden Fahrzeuge vollständig im Herkunftsland gefertigt oder werden nur Details in der Produktion ausgelassen, spricht man dagegen von CBU-Fahrzeugen (Completely Built Up) bzw. FBU-Fahrzeugen (Fully Built Up). Nur in Ausnahmefällen wird ein fertiggestelltes Fahrzeug teilweise wieder demontiert. Ein Beispiel ist der Kleintransporter Mercedes-Benz Sprinter, der für den Vertrieb in den USA zwar vollständig in Deutschland (Düsseldorf und Ludwigsfelde) gebaut wird, jedoch ohne die markentypischen Details. Er wird ohne Kühlergrill, Lenkrad und Beschriftungen produziert, vor dem Versand wieder in vier bis fünf Teilegruppen zerlegt und vor Ort von der ebenfalls zum Daimler-Konzern gehörenden Firma Freightliner wieder zusammengebaut, mit Freightliner-Insignia versehen und lokal als Freightliner Sprinter vertrieben.

Fahrzeuge, die bereits mit Blick auf eine CKD-Fertigung entwickelt wurden, finden sich – zumeist als so genannte Weltautos – z. B. in den Programmen von Fiat (Palio, Siena), Škoda (Fabia) und Dacia (Logan).

CKD-Bestellung, -Verpackung, -Abwicklung und -Belieferung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Arten der CKD-Bestellung, -Abwicklung und -Belieferung[3].

  1. der CKD-Fahrzeugsatz:
    Hier wird mit einer einzigen CKD-Fahrzeugnummer ein (mehr oder weniger) vollständiges Fahrzeug bestellt, für das dann die jeweiligen Teile und Baugruppen geliefert werden. Anhand der CKD-Fahrzeugnummer kann man erkennen, welche Teile und Baugruppen in dem CKD-Montagewerk zusammengebaut werden müssen. Der CKD-Partner kann dann unter derselben CKD-Fahrzeugnummer die noch fehlenden 'lokalen' Teile (local content) beschaffen.
  2. der CKD-Teilesatz:
    Hier werden mit einer CKD-Satznummern nur bestimmte Teile-/Ausstattungsumfänge (für ein zu komplettierendes Fahrzeug) bestellt. Dadurch können unterschiedliche Fahrzeugausführungen eines CKD-Fahrzeuges in einem CKD-Montagewerk hergestellt werden.
  3. der gemischte CKD-Fahrzeug/-Teilesatz:
    Hier werden zu einem CKD-Fahrzeugsatz die abweichenden Teileumfänge der Ausstattungsvarianten mit den entsprechenden CKD-Satznummern mitbestellt. Dadurch können die unterschiedlichen Fahrzeugausführungen mit einem Bestellsatz bestellt und geliefert werden. Die Teile zum CKD-Fahrzeugsatz bilden quasi das Grundfahrzeug, das mit den Teilen der CKD-Teilesätze zu dem jeweiligen Fahrzeugmodell im CKD-Montagewerk zusammengebaut werden.

Die Teile und Baugruppen eines CKD-Fahrzeugs bzw. eines CKD-Teilesatz werden aus Kosten-, Transport- und Abwicklungsgründen bei der Belieferung häufig zu 6-, 12- oder 24-Losgrößen zusammengefasst. Die gesamte CKD-Abwicklung, die Verpackung und Transportbehälter, die Anlieferung, Bereitstellung und Montage ist dann genau auf diese Losgröße abgestimmt.

Quellen[Bearbeiten]

  1. vgl. R. Schulz, F. Hesse: Das Produktionsnetzwerk des VW-Konzerns ... Gabler Verlag, Wiesbaden 1999, ISBN 3-8349-1085-6, S. 224 ff.
  2. W. Herlyn: PPS im Automobilbau. Hanser Verlag, München 2012, ISBN 978-3-446-41370-2, S. 71.
  3. Vgl. R. Schulz, F. Hesse: Das Produktionsnetzwerk des VW-Konzerns ... Gabler Verlag, Wiesbaden 1999, ISBN 3-8349-1085-6, S. 226.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilmjakob Herlyn: PPS im Automobilbau - Produktionsprogrammplanung und -steuerung von Fahrzeugen und Aggregaten. Hanser Verlag, München 2012, ISBN 978-3-446-41370-2. (Abstract)
  • Rudolf Schulz, Frank Hesse: Das Produktionsnetzwerk des VW-Konzerns und die Versorgung der Überseewerke. In: Ingrid Göpfert (Hrsg.): Logistik der Zukunft. 1. Auflage. Gabler Verlag, Wiesbaden 1999, ISBN 3-8349-1085-6, S. 211 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]