Dargocice

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Dargocice (deutsch Eickstedtswalde) ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Gościno (Groß Jestin) im Powiat Kołobrzeski (Kreis Kolberg) der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 20 Kilometer südlich von Kołobrzeg (Kolberg) und 95 Kilometer nordöstlich der regionalen Metropole Stettin (Szczecin). Das Dorf befindet sich am Ostufer des langgestreckten Kämitz-Sees, unweit des Südzipfels dieses Sees.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet des späteren Eickstedtswalde gehörte zum Rittergut Wartekow, das 1828 von Heinrich von Eickstedt aus der pommerschen uradligen Familie Eickstedt erworben wurde. Bereits 1829 ließ dieser Wald roden und begann mit dem Bau eines neuen Gutshofes, der 1834 den Namen Eickstedtswalde erhielt und sein Wohnsitz wurde. 1840 trennte er Eickstedtswalde zusammen mit dem Vorwerk Klein Vorbeck vom Wartekow ab. Die neue Einheit wurde durch den König zum landtagsfähigen[1] Rittergut bestimmt.

1895 erhielt Eickstedtswalde einen Haltepunkt an der Strecke Groß Jestin–Stolzenberg der Kolberger Kleinbahn.

1928 wurde Eickstedtswalde an die Gemeinnützige Kreissiedlungsgesellschaft Kolberg verkauft, die das Gut aufteilte und Bauern ansiedelte.

Eickstedtswalde bildete zunächst einen eigenen Gutsbezirk. Mit der Auflösung der Gutsbezirke in Preußen wurde Eickstedtswalde 1929 für kurze Zeit in die Landgemeinde Wartekow eingemeindet. Wegen der Aufsiedlung des Gutes wurde dann aber eine eigene Landgemeinde Eickstedtswalde gebildet, zu der neben Eickstedtswalde selber und dem bisherigen Vorwerk Klein Vorbeck auch das südlich davon gelegene Dorf Groß Vorbeck gehörte. Die Landgemeinde Eickstedtswalde gehörte zum Landkreis Kolberg-Körlin im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Mai 1945 von der Roten Armee besetzt und anschließend zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Die deutsche Bevölkerung wurde in der Folgezeit vertrieben. Spätestens seit dem deutsch-polnischen Grenzvertrag gehört das Gebiet zu Polen.

Verwaltungsstruktur[Bearbeiten]

Das Dorf bildet ein Schulzenamt in der Stadt- und Landgemeinde Gościno (Groß Jestin) im Powiat Kołobrzeski (Kreis Kolberg) der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Zu dem Schulzenamt gehören auch die südlich des Dorfes gelegenen Orte Wierzbka Dolna (Groß Vorbeck) und Wierzbka Górna (Klein Vorbeck).[2]

Entwicklung der Einwohnerzahlen[Bearbeiten]

  • 1855: 166[3]
  • 1867: 140[3]
  • 1895: 135[3]
  • 1910: 136[3]
  • 1925: 170[3]
  • 1933: 240 (Landgemeinde)[3]
  • 2010: 179 (Schulzenamt)[2]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Vollack: Das Kolberger Land. Seine Städte und Dörfer. Ein pommersches Heimatbuch. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, ISBN 3-88042-784-4, S. 183–193.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 318-319.
  2. a b Website der Gemeinde Gościno, Liczba stałych mieszkańców Gminy, abgerufen am 2. Dezember 2011.
  3. a b c d e f Manfred Vollack: Das Kolberger Land. Seine Städte und Dörfer. Ein pommersches Heimatbuch. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, ISBN 3-88042-784-4, S. 186.

53.997515.6425Koordinaten: 54° 0′ N, 15° 39′ O