David Alfaro Siqueiros

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David Alfaro Siqueiros,
Lecumberri, 1960.
Foto: Héctor García Cobo
Wandgemälde Die neue Demokratie (1945) im Palacio de Bellas Artes, Mexico City

David Alfaro Siqueiros (* 29. Dezember 1896 in Chihuahua; † 6. Januar 1974 in Mexiko-Stadt) war ein mexikanischer Maler und Grafiker.

Leben[Bearbeiten]

Siqueiros begann zunächst 1912/1913 seine künstlerische Ausbildung an der Academia de San Carlos in Mexiko-Stadt. Zu dieser Zeit befand sich Mexiko im Bürgerkrieg der Mexikanischen Revolution. Ab 1914 kämpfte Siqueiros in der Armee der Konstitutionalisten. 1918 wurde er als Militärattaché nach Europa geschickt, lernte in Paris den Maler Diego Rivera kennen und entwickelte mit ihm die Grundgedanken des Muralismus, eine besondere Schule der Wandmalerei, die sich auf indigene mexikanische wie auch europäische Traditionen beruft.

Nach der Rückkehr nach Mexiko Anfang der 1920er Jahre bekam Siqueiros wie auch andere Maler aus der Gruppe der Muralisten (Diego Rivera, José Clemente Orozco) erste Aufträge zur Ausmalung großer Wandflächen im öffentlichen Raum. Die ersten Wandbilder entstanden 1923 in der Escuela Nacional Preparatoria (Die Elemente und Die Mythen).

Siqueiros war, ebenso wie Rivera, zeit seines Lebens überzeugter Kommunist und Revolutionär, viele seiner Gemälde sind ein engagiertes Zeugnis gegen Unterdrückung und Ausbeutung und glorifizieren die Mexikanische Revolution.

Siqueiros politischer Aktionismus blieb allerdings nicht ohne Abwege: Im Jahre 1940 führte er eine Verschwörung zur Ermordung des seit 1937 im mexikanischen Exil lebenden Leo Trotzki an. Trotzki war in den 1930er Jahren der prominenteste Kritiker des diktatorischen Systems Stalins und war in Mexiko in einem unter Vorsitz von John Dewey geführten „Gegenprozess“ zu den Moskauer Schauprozessen aufgetreten; Siqueiros dagegen war in dieser Zeit überzeugter Stalinist. Trotzki überlebte den Überfall auf sein Haus und entkam den Maschinengewehrsalven, indem er sich unter seinem Bett in Deckung brachte – drei Monate später jedoch wurde er vom stalinistischen Agenten Ramón Mercader ermordet.

Siqueiros verbrachte wegen dieses Attentats wenige Monate im Gefängnis und wurde dann mehrere Jahre aus Mexiko ausgewiesen. Er erhielt bis zu seinem Tode Aufträge für bedeutende öffentliche Gebäude in Mexiko, etwa im Castillo de Chapultepec, dem ehemaligen Präsidentenpalast, und dem Palacio de Bellas Artes, wo seine Werke bis heute zu sehen sind.

Siqueiros wirkte nicht nur in Mexiko, sondern war von 1932 bis 1933 auch Professor an der Chouinard School of Art in Los Angeles und arbeitete 1941 in der Stadt Chillán in Chile. Dort sind bis heute seine Wandmalereien (Murales) in der Bibliothek einer Schule, der Escuela República de México, die nach dem Erdbeben vom 24. Januar 1939 vom Volk und der Regierung von Mexiko gestiftet worden war, zu sehen. Siqueros war Mitglied der Academia de Artes[1]. Er war verheiratet mit Angélica Arenal, der Schwester von Luis Arenal.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Academia de Artes: Escultura – David Alfaro Siqueiros

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: David Alfaro Siqueiros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien