Kunsthaus Zürich

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Kunsthaus Zürich, vom Heimplatz aus gesehen (2007)
Kunsthaus Zürich, vom Heimplatz aus gesehen (um 1920)

Das Kunsthaus Zürich ist ein Schweizer Kunstmuseum in unmittelbarer Nähe des Schauspielhauses am Zürcher Heimplatz.

Baugeschichte[Bearbeiten]

1787 traf sich erstmals jener Kreis von Künstlern und Liebhabern, aus dem die Zürcher Kunstgesellschaft hervorging. 1910 wurde der Museumsbau eröffnet, Architekt war Karl Moser. Seither wurde der Bau mehrfach erweitert und von 2001 bis 2005 komplett saniert.

Bis 2017 wird ein Erweiterungsbau mit einer Nutzfläche von 13000 Quadratmetern entstehen, der einer Vergrösserung des Kunsthauses um mehr als 80 Prozent entspricht. Eine Jury unter dem Vorsitz von Walter Kielholz, dem Präsidenten der Zürcher Kunstgesellschaft, entschied sich für das britische Architekturbüro von David Chipperfield. Der Erweiterungsbau wird dem Kunsthaus Zürich ermöglichen, 20 statt bisher 10 Prozent seiner Sammlung sowie mehrere Wechselausstellungen parallel zeigen zu können. Darüber hinaus entsteht mit dem Zuzug der Stiftung Sammlung E. G. Bührle, für die rund zwölf Prozent der Nutzfläche des Neubaus vorgesehen sind, ein neuer Sammlungsschwerpunkt französischer Impressionismus. Der Zürcher Gemeinderat (Stadtparlament) billigte am 4. Juli 2012 den zu einem grossen Teil aus Steuergeldern zu finanzierenden Erweiterungsbau[1][2], die Volksabstimmung am 25. November desselben Jahres ergab ebenfalls ein zustimmendes Resultat.[3] Private Gönner und Sponsoren steuern CHF 88 Mio. zu den Gesamtkosten von CHF 206 Mio. bei.

Sammlung[Bearbeiten]

Heute beherbergt das Kunsthaus Zürich eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Schweiz und präsentiert attraktive Ausstellungen. Seine hochkarätige Sammlung reicht vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart:

Zu den internationalen Schwerpunkten gehören die grösste Munch-Sammlung ausserhalb Norwegens sowie die bedeutendste und umfangreichste Werksammlung Alberto Giacomettis. Weiter finden sich im Kunsthaus Bilder von Pablo Picasso, Claude Monet, Marc Chagall, Vincent van Gogh und der Expressionisten Oskar Kokoschka, Max Beckmann und Lovis Corinth. Neben der fast schon klassisch zu nennenden Pop Art (z. B. Andy Warhol oder Richard Hamilton) sind u. a. Arbeiten von Mark Rothko, Mario Merz, Cy Twombly, Joseph Beuys und Georg Baselitz vertreten.

Mittelalterliche Skulpturen und Tafelbilder (z. B. von Hans Leu dem Älteren) sowie Gemälde des niederländischen und italienischen Barock (z. B. Domenichino und Rembrandt van Rijn) gehören ebenso zur Sammlung wie Höhepunkte der Schweizer Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts von Johann Heinrich Füssli, Giovanni Segantini, Ferdinand Hodler oder Félix Vallotton. Auch Zürcher Konkrete (z. B. Max Bill, Fritz Glarner, Verena Loewensberg) und zeitgenössische Schweizer Künstler wie Pipilotti Rist und Peter Fischli / David Weiss sowie Fotografie und Installationen sind vertreten.

Zum Ausstellungskonzept gehört seit 2006 auch die Vorstellung bedeutender Privatsammlungen, zunächst unter dem Titel Fest der Farbe die Sammlung Merzbacher, 2010 die Sammlung Emil Georg Bührle und 2012 The Nahmad Collection aus dem Besitz der Kunsthändlerfamilie Nahmad.

Es finden regelmässig Veranstaltungen statt, an denen das Museum mit Workshops, Performances, Musik und Führungen einen Blick hinter die Kulissen bietet.

Leitung[Bearbeiten]

Die Leitung des Zürcher Kunsthauses hat Christoph Becker. Vize-Direktor ist Finanzchef Hans Peter Meier. Zu den Kuratoren zählen Philippe Büttner, Bice Curiger, Mirjam Varadinis und Bernhard von Waldkirch (Stand 2013).

Galerie[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kunsthaus Zürich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kunsthaus-Erweiterung auf der Website des Kunsthauses Zürich, abgerufen am 3. August 2012.
  2. Zürich stimmt ab, Kunsthaus-Erweiterung Zürich, 25. November 2012 (PDF; 1,7 MB)
  3. Kunsthaus-Erweiterung: Zürcher sagen Ja zum Ausbau. In: Tages-Anzeiger vom 26. November 2012, abgerufen am 26. November 2012.

47.3702777777788.5480555555556Koordinaten: 47° 22′ 13″ N, 8° 32′ 53″ O; CH1903: 683794 / 247196