Der Haustyrann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Der Haustyrann
Der Haustyrann Logo 001.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1959
Länge 86 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Hans Deppe
Drehbuch Werner P. Zibaso
Produktion Walter Traut
Musik Raimund Rosenberger
Joseph Niessen (Lieder)
Bruno Balz (Liedtexte)
Kamera Oskar Schnirch
Schnitt Werner Preuss
Besetzung

Der Haustyrann, auch Der Haus-Tyrann, ist ein deutscher Schwarzweißfilm aus dem Jahr 1959.[1] Regie führte Hans Deppe, das Drehbuch schrieb Werner P. Zibaso nach dem Bühnenstück bzw. der Komödie Das Ekel von Toni Impekoven und Hans Reimann. Die Hauptrolle der Filmkomödie übernahm Heinz Erhardt. An seiner Seite agiert Grethe Weiser.

Handlung[Bearbeiten]

Der Kaffeehausbesitzer Paul Perlacher ist ein richtiges Ekel. Er tyrannisiert nicht nur seine Familie (Schwester Trude, Tochter Inge, Sohn Alex), sondern auch seine Mieterin, die Klavierlehrerin Amalie Hartung, deren Neffen Hannes und die Klavierschüler. Perlacher will seine ebenfalls recht resolute Mieterin wegen Ruhestörung unbedingt zum Auszug bewegen und zerrt sie sogar vor Gericht – allerdings ohne Erfolg. Selbst die Gäste in dem von ihm betriebenen Kaffeehaus haben unter den Wutausbrüchen des Pedanten zu leiden und kommen nicht wieder. Zu allem Überfluss verliebt sich Perlachers Tochter auch noch in den Neffen der „rebellischen“ Mieterin. Beide spielen überdies in derselben Jazzband.

Perlacher ist unbelehrbar, bis er wegen Beleidigung eines Polizeibeamten (das berühmte Goethe-Zitat aus Götz von Berlichingen) selbst vor dem Kadi landet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird. Da sich seine Mieterin Amalie in der Gerichtsverhandlung unerwartet, dabei den Richter beleidigend, für Perlacher einsetzt, wird diese ebenfalls zu einer mehrtägigen Gefängnisstrafe verurteilt. Beide werden am selben Tag entlassen und begeben sich versöhnt in das Kaffeehaus von Perlacher. Dort haben sich Tochter Inge und ihr Verehrer Hannes Hartung in der Zwischenzeit des verwaisten Lokals angenommen und sind dabei, es zu modernisieren und zu einer Lokalität mit Tanz- und Musikeinlagen ihrer Band umzufunktionieren. Perlacher ist zunächst pessimistisch, nachdem der Betrieb dort aber gut anläuft, steht der allgemeinen Versöhnung nichts mehr im Wege.

Filmmusik[Bearbeiten]

Willy Hagara singt den Charleston-Schlager:

Es kann im Frühling sein, Sommer sein, Winter sein. Es kann am Morgen sein, Mittag sein, Abend sein. Für schöne Frauen hab' ich immer Zeit. Für schöne Frau'n ist mir kein Weg zu weit. Es kann 'ne Schwarze sein, Blonde sein, Rote sein. Sie muss nur zärtlich sein und sie muss alleine sein.

Außerdem ist der Sänger mit dem Lied Man lebt nur einmal zu hören.

Produktionsnotizen[Bearbeiten]

Auf einer Litfaßsäule, an der sich Perlacher und seine Mieterin treffen, klebt ein Plakat, das unter anderem die Namen der Schauspieler Carl Heinz Schroth und Heli Finkenzeller zeigt, die beide in diesem Film nicht mitwirken. Für welches Bühnenstück oder welchen Film es wirbt, ist nicht erkennbar.

Der Film wurde erstmals am 29. Januar 1959 in Karlsruhe im Pali aufgeführt.[1][2]

DVD[Bearbeiten]

Der Film ist am 24. Februar 2004 bei Kinowelt Home Entertainment auf DVD erschienen. Am 9. Dezember 2012 wurde er zudem auf der DVD Heinz Erhardts größte Filmhits veröffentlicht und am 17. März 2011 auf der DVD Heinz Erhardt - Schelm-Edition.[3]

Kritik[Bearbeiten]

„Ein harmlos erheiternder Unfug, ganz zugeschnitten auf den famos spielenden Heinz Erhardt. Der kontrastreiche, schnelle Szenenwechsel erhöht die Freude am drolligen Spiel, das jedoch zunehmend alberner wird.“

Lexikon des internationalen Films[4]

Der Kritiker Norbert Wiesner schrieb in seiner Kritik für das Film-Echo am 14. Februar 1959: „Bei aller Wertschätzung des Komikers Heinz Erhardt muß vermerkt werden, daß sein darstellerisches Volumen nicht ausreicht, um genau das Gegenteil von dem zu spielen, was er ist. Sein Kompromiß aus angeborenem Frohsinn und filmbefohlenem ‘Ekel’ hat das Odeur einer schmollenden, permanent beleidigten Leberwurst. Erhardt atmet hörbar auf, als er am Schluß den guten Kern des Herrn Perlacher zum Vorschein bringen darf.“[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Der Haustyrann bei filmportal.de
  2. Karlsruhe Palast-Theater bei kinowiki
  3. Blu-Ray Der Haustyrann DVDs
  4. Der Haustyrann im Lexikon des Internationalen Films
  5. Norbert Wiesner: Der Haustyrann Filmkritik im Film-Echo 14. Februar 1959.