Grün ist die Heide (1951)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Grün ist die Heide
Grün ist die Heide 1951 Logo 001.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1951
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 12 (heute 6)
Stab
Regie Hans Deppe
Drehbuch Bobby E. Lüthge nach Motiven von Hermann Löns
Produktion Berolina Filmproduktion GmbH, Berlin, (Kurt Ulrich)
Musik Alfred Strasser
Kamera Kurt Schulz
Schnitt Hermann Ludwig
Besetzung

Grün ist die Heide von Regisseur Hans Deppe aus dem Jahr 1951 ist der Inbegriff des Heimatfilms. Es handelt sich um eine zeitbezogene Adaption des gleichnamigen Films von 1932, bei dem Hans Behrendt Regie führte. Die Außenaufnahmen entstanden in der Lüneburger Heide und in der Ortschaft Bleckede bei Lüneburg. In Hannover erfolgte die Uraufführung am 14. November 1951.

Handlung[Bearbeiten]

Der Zuschauer erlebt frühzeitig den ehemaligen Rittergutsbesitzer Lüder Lüdersen als Wilderer. Lüdersen hat es nach seiner kriegsbedingten Flucht aus dem Osten zusammen mit seiner Tochter Helga in die Lüneburger Heide verschlagen, wo er jetzt bei seinem Cousin als Verwalter lebt.

Der neue Förster Walter Rainer ist entschlossen, dem gefährlichen Wilderer auf die Spur zu kommen. Bei seinen Streifzügen lernt er Helga Lüdersen kennen und verliebt sich in sie. Da erscheint der Wilderer, doch Helga hindert den Förster, auf ihn zu schießen.

Sie hat ihren Vater bereits als Wilderer erkannt. Es war der Verlust der geliebten Heimat, der Lüdersen zum Wilderer werden ließ. Er will mit Rücksicht auf seine Tochter jedoch nicht mehr wildern. Als ein Gendarm erschossen wird, fällt der Verdacht auf ihn, doch Lüdersen kann seine Unschuld beweisen. Helga bittet ihn eindringlich, mit ihr in die Stadt fortzuziehen. Schweren Herzens erklärt er sich damit einverstanden.

Während im Ort ein Volksfest gefeiert wird und Polizei die Heide durchstreift, kommt es zur Entscheidung. Lüdersen trifft bei seinem letzten Spaziergang durch die Heide auf einen anderen Wilderer und wird im Kampf mit ihm verwundet. Der Förster und die Polizei aber können ihn retten und seinen Gegner, den gesuchten Mörder des Gendarmen, festnehmen. Somit steht auch dem Glück Helgas mit dem Förster nichts mehr im Wege. Als zweites Paar finden sich der Amtsrichter und die Zirkusreiterin Nora, die eigentlich nach Amerika wollte.

Lieder[Bearbeiten]

Weiteres[Bearbeiten]

Mit etwa 16 Millionen Kinozuschauern wurde Grün ist die Heide zu einem der erfolgreichsten deutschen Kinofilme und gilt nach der im Vorjahr entstandenen reinen Operettenverfilmung Schwarzwaldmädel (1950) aufgrund der erstmals geleisteten Förderung durch das Bundesinnenministerium als erster Heimatfilm. Nach der Kriegszeit, den ernüchternden Trümmerfilmen und der Flut amerikanischer Produktionen kam er den in der Bevölkerung weit verbreiteten Sehnsüchten nach Harmonie und privatem Glück entgegen. In der Erstverfilmung von 1932 verlor der Gutsbesitzer sein Gut und seine Jagdgründe aus finanziellen Gründen. Drehbuchautor Lüthge machte nun aus ihm einen heimatvertriebenen Ostpreußen, was wesentlich zum großen Erfolg dieses Filmes beitrug, verstärkt durch die Darbietung von Riesengebirglers Heimatlied. In ganz besonderer Weise sprach der Film damit natürlich vielen Menschen aus der Seele, die durch den Zweiten Weltkrieg und Vertreibung ihre Heimat verloren hatten. Ansprechend war auch, gerade für die noch immer von Bombenruinen umgebenen Städter, die farbige Darstellung der ungetrübten Naturidylle der Lüneburger Heide, in der die Handlung spielt. Damit folgt der Film Motiven des „Heidedichters“ Hermann Löns (1866-1914).

Die Außenaufnahmen entstanden u.a. auf dem Schützenplatz und vor dem Schloss in Bleckede.

Kritiken[Bearbeiten]

  • „Auch bei der x-ten Wiederholung auf der Mattscheibe bringt die Heimatschnulze um ein Flüchtlingsmädchen und einen Förster immer wieder traumhafte Einschaltquoten.“ (Heyne Filmlexikon, 1996)
  • „Einer der ersten und geschäftlich erfolgreichsten deutschen ‚Heimatfilme‘ der Nachkriegszeit. Inhalt: Förster und vornehmer Wilderer, Flüchtlingsschicksal, Trachtenfest und zur Belustigung drei alberne Landstreicher. Gekünstelt und lebensfern.“6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage, Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 172
  • „Der Film klingt in der geselligen Runde eines schlesischen Vertriebenenverbandes aus, der voll Inbrunst und wehmütiger Sehnsucht nach der guten alten Zeit ‚Riesengebirglers Heimatlied‘ zum Besten gibt, anstatt darüber nachzudenken, warum man als versammelte Festgesellschaft nicht auf der Schneekoppe, sondern dröge trauernd in der flachen Heide herumhängt.“Das große TV Spielfilm Filmlexikon. Digitale-Bibliothek-Sonderband (CD-ROM-Ausgabe). Directmedia, Berlin 2006, ISBN 3-89853-036-1, S. 5234
  • „Ein kitschiges Heidepostkarten-Album, das sich zur Stimmungsmache schmalziger Lieder von Hermann Löns und des Riesengebirgsliedes bedient.“ (Filmdienst)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1952: Sonderpreis der Fachzeitschrift Filmblätter als meistterminierter Spielfilm 1952
  • 1953: Bambi als geschäftlich erfolgreichster deutscher Film 1952

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmausschnitt: Grün ist die Heide - gesungen von Kurt Reimann

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Bliersbach: So grün war die Heide. Der deutsche Nachkriegsfilm in neuer Sicht. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1985. ISBN 3-407-85055-7

Weblinks[Bearbeiten]