Der Hund der Baskervilles (1981)

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Hund der Baskervilles
Originaltitel Приключения Шерлока Холмса и доктора Ватсона: Собака Баскервилей (Prikljutschenija scherloka cholmsa i doktora watsona: sobaka baskerwilej)
Produktionsland Sowjetunion
Originalsprache Russisch
Erscheinungsjahr 1981
Länge ca. 147 Minuten
Stab
Regie Igor Maslennikow
Drehbuch Igor Maslennikow
Juri Weksler
Musik Wladimir Daschkewitsch
Kamera Dmitri Dolinin
Wladimir Iljin
Besetzung

Die Abenteuer von Sherlock Holmes und Doktor Watson: Der Hund der Baskervilles (russ: „Приключения Шерлока Холмса и доктора Ватсона: Собака Баскервилей“) ist der dritte Teil des sowjetischen TV-Mehrteilers Die Abenteuer von Sherlock Holmes und Dr. Watson, die auf Krimigeschichten über Sherlock Holmes von Arthur Conan Doyle basiert. Der Hund der Baskervilles ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans des englischen Schriftstellers.

Handlung[Bearbeiten]

In der englischen Grafschaft Devonshire ist der Besitzer des Schlosses von Baskerville Hall, Sir Charles Baskerville, unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Obwohl er eines natürlichen Todes gestorben zu sein scheint, wurden neben der Leiche große Spuren eines unbekannten Wesens entdeckt. Da in Kürze der Neffe und einzige Erbe des Verstorbenen, Sir Henry Baskerville, aus Amerika eintreffen soll, macht sich der Familienarzt Dr. Mortimer Sorgen um seine Sicherheit. Er sucht Sherlock Holmes und Dr. Watson auf und erzählt ihnen über den alten Fluch vom riesigen Hund in den Torfmooren von Dartmoor, der einst den lasterhaften Vorfahren der Baskervilles, Sir Hugo, tötete. Als Henry Baskerville eintrifft, wird sofort klar, dass Mortimers Befürchtungen nicht grundlos waren: Mal verschwindet einer von Henrys Schuhen, mal bekommt er ein aus einer Zeitung ausgeschnittenes Warnschreiben, und mal stellen Holmes und Watson fest, dass Sir Henry von einem mysteriösen Mann in einem Cab verfolgt wird.

Holmes schickt Watson nach Dartmoor mit dem Auftrag, Sir Henry zu bewachen und ihm Bericht zu erstatten. Die trostlose Gegend von Dartmoor bedrückt die beiden sehr. Während Henry davon träumt, Elektrizität nach Baskerville Hall zu leiten, lernt Watson die Bewohner von Dartmoor kennen: darunter den Naturwissenschaftler und Entomologen Jack Stapleton mit seiner Schwester Beryl, den kauzigen Frankland sowie den Butler John Barrymore mit seiner Frau Eliza. Insbesondere der Letztere führt sich sehr geheimnisvoll auf und macht sich schnell verdächtig. Nachdem Watson und Henry Barrymore dabei erwischen, wie er Leuchtsignale aufs Moor hinaussendet, stellen sie ihn zur Rede. Es stellt sich heraus, dass der Bruder von Eliza der geflohene Sträfling Seldon ist und sich auf den Mooren versteckt. Doch er ist nicht der Einzige: Watson bekommt von Frankland einen Tipp, dass noch jemand in den verlassenen Schäferhütten hausen soll.

Watson begibt sich in die Hütte und stellt fest, dass es Sherlock Holmes ist, der ihn die ganze Zeit unbemerkt überwachte, um den wahren Täter ungehindert zu ermitteln. Er stellt fest, dass der Insektenliebhaber Stapleton in Wirklichkeit ein weiterer Nachfolger der Baskervilles ist und versucht, seine Konkurrenten um die Erbschaft aus dem Weg zu räumen. Insbesondere dass Sir Henry sich in seine Schwester (in Wirklichkeit seine Frau) Beryl verguckt hat, versetzt ihn in Rage. Um sein Ziel zu erreichen, bedient sich Stapleton einer riesigen schwarzen Dogge, die er mit weißem Phosphor anmalt, damit sie im Dunkeln leuchtet. Der verstorbene Sir Charles starb, als er den Hund sah und einen Herzanfall erlitt. Auch Seldon fällt dem Hund zum Opfer: Weil er einen von Sir Henry an Barrymore geschenkten Mantel trägt, wird er vom Hund angefallen und bricht sich das Genick.

Holmes, Watson und der aus London herbeigerufene Inspector Lestrade stellen Stapleton eine Falle, indem sie Sir Henry bitten, bei ihm zu Abend zu essen. Auf dem Rückweg wird Sir Henry vom Hund verfolgt; nur die Schnelligkeit von Lestrade bringt das Tier zur Strecke. Stapleton flieht ins Moor und versucht, zum alten Steinbruch in seiner Mitte zu gelangen; allerdings versinkt er im tödlichen Grimpener Sumpf.

Darsteller[Bearbeiten]

Hauptdarsteller:

Teil 1

Teil 2

Filmcrew[Bearbeiten]

Unterschiede zum Roman[Bearbeiten]

Das Drehbuch des Films hält sich nahe an die Originalvorlage und unterscheidet sich nur in Kleinigkeiten und Nebenhandlungssträngen. Im Vergleich zum Film ist das historische Dokument über Hugo Baskerville ausführlicher gehalten. Es gibt mehr Details über das Leben von Charles Baskerville und darüber, wie er sein Vermögen machte. Andererseits gibt es im Buch viele Kleinigkeiten, die den Film atmosphärisch machen und zum Teil aufheitern. So brechen Watson und Henry Baskerville im Film auf, um betrunken einen Sträfling zu fangen. Später, nachdem Henry einen Schock durch den Hund erleidet, versucht Henry seinen Kummer durch Alkohol zu unterdrücken.

Ebenfalls sind für den Film mehrere komische Dialoge für die Charaktere erfunden wurden, so etwa Barrymores „Haferbrei, Sir“, Holmes’ Ausführung über die „Sinnesorgane von Detektiven“ und vieles mehr.

Im Buch stirbt Sir Charles Baskerville am 13. Juli, und die Ereignisse um die Ankunft seines Erben finden zwischen September und November statt. Im Film stirbt Charles Baskerville am 14. Januar, und die Handlung passiert vom späten Winter bis zum Frühlingsanfang.

Interessante Fakten[Bearbeiten]

  • Es ist nicht die erste sowjetische Verfilmung des berühmten Romans von Arthur Conan Doyle. Im Jahre 1971 wurde Der Hund der Baskervilles als Fernsehfilm Sobaka Baskerwilej verfilmt. Holmes wurde von Nikolaj Wolkow dem Jüngeren und Watson von Lew Krugly dargestellt.
  • Die Dialoge zwischen Sir Henry und Barrymore, die Basis für viele Witze und Anekdoten wurden, wurden von Nikita Sergejewitsch Michalkow und Alexander Adebaschjan während des Drehs improvisiert.
  • Swetlana Krjutschkowa, die Barrymores Frau spielte, spielte bereits im zweiten Film, „Die Abenteuer von Sherlock Holmes und Dr. Watson“, mit – allerdings eine andere Rolle. Außerdem wurden ihre Dialoge auf ihre Bitte hin mit komischen Passagen versehen: die Schauspielerin war während der Dreharbeiten schwanger und hatte Angst, dass es für ihr Baby ungesund wäre, wenn ihr Charakter nur deprimiert und weinerlich wäre.
  • „Der Hund der Baskervilles“ ist der erste Film der Reihe, bei dem auf dedizierte Serientitel verzichtet wurde und die Folgen nur noch „Teil 1“/„Teil 2“ heißen. Dies wurde für den Rest der Reihe auch so beibehalten.
  • Rechtzeitig zur russischen Premiere von „Der Schatz der Agra“ wurde „Der Hund der Baskervilles“ im englischen Fernsehen gezeigt. Regisseur Igor Maslennikow erhielt lobende Kritiken aus dem Ausland, u. a. einen Brief von Conan Doyles Tochter, die schrieb: „Hätte mein Vater diesen Film erlebt, wäre er glücklich geworden“; die Daily Mirror veröffentlichte eine Rezension mit einem Zitat von Margaret Thatcher, die diesen Film „den besten Sherlock-Holmes-Film nannte, den sie je gesehen hatte“.[1]
  • Die neuseeländische Münzprägeanstalt hat eine Sonderserie von 2-Dollar-Silbermünzen, die den Erzählungen über Sherlock Holmes gewidmet sind. Auf dem Avers werden Standbilder aus der russischen Verfilmung verwendet.[2]

Deutsche Version[Bearbeiten]

Der Hund der Baskervilles lief im DDR-Fernsehen am 29. April 1982 im DFF 2 in einer auf 146 Minuten gekürzten Fassung. Bei der deutschen Premiere wurde der Film in Russisch mit deutschen Untertiteln ausgestrahlt; etwa ein Jahr später wurde eine deutsch synchronisierte Fassung gezeigt. Sherlock Holmes wurde von Wolfgang Lohse und Dr. Watson von Erik Veldre synchronisiert.[3]

Auf DVD[Bearbeiten]

Eine Restaurierung der Filme für die DVD-Auswertung wurde von zwei Unternehmen unabhängig voneinander durchgeführt: das russische Label Twister und die Mosfilm-Tochter Krupny Plan. Twister brachte alle fünf Sherlock-Holmes-Filme von Igor Maslennikow zwischen 2000 und 2004 auf DVD heraus, teilweise mit Bonusmaterial. Die Krupny-Plan-Veröffentlichung erfolgte 2007, jedoch ist die Restaurierung durch Twister qualitativ besser.[4][5]

Die DVD von Twister enthält russischen Ton in Dolby Digital 5.1 sowie russische und englische Untertitel. Als Bonus gibt es die Vollversion des russischen Computerspiels „Sherlock Holmes: Moriartys Rückkehr“.

Die Krupny-Plan-DVD enthält kein Bonusmaterial und nur russische Untertitel; dort ist zusätzlich zum 5.1-Remix auch der russische Monoton enthalten; dieser ist jedoch nur ein Downmix der 5.1-Tonspur.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Ausländische Vorführungen“ auf 221b.ru (in Russisch)
  2. Sherlock Holmes Silver Coin Set
  3. Michael Ross: Sherlock Holmes in Film und Fernsehen - Ein Handbuch. ISBN 3-930932-03-2.
  4. Media auf 221b.ru
  5. Bildvergleich der Twister- und der Krupny-Plan-Version
  6. Vobzor.com Diskussion