Der Mann, der sich in Luft auflöste

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Der Mann, der sich in Luft auflöste (schwedisch "Mannen som gick upp i rök") vom schwedischen Autorenpaar Maj Sjöwall und Per Wahlöö ist der zweite Band der zehnbändigen Krimi-Reihe Roman om ett brott (Roman über ein Verbrechen) mit Kommissar Martin Beck. Der Roman erschien 1966 auf schwedisch, 1969 bei Rowohlt in der BRD und im Frühjahr 1989 im Verlag Volk und Welt in der DDR.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Roman, der in den 1960er Jahren spielt, handelt von einem schwedischen Journalisten namens Alf Matsson, der spurlos in Ungarn verschwunden ist. Er war im Auftrag einer schwedischen Zeitung nach Budapest geflogen, um dort ein Interview mit einem Boxer zu führen und über politische Ereignisse zu berichten. Da sich Matsson seit einer Woche nicht gemeldet hat und man ihn auch nicht im Hotel erreichen kann, meldet man den Fall dem Außenministerium. Der Fall muss jedoch diskret behandelt werden, da man politische Verwicklungen befürchtet. Die Stockholmer Polizei wird beauftragt, den verschwundenen Reporter zu finden, und schickt Martin Beck, welcher wegen des Falles seinen Urlaub opfert, nach Budapest.

Beck erfährt im Budapester Hotel, dass Matsson noch am Tag seiner Ankunft das Hotel ohne Pass und Gepäck verlassen hat und seitdem nicht mehr aufgetaucht ist. Die ungarische Polizei hat weder eine unbekannte männliche Leiche gefunden noch liegt in einem Krankenhaus ein bewusstloser Ausländer. Viel mehr ist die Behörde nicht bereit zu tun. Martin Beck trifft dann auf einen ungarischen Polizisten, der ihm bei dem Fall hilft. Da es weder Hinweise noch Spuren von Matsson gibt, weiß Beck nicht, was er tun könnte. Doch eines Nachts wird er am Donaukai von Unbekannten überfallen. Er überlebt dank der Budapester Polizei, und die Täter können gefasst werden. Es kommt heraus, warum Alf Matsson neben seiner Reportertätigkeit osteuropäische Städte besuchte. Doch er bleibt weiterhin verschwunden. Beck kommt zu dem Schluss, dass die Lösung in Schweden zu suchen ist. Dort schließt er den Fall auch ab.

Einschätzung[Bearbeiten]

Martin Beck geht zunächst, da sich auch Schweden und Ungarn noch im kalten Krieg befinden, davon aus, dass der Journalist aus politischen Gründen liquidiert wurde. Der psychologische Kniff der Autoren besteht darin, dass der Leser diese Erwartung nachvollzieht, bis die überraschende Lösung ein normales Mordmotiv aufzeigt. Die Hauptperson des Romans ist keine unfehlbare Überfigur (wie Poirot, Maigret etc.) und hat, was 1966 in der Kriminalliteratur noch als absolutes Novum galt, auch ein in Details beschriebenes Privatleben, in dem ihre Vorlieben und Abneigungen weit über die Marotten der bis dato bekannten Protagonisten hinausgehen.

Kritik[Bearbeiten]

Ekkehard Knörer schreibt am Ende seiner ausführlichen Kritik: Die Aufklärung des (wie sich herausstellt: recht raffinierten) Verbrechens ist dann nicht sehr viel mehr als Erfüllung der Form; seinen größeren Reiz hat der Roman in der langen Latenz-Phase in Budapest, in der kaum etwas zu geschehen scheint.[1]

Bearbeitungen[Bearbeiten]

Der Roman wurde unter gleichem Titel als deutsch-ungarisch-schwedische Koproduktion im Jahre 1980 unter der Regie von Péter Bacsó und nach dem Drehbuch von Wolfgang Mühlbauer mit Derek Jacobi und Judy Winter in den Hauptrollen verfilmt[2]. Es liegt auch eine Adaption als Hörbuch vor.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Crime Corner: Maj Sjöwall/Per Wahlöö: Der Mann, der sich in Luft auflöste - Eine Kritik von Ekkehard Knörer archiviert am 22. Oktober 2007
  2. Filmportal