Der treue Husar

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Der treue Husar ist ein deutsches Lied, das auf verschiedene seit dem 19. Jahrhundert bekannte Volksliedvorlagen zurückgeht. In seiner heute verbreiteten Form wird es seit den 1920er Jahren als Kölner Karnevalslied gesungen.

Herkunft und Entstehung[Bearbeiten]

Eine Quelle will wissen[1], dass sich im Nachlass des Caspar Josef Carl von Mylius (* 11. November 1749 in Köln; † 1831 Leverkusen-Bürrig) eine handgeschriebene Textfassung aus dem Jahr 1781 befand, die er aus Österreich nach Köln gebracht haben soll. Den Beweis fand man nach seinem Tod 1831. Diese Fassung soll nachweislich die älteste überhaupt sein. Da diese Fassung aber nicht veröffentlicht zu sein scheint, kann deren genauer Wortlaut und der Zusammenhang mit den späteren Fassungen derzeit nicht überprüft werden.

1808 veröffentlichten Achim von Arnim und Clemens Brentano unter dem Titel Die gute Sieben eine Textvariante im dritten Band ihrer Sammlung Des Knaben Wunderhorn.[2][3] Diese Textfassung hatten die Herausgeber aus fünf verschiedenen Fassungen zusammengestellt, die von Bernhard Joseph Docen, Auguste Pattberg, Bettina von Arnim und zwei unbekannten Einsendern aufgezeichnet worden waren.[4]

In den Münsterischen Geschichten findet sich 1825 eine dem heute verbreiteten Text ähnliche Fassung.[5] Ludwig Erk veröffentlichte 1856 in der Erstausgabe des Deutschen Liederhorts drei verschiedene Fassungen des Liedes.[6] In der 1893 von Franz Magnus Böhme bearbeiteten Fassung der Sammlung finden sich insgesamt sieben Text- und fünf Melodiefassungen.[7] Die Volksliedsammlerin Elizabeth Marriage verweist 1902 auf die weite Verbreitung des Liedes und erwähnt, der Held – in ihrer Textfassung „ein junger Husar“ – erscheine „meist als ‚ein feiner Knab’‘, auch junger Knab’, braver Soldat, roter Husar“.[8]

Die heute verbreitete Liedfassung wurde von dem Kölner Karnevalskomponisten und früheren Militärkapellmeister Heinrich Frantzen (1880–1953)[9][10] als Marschlied komponiert. Der Kölner Musikverlag Gustav Gerdes OHG (jetzt Teil der Musikverlage Hans Gerig in Bergisch Gladbach) veröffentlichte das Lied im Jahre 1924. Der Marsch wurde angeblich zur Gründung der K.G Treuer Husar blau gelb 1925 komponiert.[11] Die Musik stimmt mit keiner der in den älteren Volksliedersammlungen überlieferten Melodien überein und ist demnach wohl eine originale Komposition Frantzens. Ursprünglich war nur der refrainartige Teil des Stückes mit dem Volksliedtext unterlegt. Joseph "Jupp" Frantzen, der Sohn des Komponisten, soll nachträglich den weiteren Text[12] hinzugefügt haben.

Text[Bearbeiten]

1. Es war einmal ein treuer Husar,
Der liebt' sein Mädchen ein ganzes Jahr,
|: Ein ganzes Jahr und noch viel mehr,
Die Liebe nahm kein Ende mehr. :|
2. Der Knab' der fuhr ins fremde Land,
Derweil ward ihm sein Mädchen krank,
|: Sie ward so krank bis auf den Tod,
Drei Tag, drei Nacht sprach sie kein Wort. :|
3. Und als der Knab' die Botschaft kriegt,
Daß sein Herzlieb am Sterben liegt,
|: Verließ er gleich sein Hab und Gut,
Wollt seh'n, was sein Herzliebchen tut. :|
4. Ach Mutter bring' geschwind ein Licht,
Mein Liebchen stirbt, ich seh' es nicht,
|: Das war fürwahr ein treuer Husar,
Der liebt' sein Mädchen ein ganzes Jahr. :|
5. Und als er zum Herzliebchen kam,
Ganz leise gab sie ihm die Hand,
|: Die ganze Hand und noch viel mehr,
Die Liebe nahm kein Ende mehr. :|
6. "Grüß Gott, grüß Gott, Herzliebste mein!
Was machst du hier im Bett allein?"
|: "Hab dank, hab Dank, mein treuer Knab'!
Mit mir wird's heißen bald: ins Grab!" :|
7. "Grüß Gott, grüß Gott, mein feiner Knab.
Mit mir wills gehen ins kühle Grab.
|: "Ach nein, ach nein, mein liebes Kind,
Dieweil wir so Verliebte sind." :|
8. "Ach nein, ach nein, nicht so geschwind,
Dieweil wir zwei Verliebte sind;
|: Ach nein, ach nein, Herzliebste mein,
Die Lieb und Treu muß länger sein. :|
9. Er nahm sie gleich in seinen Arm,
Da war sie kalt und nimmer warm;
|: "Geschwind, geschwind bringt mir ein Licht!
Sonst stirbt mein Schatz, daß's niemand sicht. :|
10. Und als das Mägdlein gestorben war,
Da legt er's auf die Totenbahr.
|: Wo krieg ich nun sechs junge Knab'n,
Die mein Herzlieb zu Grabe trag'n? :|
11. Wo kriegen wir sechs Träger her?
Sechs Bauernbuben die sind so schwer.
|: Sechs brave Husaren müssen es sein,
Die tragen mein Herzliebchen heim. :|
12. Jetzt muß ich tragen ein schwarzes Kleid,
Das ist für mich ein großes Leid,
|: Ein großes Leid und noch viel mehr,
Die Trauer nimmt kein Ende mehr.[13]

Wirkung und Bearbeitungen[Bearbeiten]

Ein unbekannt gebliebener deutscher Film mit dem Titel Der treue Husar kam am 17. April 1954 in die Kinos, Regie führte Rudolf Schündler. Das Lied ist unter anderem aus der Schlussszene von Stanley Kubricks Film „Wege zum Ruhm“ aus dem Jahre 1957 bekannt, in der eine deutsche Kabarettsängerin, gespielt von Kubricks späterer Frau Christiane, dieses Lied vor französischen Soldaten singt und starke Gefühle unter ihnen erzeugt.

Unter dem Titel The Faithful Hussar erschienen mehrere US-amerikanische Pop-Versionen, u.a. von Louis Armstrong (Juni 1956) und Vera Lynn (Mai 1957). Armstrong spielte den Song am 15. Februar 1959 bei seinem Auftritt in Stuttgart mit der Besetzung Louis Armstrong (Trompete), Trummy Young (Posaune), Peanuts Hucko (Klarinette), Billy Kyle (Piano), Mort Herbert (Bass) und Danny Barcelona (Schlagzeug).

Literatur[Bearbeiten]

  •  Theo Mang, Sunhilt Mang (Hrsg.): Der Liederquell. Noetzel, Wilhelmshaven 2007, ISBN 978-3-7959-0850-8, S. 520–521.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage der "Roten Funken", dem ältesten Karnevalskorps des Kölner Karnevals
  2. Achim von Arnim, Clemens Brentano (Hrsg.): Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder. Band 3. Mohr und Zimmer, Heidelberg 1808, S. 34-36 (Digitalisat im Deutschen Textarchiv
  3. Die gute Sieben. In: Achim von Arnim und Clemens Brentano: Des Knaben Wunderhorn. Band 3, Stuttgart u.a. 1979, S. 37-39 (online. Bei: Zeno.org.).
  4. Heinz Rölleke (Hrsg.): Des Knaben Wunderhorn. Lesarten und Erläuterungen, Teil 3 (= Band 9,3 der Frankfurter Brentano-Ausgabe). Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-002284-9, S. 63-71.
  5. Friedrich Arnold Steinmann (Hrsg.): Münsterische Geschichten, Sagen und Legenden: nebst einem Anhange von Volksliedern und Sprüchwörtern. Coppenrath, Münster 1825, S. 218–219 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  6. Ludwig Erk: Deutscher Liederhort. Enslin, Berlin 1856, S. 95–99 (online bei Wikisource).
  7. Ludwig Erk, Franz Magnus Böhme (Hrsg.): Deutscher Liederhort. Band 1. Breitkopf und Härtel, Leipzig 1893 (Nachdruck: Olms, Hildesheim 1963), S. 329–333.
  8. Elizabeth Marriage: Volkslieder aus der badischen Pfalz. Niemeyer, Halle 1902, S. 38–39 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. Frantzen, Heinr. In: Paul Frank, Wilhelm Altmann: Kurzgefaßtes Tonkünstler-Lexikon, 1. Teil, Neudruck der Ausgabe von 1936, 15. Aufl., Heinrichshofen’s Verlag, Wilhelmshaven 1971, S. 171.
  10. LCCN no 2009-148796
  11. K.G. Treuer Husar blau-gelb von 1925 e.V. Köln
  12. Liedtext in kölscher und hochdeutscher Version
  13. Liedtext bei ingeb.org