Downloadable content

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Herunterladbare Inhalte, (englisch Download Content oder Downloadable Content genannt, kurz DLC), sind eine neue Form von Software-Erweiterung. Diese typischerweise kostenpflichtigen Downloadinhalte werden über das Internet, z. B. Internet-Vertriebsplattformen wie Xbox Live, PlayStation Network, Steam, Games for Windows – Live oder Herstellerseiten, angeboten und vertrieben.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Bezeichnung umschreibt lediglich den ursprünglich genutzten Vertriebskanal, bei den Erweiterungen kann es sich hingegen sowohl um Add-ons als auch Add-ins handeln. DLCs werden, falls überhaupt, erst später auf einem herkömmlichen Datenträger veröffentlicht. Zusätzlich heruntergeladene Inhalte kosten meist weniger als herkömmliche Erweiterungen, bieten dabei aber auch weniger Umfang.

Motivation[Bearbeiten]

Vorteile für den Hersteller sind Einsparungen bei den Vertriebsmedien, Transportkosten und eventuell auch des Distributors. Als weitere Motivation der Hersteller für vermehrt kostenpflichtige DLC-Anteile bei aktuellen Spielen wird auch spekuliert, dass dies eine Vertriebsmaßnahme sei, die vor allem gegen Gebrauchtkäufer von Spielen gerichtet ist.[1][2] Im Gegensatz zu Lizenzen, die an Medien gebunden sind, lassen sich individualisierte Lizenzen (z. B. Steam-Lizenzen[3]) nicht übertragen.

Rezeption[Bearbeiten]

Es existieren Kontroversen um DLCs bzgl. ihres Inhaltsumfangs, der häufig gering gegenüber dem Grundprodukt ist, und damit als überteuert oder mit einem schlechten Preis-Leistungs-Verhältnis behaftet wahrgenommen wird. Als berüchtigtes Paradebeispiel für nutzlose und überteuerte DLC-Inhalte gilt die "Pferderüstungs-DLC" auf dem Xbox Live Marktplatz für The Elder Scrolls IV: Oblivion.[4][5]

Kritik erlebten DLCs auch in der Form von kontinuierlich notwendigen Microtransaktionen in Spielen. Ein bekannt gewordenes Beispiel ist die Idee von EA CEO Riccitiello für das Nachladen von Munition in Battlefield 3 jedes Mal $1 zu kassieren, welche er auf einer Anteilseignerversammlung vorstellte.[6][7]

Der Begriff "Day-One-DLCs" kritisiert ein mögliches Zerlegen von schon existierenden Inhalten in kleine einzeln verkaufbare DLCs welche schon am ersten Veröffentlichungstag verfügbar sind um den Gewinn zu maximieren.[8] Bei der Wahl von EA durch den The Consumerist im April 2012 zur "Worst Company in America" dotiert mit der "Golden Poo" Trophäe[9] wurde die Verwendung dieser Praxis als einer der Gründe für die Wahl von EA genannt.[10]

Weitere Kritik gab es in den Fällen bei denen Inhalte als DLC vertrieben wurden, jedoch festgestellt wurde dass diese vorgeblich neuen Inhalte bereits Teil des ursprünglichen Spiels waren und nur freigeschaltet wurden.[11] Beispielsweise war ein als DLC vertriebener zusätzlicher Spielcharakter für Street Fighter X Tekken bereits auf dem ursprünglichen Installationsmedium enthalten.[12][13]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daniel Raumer: Electronic Arts - …kämpft gegen gebrauchte Spiele. In: GameStar. IDG. 18. Februar 2010. Abgerufen am 11. Juli 2011.
  2. Electronic Arts: Lost in an Alien Landscape. businessweek.com. 10. Februar 2010. Abgerufen am 17. Dezember 2013: „"Project Ten Dollar," a coupon program to reward people who purchase a new game with downloadable content and upgrades. People who buy used games pay an extra $10 or more for the same goodies.
  3. John Walker: Thought: Do We Own Our Steam Games? (englisch) Rock, Paper, Shotgun. 1. Februar 2012. Abgerufen am 1. Juli 2013.
  4. Jim Sterling: Oblivion's Horse Armor DLC still selling! (englisch) Destructoid. 13. März 2011. Abgerufen am 18. Juni 2013: „The "Horse Armor" downloadable content for The Elder Scrolls IV: Oblivion has become notorious as the premier example of bad DLC. It's a pointless waste of money that gives something totally useful to a non-character you'll barely use.
  5. James Ransom-Wiley: Download Oblivion's horse armor, for a price (englisch) Joystiq. 3. April 2006. Abgerufen am 17. Dezember 2013.
  6. Tim Smith: Remebered: EA's CEO and Charging for In-Game Ammo - Micro-transactions lead EA's John Riccitiello to charge for Battlefield Reloads (englisch) spong.com. 3. Juli 2012. Abgerufen am 24. September 2013.
  7. EA CEO John Riccitiello On Gaming Microtransactions (27. Juni 2011, englisch)
  8. Erik Kain: Why Day-One DLC Isn't Just Bad For Gamers, It's Bad For Business (englisch) Forbes Magazin. 14. November 2011. Abgerufen am 23. September 2013.
  9. Chris Morran: The Voters Have Spoken: EA Is Your Worst Company In America For 2012! (englisch) 4. April 2012. Abgerufen am 23. September 2013: „EA and its ilk deliberately hold back game content with the sole intent of charging a fee for it at a later date. It’s one thing to support a game with new content that is worth the price. It’s another to put out an inferior — and occasionally broken — product with the mindset of “ah, we’ll fix it later and make some money for doing so.”
  10. Electronic Arts: 'Worst company in America'? Consumerist says yes (englisch) Abgerufen am 23. September 2013.
  11. Paying for content already on the disc, the EVIL side of the Xbox Live Marketplace. 20. Dezember 2006. Abgerufen am 17. Dezember 2013.
  12. Ian Dransfield: Capcom Includes Paid DLC On The Disc, Hilariously. Play. Abgerufen am 16. März 2012.
  13. Brendan Sinclair: On-Disc DLC Outrage Is Off the Mark. GameSpot. 16. März 2012. Abgerufen am 16. März 2012.