Xbox Live

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Xbox Live
Xbox-Live-Logo
Maintainer Microsoft
Entwickler Microsoft
Erscheinungsjahr 2002
Betriebssystem Xbox (bis 2010), Xbox 360, Xbox One, Microsoft Windows, Windows Phone
Kategorie Online-Service
Lizenz Microsoft-EULA (Closed Source)
Deutschsprachig Ja
xbox.com/live

Xbox Live ist ein Netzwerk von Microsoft für die Xbox 360 und Xbox One. Es wurde am 15. November 2002 gestartet und erfuhr mit der Veröffentlichung der Xbox 360 am 22. November 2005 umfassende Erweiterungen. Die Unterstützung für die erste Xbox-Generation wurde am 15. April 2010 eingestellt.[1]

Der Zugang zu Xbox Live ist kostenfrei. Um jedoch alle Funktionen nutzen zu können, muss eine kostenpflichtige Mitgliedschaft erworben werden. Das Netzwerk umfasst neben einem Marktplatz zum Download von Spielen, Demos und Trailern ebenfalls eine Community-Funktion wie die Gamercard. Die wichtigste Xbox-Live-Funktion stellt die Fähigkeit dar, online gegen Spieler auf der ganzen Welt spielen zu können, sofern das Spiel eine entsprechende Funktion anbietet. Derzeit machen über 100 Spiele von dieser Möglichkeit Gebrauch, wohingegen alle Spiele auf Grund einer Vorgabe seitens Microsofts eine Basisunterstützung des Xbox-Live-Netzwerkes anbieten müssen.

Seit Dezember 2011 ist Xbox Live auch als App unter dem Namen My Xbox Live für Smartphones mit iOS- und seit Juni 2012 für Android-Betriebssystem verfügbar.[2] Zudem lassen sich Xbox-Funktionen mit der App SmartGlass fernsteuern.

Derzeit hat das Netzwerk etwa 46 Millionen Mitglieder weltweit (Stand Februar 2013).[3]

Zugang[Bearbeiten]

Zum Verbinden mit dem Xbox-Live-Netzwerk, das vom gewöhnlichen Internet abgeschottet ist, verwendet die Xbox eine eingebaute Netzwerkkarte, die mit einem Modem oder Router verbunden werden muss. Zudem vertreibt Microsoft für die älteren Konsolenversionen einen WLAN-Adapter, der an einen der USB-Anschlüsse der Konsole angeschlossen wird und ihr somit den Zugang zu Xbox Live ermöglicht. Im neueren Modell Xbox 360 S ist dieser bereits integriert.

Es gibt auf der Xbox 360 zwei verschiedene Zugänge zum Xbox-Live-Netzwerk, die sich in Umfang und Funktion teilweise unterscheiden:

  • das kostenpflichtige Xbox Live Gold, durch das alle Funktionen nutzbar werden, und
  • das ohne Entgelt nutzbare Xbox Live Gratis (ehemals Xbox Live Silber), bei dem beispielsweise die Videochat- und Mehrspielerfunktion deaktiviert sind

Eigenschaften[Bearbeiten]

Xbox Live bietet spieleübergreifend VoIP-Sprachkommunikation über ein Headset, das an den Xbox- oder Xbox-360-Controller angeschlossen wird (inzwischen ist auch ein drahtloses Headset verfügbar), seit Oktober 2006 auch Videochat (mit der Xbox-360-Webcam oder mit dem Kinect-System), eine Freundesliste, eine Liste mit den 50 zuletzt gespielten Personen, und die Möglichkeit, Sprach- (nur Xbox 360) und Textnachrichten innerhalb des Live-Netzwerkes zu versenden. Zudem kann das Gamertag (deutsch: Benutzername) und das zugehörige Profil auf Xbox.com angesehen und verwaltet werden.

Weitere spieleübergreifende Eigenschaften sind:

  • Die Zuordnung zu einer Gamerzone die den Spielstil repräsentiert und in Onlinematches berücksichtigt wird.
  • Spieleerfolge die im Spielerprofil zugeordnet werden und mit Freunden verglichen werden können.
  • Reputation-Bewertung von Spielern, um die Wahrscheinlichkeit, in einem Onlinematch auf sie zu treffen zu erhöhen oder zu senken.
  • Gamerscores (das Total der Erfolgspunkte)
  • Xbox Live Marktplatz (kostenloses und -pflichtiges Herunterladen von Demos, Trailer, Add-ons und weiteren Inhalten; nur Xbox 360)
  • Xbox Live Arcade (Download von Arcade-Spielen; nur Xbox 360)
  • TrueSkill (automatische Multiplayer-Matchsuche anhand von bisheriger Spielstärke)
  • Video-on-Demand (z.B. Xbox Video, Sky Go, ZDFmediathek)
  • soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und YouTube
  • Sicherung der Spielstände in der Cloud [4]
  • Internet Explorer für den Zugang zu Webseiten
  • Musikstreaming-Dienst Xbox Music
  • Xbox SmartGlass ermöglicht den Zugriff über ein Smartphone oder Windows 8 auf Funktionen der Xbox 360. Dadurch kann das verbundene Gerät zur Fernbedienung für das Dashboard genutzt werden und Spiele können zusätzliche interaktive Spielinhalte übertragen. Die Smartphone-App für SmartGlass unterstützt Android (ab Version 4.0), iOS und Windows Phone.

Sobald der Nutzer bei Xbox Live angemeldet ist, egal ob er ein Spiel spielt, eine DVD schaut oder im Dashboard navigiert, hat dieser auf seine Freundesliste Zugriff, sieht, was diese gerade spielen, und kann ihnen Nachrichten senden. Die Xbox 360 zeigt dabei nicht nur an, welches Spiel die Freunde gerade spielen, sondern auch, in welchem Level oder in welchem Multiplayer-Spiel sie sich befinden (sofern diese das in ihren Datenschutzeinstellungen zulassen).

Games with Gold[Bearbeiten]

Mit dem Programm Games with Gold bekommen Xbox-Live-Gold-Benutzer monatlich zwei Spieletitel kostenlos zum Download angeboten. Die Spiele sind auch nach dem Angebot und unabhängig von der Dauer der Mitgliedschaft spielbar.[5] Das Angebot gilt als eine Reaktion auf Sonys Instant-Game-Collection-Programm der PlayStation-Plus-Mitgliedschaft.[6]

Zentralisierung[Bearbeiten]

Xbox Live ist ein sehr zentralisiertes Netzwerk. Alle Spieleentwickler und Inhaltsanbieter müssen sich an die Richtlinien von Microsoft halten, wenn sie Xbox Live in ihren Spielen verwenden wollen. Dafür muss der Spieler nur einmal für Xbox Live bezahlen und kann dann beliebig alle Onlinespiele und Dienste uneingeschränkt verwenden, hat eine einheitliche Bedienung und spieleübergreifende Dienste, und der Entwickler muss keinen eigenen Onlinedienst eröffnen, da Microsoft die gesamte Infrastruktur und Server zur Verfügung stellt. Eine Ausnahme bilden Phantasy Star Universe und Final Fantasy XI, da diese plattformübergreifend sind und den Server der Hersteller benutzen. Für sie muss separat bezahlt werden.

Verbreitung[Bearbeiten]

Xbox Live auf der ersten Xbox[Bearbeiten]

Auch nach dem Erscheinen der Xbox 360 war Xbox Live auf der ersten Xbox zunächst weiterhin verfügbar. Nachdem die Anzahl der aktiven Spieler zuletzt nur noch gering gewesen ist, wurden am 15. April 2010 die Server für sämtliche Spiele der ersten Xbox abgeschaltet. Microsoft begründete diesen Schritt damit, dass man nun die Möglichkeit habe neue Features einzuführen ohne auf die Rückkompatibilität mehr achten zu müssen.

Xbox Live auf der Xbox 360[Bearbeiten]

Mit dem Erscheinen der Xbox 360 wurden auf Xbox Live umfassende Änderungen und Erweiterungen vorgenommen. Eine der wichtigsten Änderungen ist die Unterscheidung in Gratis- und Gold-Mitgliedschaften. Xbox Live Gratis ist für alle Xbox-360-Spieler kostenlos, bietet aber online nur wenige Funktionen wie den Marktplatz für Videos und Spiele und eingeschränkte Chat-Möglichkeiten.

Es findet jedes Jahr ein Festival namens Xtival statt. In diesem Zeitraum kann man Funktionen testen, auf die ansonsten nur Gold-Mitglieder Zugriff haben.

Xbox Live auf der Xbox One[Bearbeiten]

Mit der Einführung der Xbox One wurde Xbox Live als verpflichtend und ein Onlinezwang eingeführt. Nach Benutzerprotesten wurde der Onlinezwang jedoch wieder fallen gelassen.[7]

Verfügbarkeit[Bearbeiten]

Xbox Live ist aktuell in 42 Ländern verfügbar (Stand: September 2014)

Live Anywhere[Bearbeiten]

Hauptartikel: Live Anywhere

Mit der Einführung von Windows Vista sollte Xbox Live mit Live Anywhere zu einem plattformübergreifenden Service werden und die vier Plattformen Xbox 360, Windows Vista, Windows Phone[8] und der bisher nur in den USA erhältliche MP3-Player „Zune“ von Microsoft gemeinsam verbinden. Live Anywhere, auf den anderen Plattformen als Software installiert, sollte dieselben Features wie Xbox Live auf der Xbox 360 bieten inklusive Freundesliste, Gamerscore, Textnachrichten, Marktplatz usw., das die Spiele gemeinsam nutzen können. Ebenfalls sollten plattformübergreifende Multiplayer-Spiele möglich sein. Das erste plattformübergreifende Spiel ist der bereits erschienene Ego-Shooter Shadowrun.

Xbox-Live-Clanszene[Bearbeiten]

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Bereits seit dem Erscheinen von Xbox Live im Jahr 2002 hat sich eine Clanszene gebildet. Nach Vorbild der bereits etablierten Clanszene auf dem PC gibt es mehrere Clanportale, auf denen die Spieler kommunizieren und Turniere, Ladder oder Cups ausspielen können. Jedes Jahr werden auf den World Cyber Games die Weltmeisterschaften im Spielen ausgetragen, 2007 in Project Gotham Racing, Dead or Alive 4, Tony Hawks: Project 8 und Gears of War mit Sach- und Geldpreisen bis zu 20.000 Dollar.

Mittlerweile gibt es über 300 Clans im deutschsprachigen Raum, welche von Firmen wie BigBen Interactive, Eibach oder Vidis finanziell unterstützt werden. Anders als beispielsweise bei den US-amerikanischen MLG-Teams Carbon oder Final Boss kann noch kein Clan von sich behaupten, dass seine Mitglieder Pro Gamer sind, welche ihren Lebensunterhalt mit dem Spielen verdienen können.

Kritik[Bearbeiten]

Ende 2007 kam vermehrt Kritik an Xbox Live auf, was primär auf Stabilitäts- und Performance-Probleme zurückzuführen war, die unter anderem Schwierigkeiten beim Einwählen und Verbindungsabbrüche bei Spielpartien verursachten. Insbesondere Gold-Mitglieder forderten daher eine Erklärung von Microsoft. Diese veröffentlichte Xbox-Live-Chef Mark Whitten am 3. Januar 2008, wobei er sich für entstandene Unannehmlichkeiten entschuldigte und zu Protokoll gab, dass Microsoft die Probleme inzwischen in den Griff bekommen habe. In diesem Zusammenhang wurde zudem als Wiedergutmachung jedem Besitzer eines Xbox-Live-Accounts ein kostenloses Spiel aus dem Xbox-Live-Arcade-Portfolio zugesprochen.[9]

Nach Beschwerden von Benutzern sind alle englischen sexuellen Begriffe durch simple Zeichenfolgefilter gesperrt worden. Auch existierende Nutzer wurden gesperrt, darunter ein Herr Gaywood, ein in England üblicher Nachname.[10]

In unregelmäßigen Abständen werden Benutzer mit modifizierten Xbox-360-Konsolen aus dem Netzwerk ausgeschlossen, dem sogenannten „Bann“. Die Geräte bleiben jedoch weiterhin lokal benutzbar, wie auch das Benutzerkonto im Netzwerk.[11][12]

Nachdem eine Konsole gesperrt wurde, ist es mit dieser nicht mehr möglich, Aktualisierungen für Spiele von Xbox Live zu beziehen. Inzwischen können diese Aktualisierungen jedoch, nach einem Systemupdate der Konsole per USB-Stick, zugänglich gemacht werden. [13][14]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Golem.de: Xbox: Keine Unterstützung mehr in Xbox Live
  2. My Xbox Live: App für Android und Update für iOS-Version verfügbar. In: netzwelt. 14. Juni 2012, abgerufen am 15. Juni 2012.
  3. http://www.microsoft.com/en-us/news/features/2013/feb13/02-11Xbox.aspx
  4. xbox.com: Speichern von Spielen in der Cloud
  5. Tobias Ritter: Xbox 360 - Monatlich zwei kostenlose Spiele für Xbox-Live-Gold-Mitglieder. In: gamepro.de. 21. Juni 2013, abgerufen am 17. März 2014.
  6. Jan Smeets: Xbox LIVE Gold: Microsoft macht PS-Plus Konkurrenz - 2 Kostenlose Spiele pro Monat! In: areagames.de. 6. Oktober 2013, abgerufen am 17. März 2014.
  7. http://news.xbox.com/2013/06/update
  8. Windows 7 Smartphones als Handheld Gaming Device. Abgerufen am 26. März 2010.
  9. Meldung bei PCadept.de
  10. Xbox: Microsoft kämpft gegen „schwule Namen“, queer.de, 23. Mai 2008
  11. Golem.de: MS sperrt bis zu eine Million Xbox 360 aus Onlinedienst aus, 12. November 2009
  12. Zeit.de: Microsoft exkommuniziert seine Kunden, 18. November 2009
  13. XBOX 360 Update Center: How do I get those updates on my XBOX 360 console?, 3. Mai 2010
  14. Microsoft: Systemupdate mit USB-Stick-Unterstützung, 6. April 2010

Weblinks[Bearbeiten]