Downsizing

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Downsizing (engl. für Verkleinerung, Verringerung, Abbau, Gesundschrumpfung) bedeutet eine Verkleinerung technischer Größen (zum Beispiel Gewicht, Hubraum) bei gleicher oder ähnlicher Leistungsfähigkeit – hierdurch sinkt der Energieverbrauch. Am häufigsten wird der Begriff in den letzten Jahren im Zusammenhang mit Fahrzeugmotoren verwendet, daneben auch im Immobilienbereich (siehe auch Small House Movement).

Als Auslöser für Downsizing werden technische Fortschritte sowie steigende Energie- und Rohstoffpreise genannt. Hersteller versuchen durch Downsizing ihre Marktposition zu verbessern.

Automobilindustrie[Bearbeiten]

Das bekannteste Downsizing in der Automobilindustrie besteht darin, den Hubraum der Motoren so weit zu verkleinern, dass diese nach einer Effizienzsteigerung in etwa die gleiche Leistung haben wie die größeren Motoren zuvor. Die Effizienz wird meist durch mehrere Maßnahmen gesteigert, zum Beispiel

Der Verbrauch eines Verbrennungsmotors hängt bei gleicher Belastung weit überwiegend von seinem Hubraum ab; ein kleinerer Hubraum hat eine kleinere Oberfläche, über die geringere Energieverluste durch Abwärme entstehen. Ebenso sinken die Reibungsverluste mit sinkendem Hubraum.[2] Wenn im Teillastbetrieb Zylinder abgeschaltet werden („Zylinderabschaltung“), spricht man von dynamischem Downsizing.[3] Darüber hinaus ist ein kleinerer Motor zumeist auch leichter, was die Anforderungen an den Motor, der ja auch sich selbst transportieren muss, zusätzlich verringert.

Typische „Downsizing-Motoren“ sind die 1,2L TSI-Motoren von Volkswagen oder der Fiat Twin-Air. Beide Motoren leisten bis zu etwa 70 kW; ein Wert, der den Einsatz dieser Motoren bis in die Mittelklasse ermöglicht, in welcher bisher der Hubraum nur sehr selten unter 1,5 Litern lag.

Die Verkleinerung soll vor allem zu Effizienzsteigerungen im Teillastbetrieb führen - unter Volllast wird oft keine Verbesserung erreicht, evtl. ergibt sich sogar ein höherer Kraftstoffverbrauch.[4]

Eine weitere Maßnahme des Downsizings ist das Anbieten von Autos – zum Beispiel Kleinwagen – mit Ausstattungsmerkmalen, die bisher nur in wesentlich höheren Fahrzeugklassen erhältlich waren. Dies kann Kunden dazu bewegen, sich ein deutlich verbrauchsgünstigeres Fahrzeug zu kaufen. In sehr ähnlicher Weise haben einige Hersteller die Modelle der Mittelklasse und oberen Mittelklasse zusammengelegt – die neuen Modelle vereinen Gewicht und Ausmaße der Mittelklasse mit optionalen Ausstattungsmerkmalen der oberen Mittelklasse oder Oberklasse.

Immobiliensektor[Bearbeiten]

Vor allem in Amerika nahm in den letzten 50 Jahren die Größe der Wohnfläche von Einfamilienhäusern ständig zu, obwohl statistisch gesehen die Anzahl, der in einem Haushalt zusammenlebenden Personen sank. Durch ein zunehmendes Umweltbewusstsein in den letzten zehn Jahren und nicht zuletzt durch die Finanzkrise ab 2007, die mit der Immobilienkrise in den USA begann, entstand eine Gegenbewegung: das Small House Movement. Die Befürworter diese Gesundschrumpfungsprozesses heben zum einen die finanziellen Vorteile kleinerer Wohnhäuser hervor, zum anderen die Ressourcenschonung und eine Vereinfachung des Lebens durch die Konzentration auf das Wesentliche.

Informationstechnik[Bearbeiten]

Bei Informationssystemen wird oftmals statt mehrerer Server für je einen Zweck ein (1) sehr großer Server angeschafft, auf dem dann eine Virtualisierung eingesetzt wird. Hierdurch verteilen sich die Ressourcen zum größten Teil dynamisch; dieses Konzept verbraucht weniger Strom.

Als Arbeitsplatzrechner werden statt vollwertiger, aber eigentlich überdimensionierter Personal Computer kleine Systeme wie etwa Nettops eingesetzt. Diese haben keine – in diesem Bereich überflüssigen – Multimedia-Fähigkeiten.

Management[Bearbeiten]

Im angloamerikanischen Raum wird der Begriff Downsizing häufig im Bereich Management benutzt und beschreibt eine Reduktion der Ausgaben (zum Beispiel durch Massenentlassungen) bei gleichzeitiger Beibehaltung des Outputs. Dadurch wird die Produktivität pro Mitarbeiter gesteigert. Häufig gehen diese Maßnahmen auch mit Outsourcing und Werksschließungen einher. Das Wort hat eine euphemistische Konnotation, denn es klingt mit, ein Unternehmen werde verkleinert (weniger Input, weniger Output). Tatsächlich wird mehr Leistung verlangt (Arbeitsverdichtung, Job-Enlargement und/oder Job-Enrichment).

Nach einer britischen Studie ist die Art, in der Downsizing durchgeführt wird, für den Erhalt der Motivation der Mitarbeiter entscheidend, und zwar mehr so als der Umfang der Entlassungen für sich genommen. Ein schlecht durchgeführter Prozess des Downsizing wird als Bruch des psychologischen Vertrags interpretiert, und es verringert sich der Einsatz der verbleibenden Mitarbeiter.[5]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. zum Beispiel haben sechs Zylinder à 400 cm³ eine größere Innenfläche als vier Zylinder à 600 cm³. Eine größere Innenfläche bedeutet mehr Reibungsfläche für die Kolben und mehr Wärmeverlust aus den Brennräumen nach außen.
  2. Richard von Basshuysen: Handbuch Verbrennungsmotor, ATZ/MTZ Fachbuch, 2007, p.395
  3. Rainer Golloch: Downsizing bei Verbrennungsmotoren, VDI-Buch, 2005, p.75
  4. "Auto, Motor und Sport" über Mehrverbrauch unter Volllast
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMichelle Stevens: The way redundancies are handled is more important than job losses themselves: Bad practice seriously erodes employee engagement, Roffey Park research shows. Abgerufen am 26. Dezember 2010 (engl.).