Zylinderabschaltung

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Die Zylinderabschaltung (ZAS) ist ein Ende der 1970er Jahre entwickeltes System zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauches von Verbrennungsmotoren.

In Fahrsituationen mit niedrigem Leistungsbedarf wird die Kraftstoffzufuhr unterbrochen beziehungsweise kein Kraftstoff eingespritzt. Dabei werden die Ventile der abgeschalteten Zylinder geschlossen gehalten, um Gaswechselverluste zu vermeiden. Diese Maßnahme konnte Ende der 1990er Jahre den Kraftstoffverbrauch um bis zu 15 % reduzieren. Je nach System kann entweder eine komplette Zylinderbank (V-Motoren) oder auch einzelne Zylinder (Einzelzylinderabschaltung) abgeschaltet werden. Eingesetzt wird das System, vor allem wegen einer gewissen Mindest-Laufruhe, hauptsächlich bei Motoren mit mindestens acht Zylindern.

Bei Hybridantrieben wird der gesamte Verbrennungsmotor abgestellt und im Elektrobetrieb gefahren; hier spricht man von einer „Motorabschaltung“.

Daimler hatte die ZAS in der 5-Liter-V8-Version von S-Klasse und CL (M 113-Motor) bis etwa 2005 optional angeboten. Zuvor hatte man die Technik bereits in dem vergleichsweise kurzlebigen M 137-V12-Motor verwendet. Mittlerweile fand die Zylinderabschaltung bei der Tochtermarke Mercedes-AMG im Mercedes SLK 55 AMG neuen Einzug.

Weitere Hersteller, die eine Zylinderabschaltung einsetzen, sind seit 2005 die Hemi-V8-Motoren (5,7 Liter Hubraum) von Chrysler, Jeep und Dodge (Ersparnis „abhängig von Fahrweise und Fahrzeugeinsatz bis zu 20 Prozent“).[1][2]

Bei Honda wird die Technik teilweise sogar in Vierzylinder-Motoren wie etwa im Honda Civic Hybrid eingesetzt. GM verwendet sie unter dem Namen „Active Fuel Management“ in diversen V8- und einige V6-Motoren. Eines der entsprechend ausgestatteten Modelle ist der 2010 eingeführte Chevrolet Camaro SS.

Die Technik wird seit 2012 auch bei Vierzylindermotoren des VW-Konzerns eingesetzt.[3]

Die Mercedes-Schwester AMG will den Verbrauch ihrer Modelle bis 2012 um 30 Prozent senken; dafür bringen sie 2011 im Modell SLK 55 AMG einen neuen benzindirekteinspritzenden V8-Motor, der eine weiterentwickelte Version der Zylinderabschaltung nutzt und dazu zeitweise nur mit vier Zylindern arbeitet.[4][5]

Wenn im Teillastbetrieb Zylinder abgeschaltet werden, spricht man auch von „dynamischem Downsizing“.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter A. Wellers, Hermann Strobel, Erich Auch-Schwelk: Fachkunde Fahrzeugtechnik. 5. Auflage, Holland+Josenhans Verlag, Stuttgart, 1997, ISBN 3-7782-3520-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Patentschrift & Zeitungsartikel
  2. Kfz-Tech.de
  3. heise Autos: VW bringt dem 1.4 TSI Zylinderabschaltung bei
  4. handelsblatt.com vom 17. Juli 2009
  5. Mercedes E 63 AMG Geschäfts-Drucksache Artikel bei Spiegel-Online, abgerufen am 22. Juli 2011
  6. Rainer Golloch: Downsizing bei Verbrennungsmotoren, VDI-Buch, 2005, p.75