Drachenfelsstraße 30 (Königswinter)

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Ehem. Westfalenhof, Drachenfelsstraße 30 (2013)

Das Gebäude Drachenfelsstraße 30 (auch Westfalenhof genannt) ist ein ehemaliges Hotelgebäude in Königswinter, einer Stadt im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis, errichtet 1897. Es liegt unmittelbar westlich der rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke und steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebäude entstand als Hotel mit dem Namen Westfälischer Hof für den aus dem westfälischen Castrop stammenden Fritz Klein (1855–1922). Eröffnet wurde es 1898.[2] Zur Bahnstrecke hin verfügte das Hotel über zwei große Pavillons.[3] Unter einem neuen Besitzer, Christian Scheuss, erfolgten einige Um- und Anbauten an dem nunmehr[4] Westfalenhof genannten Hotel-Restaurant, im Zuge derer dem Gebäude eine als Caféterrasse dienende, umbiegende Glasveranda vorgelagert wurde. Nach der alliierten Besetzung Königswinters durch französische Truppen in Folge des Ruhrkampfs im Frühjahr 1923 richteten diese im Westfalenhof ihr örtliches Offiziers-Quartier ein.[5]

1987 wurde das ehemalige Hotelgebäude entkernt und in Eigentumswohnungen aufgeteilt. Dabei kam die dem Gebäude vorgelagerte Glasveranda zum Abriss.[6] Die Eintragung des Gebäudes in die Denkmalliste der Stadt Königswinter erfolgte am 26. Juli 1988.

Architektur[Bearbeiten]

Dachspitze (Bär mit Wetterfahne)

Das Gebäude ist ein dreigeschossiger villenähnlicher Putzbau. Stilistisch lässt er sich – dem überregionalen Anspruch zeitgenössischer Fremdendenverkehrsbauten Ausdruck verleihend – der Neorenaissance zurechnen. Die zur Drachenfelsstraße gelegene Hauptfassade wird von einem geschweiften Treppengiebel geprägt, der das westfälische Wappen zeigt und von einem Bär mit Wetterfahne bekrönt wird. Das erste Obergeschoss ist von einer Baldachinfigur eines Kriegers geschmückt.

„In Schmuckformen der Neorenaissance gestaltet, erinnert [der Westfalenhof] an städtische Villenbauten. Erst die spätere, dem Erdgeschoß vorgelagerte, umbiegende Caféterrasse wies den Bau auf den ersten Blick als Restaurant- und Hotelgebäude aus.“

Angelika Schyma (1992)[7]:54

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denkmalliste der Stadt Königswinter, Nummer A 67
  2. Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren 1750 bis 1950
  3. Elmar Heinen: Königswinter in alten Ansichten. Band 1, Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1976/ 1981, DNB 997748389, Abb. 69.
  4. Virtuelles Brückenhofmuseum
  5. Jens Klocksin: Separatisten im Rheinland, Bonn 1993, S. 41–64.
  6. Hotel Westfalenhof, Virtuelles Heimatmuseum Ittenbach
  7. Angelika Schyma: Stadt Königswinter. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler im Rheinland, Band 23.5.)

50.6745447.196806Koordinaten: 50° 40′ 28″ N, 7° 11′ 49″ O