Drenova

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Dieser Artikel behandelt einen Ort in Albanien. Zum albanischen Dichter siehe Aleksandër Stavre Drenova.
Drenovë
Drenova
Drenova (Albanien)
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40.58288888888920.791833333333940Koordinaten: 40° 35′ N, 20° 48′ O

Basisdaten
Qark: Korça
Kreis: Korça
Höhe: 940 m ü. A.
Einwohner: 5581 (2011)
Kfz-Kennzeichen: KO

Drenova (albanisch auch Drenovë) ist eine Ortschaft und eine Gemeinde im Südosten Albaniens im Kreis Korça. Das Dorf liegt südlich der Stadt Korça.

Die Gemeinde hat laut Volkszählung von 2011 5581 Einwohner.[1] Kommunale Quellen geben die Einwohnerzahl der Gemeinde mit 11.021 Personen an (2009).[2] 16 % der Bewohner sind jünger als 15 Jahre, 17 % sind 65 Jahre alt oder älter. Von 2211 Wohnungen oder Häusern in der Gemeinde stehen 448 leer und 330 sind im Besitz von Nicht-Einwohnern.[1]

Bis vor wenigen Jahrzehnten sprachen die meisten Bewohner noch Bulgarisch respektive Mazedonisch. Heute haben sie sich weitgehend an die albanische Umgebung assimiliert.[3][4][5][6]

Drenova mit den Morava-Bergen von Norden gesehen

Der Ort liegt am Rande der Ebene von Korça auf rund 940 m ü. A. Die Gemeinde ist eine von zwei Nachbargemeinden Korças und umgibt die Stadt im Süden. Im Osten der Ebene erheben sich die Morava-Berge (Malet i Moravës), die Höhen von bis zu 1800 m ü. A. erreichen. Zur Gemeinde zählen nebst dem Hauptort Drenova die Dörfer Boboshtica, Dardha, Mborja, Morava, Qatrom, Ravonik, Turani und Zapet.[2][7] Laut Angaben der Gemeinde leben 28 % der Einwohner in Mborja, das an Korça angrenzt, und 24 % im Dorf Drenova. Da das Total der von der Gemeinde kommunizierten Einwohnerzahl (2009) dasjenige der Volkszählung 2011 um fast das Doppelte übersteigt, sind die Angaben mit Vorsicht zu genießen: Boboshtica: 1466 Einwohner; Dardha: 140; Mborja: 3095; Morava: 1438; Qatrom: 867; Ravonik: 1025; Turani: 347; Zapet: keine Angaben.[2]

In den Bergen südlich von Drenova wurde während des Sozialismus Steinkohle abgebaut, die in den Kraftwerken in Korça und Maliq verbrannt wurde. Das Vorkommen gilt als ältestes und kalorienreichstes des Landes. Noch früher wurde in der Region Seidenraupen gezüchtet. Für die Zucht waren Maulbeerbäume notwendig, und die Beeren wurde Schnaps (raki mani) gebrannt, für den einige Dörfer der Gemeinde noch heute landesweit berühmt sind.[2][8][9][10][11]

Wälder in den Bergen südlich des Dorfes und der Minen sind als Nationalpark Drenova geschützt. Das Dorf Dardha befindet sich über zehn Kilometer von Drenova entfernt in den Bergen auf über 1300 m ü. A. Es verfügt über einen Kern historischer Häuser und ist ein Ausflugsort, der auch über Albaniens einzigen Skilift verfügt. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde gehören neben der Bergwelt alte orthodoxe Kirchen in Boboshtica und Mborja.[12][13]

In Drenova befindet sich ein Hochsicherheitsgefängnis.[14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Drenova – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Korçë 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF).
  2. a b c d Plani i zhvillimit lokal Komuna Drenovë. Juni 2009, abgerufen am 19. Oktober 2013 (PDF; 3,5 MB, albanisch).
  3.  Karl-Josef Schukalla: Nationale Minderheiten in Albanien und Albaner im Ausland. In: Klaus-Detlev Grothusen (Hrsg.): Albanien. Südosteuropa-Handbuch Band VII, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1993, ISBN 3-525-36207-2, S. 505–528.
  4. Margarita Peschewska: Положај македонске мањине у Албанији. In: Projekat Rastko. Становништво словенског поријекла у Албанији, 23. Juni 1990, abgerufen am 19. Oktober 2013 (serbisch).
  5. Petar Blachovitsch: Словенско становништво у Албанији у светлу етнолошке науке. In: Projekat Rastko. Становништво словенског поријекла у Албанији, 23. Juni 1990, abgerufen am 19. Oktober 2013 (serbisch).
  6. Macedonian Party. Abgerufen am 19. Oktober 2013 (englisch).
  7. Komuna Drenove. In: Shoqata e Komunave te Shqiperise. Abgerufen am 19. Oktober 2013 (albanisch).
  8.  Karl Schappelwein: Bergbau und Energiewirtschaft. In: Klaus-Detlev Grothusen (Hrsg.): Albanien. Südosteuropa-Handbuch Band VII, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1993, ISBN 3-525-36207-2, S. 376−390.
  9.  James Pettifer: Albania & Kosovo – Blue Guide. A & C Black, London 2001, ISBN 0-7136-5016-8.
  10.  Heinz Gstrein: Walter-Reiseführer Albanien. Walter-Verlag, Olten 1989, ISBN 3-530-29602-3.
  11. Manat e zeza të Drenovës dhe të Boboshticës. In: Korçapedia. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (sq offline=).
  12.  Meike Gutzweiler: Reise Know-How Albanien. Peter Rump, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8317-2194-8.
  13. Skigebiet Dardha. In: Skiresort.de. Abgerufen am 20. Oktober 2013.
  14. AFP: Sieben verurteilte Mörder aus albanischem Gefängnis ausgebrochen. In: Zeit Online. 23. November 2013, abgerufen am 24. November 2013.