Alghero

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Alghero / L'Alguer
Kein Wappen vorhanden.
Alghero / L'Alguer (Italien)
Alghero / L'Alguer
Staat: Italien
Region: Sardinien
Provinz: Sassari (SS)
Lokale Bezeichnung: S'Alighera / L'Alguer (ca)
Koordinaten: 40° 33′ N, 8° 19′ O40.558.31666666666677Koordinaten: 40° 33′ 0″ N, 8° 19′ 0″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 224,43 km²
Einwohner: 40.685 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 181 Einw./km²
Stadtviertel Sant'Agostino, Il Carmine, La Pivarada, Fertilia, Santa Maria La Palma, Porto Conte
Angrenzende Gemeinden Olmedo, Putifigari, Sassari, Uri, Villanova Monteleone
Postleitzahl: 07041
Vorwahl: 079
ISTAT-Nummer: 090003
Volksbezeichnung: Algheresi
Schutzpatron: San Michele Arcangelo
Website: Alghero

Alghero, katalanisch L'Alguer ([ləlˈɣe] (Standard) bzw. [ləlˈɣeɾ] (lokal)), sardisch S'Alighera, ist eine Stadt in der Provinz Sassari auf der italienischen Insel Sardinien. Sprachwissenschaftlich ist es als katalanische Sprachinsel von Bedeutung.

Allgemeines[Bearbeiten]

Alghero hat 40.685 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012) auf einer Fläche von 225 km² und liegt an der Westküste (Geografische Lage: 40° 33' Nord, 8° 19' Ost). Die Altstadt verfügt über viele mittelalterliche Baudenkmäler, die typisch für mittelalterliche Städte auf dem Gebiet der Krone von Aragon sind. Dicke Mauern umschließen die Altstadt, die auf einem Felsvorsprung liegt. Schmale Gassen und Steinstufen führen zu den Plätzen und Kirchen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Periode der Fremdherrschaft über Sardinien, die etwa 800 v. Chr. mit den Phöniziern und Karthagern begann und sich über etliche Zwischenstufen fortsetzte, wurde im 11. Jahrhundert in Alghero damit fortgeführt, dass die genuesische Familie Doria die Stadt im Namen der Republik Genua von sarazenischen Piraten befreite, besetzte und in eine Festung gegen die konkurrierenden Pisaner umbaute. Im Jahre 1354 eroberten die Katalanen (das Haus Aragon) die Stadt, bauten die Festung aus und vertrieben die einheimische Bevölkerung. Das führte unter anderem zur Gründung der Stadt Villanova Monteleone.

Sprache[Bearbeiten]

Katalanische und italienische Bezeichnungen der Straßenschilder in der Altstadt – beide Versionen nicht inhaltsgleich

Ein Teil der Einwohner spricht immer noch einen katalanischen Dialekt, da Kolonisten aus Barcelona die Stadt neu besiedelten, nachdem die Sarden 1372 nach einem Volksaufstand gegen den aragonischen König Pere IV. vertrieben wurden. Das Katalanische wurde im 17. Jahrhundert als offizielle Sprache durch das Spanische, später durch das Italienische ersetzt. Im Jahr 1990 verstanden noch etwa 60 % der Bevölkerung den katalanischen Dialekt von Alghero, der derzeit nur noch von wenigen Familien an ihre Kinder weitergegeben wird. Verschiedene Vereinigungen fördern die Sprache und die Kultur, wie z. B. das Maria-Montessori-Zentrum und das Kulturwerk von Alghero.

Die Sprache ist aber, trotz anderslautender Richtlinien zum Minderheitenschutz in der italienischen Verfassung, vor Ort nur dürftig geschützt. Die Einwohner sprechen daneben natürlich Italienisch und verstehen zumindest die lokalen sardischen Dialekte.

Die Bewohner von Alghero nennen ihre Stadt Klein-Barcelona. Unter den lebendigen Traditionen in Alghero sticht der Gesang der Sibylle hervor, der, wie auf Mallorca, in der Weihnachtsnacht gesungen wird.

Tourismus[Bearbeiten]

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Alte Stadtmauer – neue Seemauer

Heute ist die Stadt - mit einer der schönsten Altstädte und dem Hafen - ein Zentrum des sardischen Tourismus. Die Altstadt ist geprägt von lebendigem Treiben in engen Gassen. Zahlreiche Läden, darunter viele Souvenir- und Schmuckläden, machen das Flanieren zum kurzweiligen Vergnügen. Es wird besonders viel Korallenschmuck angeboten, denn die Korallenverarbeitung hat hier in Alghero, das auch als Korallenstadt bekannt ist, eine lange Tradition. Ursprünglich stammten die Korallen vom Capo Caccia, das jedoch nun unter strengem Artenschutz steht. Die vielen Hotels und Restaurants bieten eine vielfältige und sehr gute Gastronomie, vor allem Fisch und Meeresfrüchte werden zubereitet. Nirgendwo auf Sardinien gibt es mehr Hotels als in Alghero. Zahllose Kirchen, Piazze und Türme sind neben der Stadtmauer, den Museen, dem Aquarium und den Stränden nördlich der Stadt die Anziehungspunkte.

Die Stadt dehnt sich über Vorstädte wie Fertilia ins Umland aus. Die Umgebung, die Küstenstraße nach Bosa und die Passstraße nach Villanova Monteleone, gehören neben dem Nuraghen von Palmavera und der Domus de Janas-Nekropole von Anghelu Ruju und Santu Pedru zu den Sehenswürdigkeiten des Umlandes.

Anghelu Ruiu: Etwa acht Kilometer nördlich von Alghero hat man erst 1905 die nuraghische Nekropole Anghelu Ruiu entdeckt. Sie stammt aus der Zeit um 3300 bis 2500 v. Chr. und gehört zu den bedeutendsten und größten Anlagen auf Sardinien. Die 38 Gräber, aus denen die Ausgrabungsstätte besteht, erscheinen in der Struktur von Wohnhäusern. In den Domus de Janas, den Felskammergräbern, hat man zahlreiche wertvolle Grabbeigaben gefunden. Sie können in den archäologischen Museen von Cagliari und Sassari besichtigt werden.

Der Hafen ist ein guter Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung. Von der belebten Piazza di Bastione della Maddalena hat man einen schönen Blick auf die hier ankernden Boote und den Golf. An die Bastione della Maddalena schließt sich die Porta a Mare an. Durch sie gelangt man direkt in die Altstadt. Aber auch die Bastioni Magellano lässt sich von hier aus erreichen. Die Bastioni werden besonders gern besucht wegen des schönen Blicks über den Hafen und die Bucht.

Feiertage[Bearbeiten]

Die Karwoche[Bearbeiten]

Karfreitagsprozession: Die Christusfigur wird im Sarg aus der Kathedrale getragen

Die Woche vor Ostern ist in Alghero von rituellen Feierlichkeiten geprägt, die ihren Höhepunkt in der Karfreitagsprozession, der Processione del Discendimento finden. In deren Rahmen wird die hölzerne Christusfigur aus dem Dom vom Kreuz abgenommen und zusammen mit Bannern und anderen Statuen in einem Sarg durch die Stadt in die Chiesa della Misericordia getragen.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Römerbrücke bei Fertilia

Chiesa di San Michele (Kirche zum Heiligen Michael): Wiedererrichtet im 17. Jahrhundert nach der alten Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Diese Kirche ist bis heute Sitz des Jesuitenkollegs. Sie hat den Grundriss eines Kreuzes. Die Kuppel der Kirche stammt aus dem Jahr 1950 und ist einer der auffälligsten Blickpunkte der ganzen Stadt: Sie ist mit glasierten, farbigen Dachziegeln gedeckt.

Verkehr[Bearbeiten]

Alghero verfügt über ein System von Stadt- (servizi urbani) und Regionalbussen (servizi extraurbani), die sowohl die einzelnen Ortsteile von Alghero untereinander als auch die Stadt mit Orten im näheren und weiteren Umland verbinden. Betrieben wird der Busverkehr von dem Unternehmen ARST - TRASPORTI REGIONALI DELLA SARDEGNA. Von dem etwas außerhalb der Stadtmitte gelegenen Bahnhof besteht eine Zugverbindung nach Sassari.

Alghero hat einen internationalen Flughafen (IATA-Code: AHO). Ganzjährige Linienflugverbindungen verbinden Alghero mit Rom und Mailand, seit Februar 2004 besteht eine reguläre Flugverbindung zu der katalanischen Stadt Girona. Die Billigflug-Gesellschaft Ryanair verbindet Alghero mit den deutschen Flughäfen Bremen, Dortmund, Hahn (Hunsrück), Memmingen und Weeze sowie mit Bratislava in der Slowakei, Graz in Österreich und vielen weiteren Städten in Europa.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alghero – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Andrea Behrmann: Su Desclavament – die lange Karfreitagsnacht in Alghero. sardinien.com, 16. April 2009, abgerufen am 30. Mai 2014.