East London Museum

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Das East London Museum ist eine öffentliche Sammlung auf naturkundlichen und historischen Themengebieten in der südafrikanischen Hafenstadt East London (Stadtteil Southernwood). Es wurde 1921 in Form einer privaten Museumsgesellschaft gegründet und entwickelte sich zu einer wichtigen Museumseinrichtung im südlichen Afrika.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung erfolgte am 19. Juli 1921 als private Museumsgesellschaft (Museum Society) durch interessierte Bewohner der Stadt. Zu diesem Personenkreis zählten der Bürgermeister J. Neale und sein Stellvertreter James Bruce-Bays. Zum Präsidenten der Gesellschaft wählte man den promovierten Botaniker George Rattray (1872–1941)[1][2], den damaligen Principal[3] des Selborne College[4] in der Stadt. Die frühen Treffen der Gesellschaft fanden in den privaten Wohnhäusern der Mitglieder statt. Zu ihren Aktivitäten zählte die Sammlung von Spenden und musealen Objekten. Die Sammlungsbestände waren in einem Raum über der Teestube eines Einkaufsmarktes in der Oxford Street untergebracht.

Den Status als Provinzmuseum erhielt die Einrichtung am 28. November 1924. Im Folgejahr übertrug die Stadtverwaltung von East London der Gesellschaft ein Grundstück im Stadtteil Selborne zum Zwecke eines eigenen Neubaus. Im Jahr 1926 zogen die wachsenden Sammlungen in Räume des Hauses Gladstone Street 9 und 1930 in die Gladstone Street 15 um.

Den ersten Museumsneubau errichtete man in Nachbarschaft zum Technical College von East London (berufs- und studienvorbereitende Schule[5][6]) im Stadtteil Selborne. Dort eröffnete das Museum am 26. September 1931 in Anwesenheit eines hohen Provinzbeamten seine erste öffentlich zugängliche Sammlung. Dessen Leitung wurde im Dezember des Gründungsjahres Marjorie Courtenay-Latimer mit der Bezeichnung Kuratorin übertragen. Sie führte diese Einrichtung, seit 1945 unter der Bezeichnung „Direktor“, bis in das Jahr 1973. In der Zeit bis 1945 wuchsen die Sammlungsbestände beträchtlich an. Deshalb zog das Museum 1950 in ein neues Gebäude an der Oxford Street, in dem es im November wieder eröffnet wurde. Bei seiner Eröffnung war der Verwalter der Kapprovinz J. G. Carinus anwesend. Das alte Museumsdomizil hatte das Technical College erworben.

Zwischen 1982 und 1983 erfolgten größere Erweiterungsbauten für Ausstellungsflächen, Werkstattbereiche und Verwaltung. Die Entwicklungen des Sammlungsbestandes machten einen weiteren Ausbau erforderlich. Mit Mitteln des National Lottery Distribution Trust Fund (Lotterie-Stiftung) errichtete man ab 2005 ein neues Magazingebäude und eine neue Vortragshalle. Die offizielle Übergabe erfolgte am 22. Juni 2006.

Sammlungen[Bearbeiten]

Die Sammlungen und Ausstellungsbestände gliedern sich in drei Bereiche:

  • Naturkundliche Sammlung
Dieser Sammlungsteil umfasst Objekte aus den Bereichen Säugetiere, Reptilien, Vogelkunde, Fische, Weichtierkunde und Botanik.
  • Kultur- und siedlungsgeschichtliche Sammlung
Hier werden Zeugnisse aus der Besiedlungsgeschichte der südlichen Nguni und San sowie der deutschen und britischen Einwanderer bewahrt und präsentiert.
  • Seefahrtsgeschichtliche Sammlung
Diese Abteilung befasst sich mit Entdeckungsreisen, der Entwicklung des Hafens von East London sowie Schiffswracks und Bergung bei Schiffskatastrophen

Im Museum befindet sich eine öffentliche Fachbibliothek und ein Vortragszentrum.

Dycinodont aus Triasablagerungen in Südafrika

Besondere Ausstellungsobjekte

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Suchbegriff rattrayi
  2. Urs Eggli, Leonard E. Newton: Etymological Dictionary of Succulent Plant Names. Berlin, Heidelberg 2004 S. 200 ISBN 3-540-00489-0
  3. Liste der Schuldirektoren: 1904 - 1930 Dr George Rattray
  4. Selborne College: About Selborne (englisch)
  5. Stirling High School: History (englisch)
  6. Port Rex Technical High School: Brief history (englisch)
  7. Govender Romala: Morphological and functional analysis of the postcranial anatomy of two Dicynodont morphotypes from the Cynognathus Assemblage Zone of South Africa and their taxonomic implications. (Wits-Diss.) 2007
  8. a b Jacobs Zenobia, David L. Roberts: Last Interglacial Age for aeolian and marine deposits and the Nahoon fossil human footprints, Southeast Coast of South Africa. In: Quaternary Geochronology, Jg 4 (2009), Heft 2, S. 160-169 (Abstract) (englisch)
  9. Environmental impact assessment for three proposed nuclear power station sities and associated infrastructure. Eskom 2010 Dokument S. 112 (Version vom 16. Mai 2011 im Internet Archive) (englisch)
  10. Edgar D. Mountain: Footprints in calcareous sandstone at Nahoon Point. in: South African Journal of Science, Volume 62 (1966), Nummer 4, S. 103-111
  11. Abbildungen der Sammlungsstücke im Museum

-32.99521383333327.897414833333Koordinaten: 32° 59′ 42,77″ S, 27° 53′ 50,69″ O