Eckhart Tolle

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Eckhart Tolle

Eckhart Tolle (* 16. Februar 1948 in Lünen als Ulrich Tolle[1]) ist ein kanadischer spiritueller Lehrer und Bestsellerautor spiritueller Bücher. Er stammt ursprünglich aus Deutschland und lebt in Vancouver.

Leben[Bearbeiten]

Eckhart Tolle wurde in Deutschland geboren, verbrachte aber ab dem 13. Lebensjahr seine Jugend bei seinem Vater in Spanien. Mit 19 zog er nach England. Nach eigenen Angaben schloss er ein Studium an der Universität London ab und war an der University of Cambridge in Forschung und Supervision tätig.[2]

Im Alter von neunundzwanzig Jahren erlebte er, nach eigenen Angaben, ein plötzliches und radikales spirituelles Erwachen. Von diesem Augenblick an fühlte er sich zum spirituellen Lehrer berufen.

Schriften und Themen[Bearbeiten]

Er hat bisher vier Bücher veröffentlicht. Das erste, das auch als Nummer Eins auf der Bestsellerliste der New York Times zu finden war, wurde in 30 Sprachen übersetzt.

In seinen Büchern verwendet Tolle Bilder und mystische Aussagen aus verschiedenen Traditionen wie etwa christliche Mystik, Sufismus oder Buddhismus, um den von ihm vorgeschlagenen Weg zu innerer Freiheit zu beschreiben. Eckhart Tolle hat verschiedene Länder der Erde bereist und dort gelehrt.

Die von ihm selbst vollzogene Namensänderung von Ulrich auf Eckhart ist nach Ansicht einiger eine Anspielung auf den deutschen Mystiker Meister Eckhart.

Lehre[Bearbeiten]

Nach eigenen Angaben fühlt sich Tolle keiner Tradition verpflichtet und keiner Lehre im Sinne einer Weltanschauung. Implizite Parallelen seiner Anschauung und Lehre, zu deren Erreichen er fast ausschließlich methodische Unterweisungen vorsieht, sieht er vor allem zum Advaita Vedanta, zum Daoismus oder zum Zen-Buddhismus, da er eine psychische Entwicklungsfähigkeit des Menschen postuliert.

Er bezeichnet folgende Schlüsselbegriffe als kennzeichnend für sein Denken:

  • Sein/das Unmanifeste/das Formlose: die Ebene der letztendlichen Wirklichkeit, die Essenz, die wahre Natur, das Göttliche. Der Gegenpol zur Ebene von Form und Zeit, der Ebene des Manifesten.
  • Unbewusstheit: ein verstandesdominierter Zustand des Geistes, in dem der Mensch blind ist für die tiefere Dimension des Seins. Der Zugang zur Ebene des „Formlosen“ ist nur jenseits des Denkens möglich.
  • Ego/Identität: Die Summe aller Merkmale einer Person, aus denen der Verstand ein Selbst-Bild konstruiert. Identität im konstruktivistischen Sinn entsteht, wenn eine Person sich mit spezifischen Merkmalen (Aussehen, beruflicher Status, Zugehörigkeit zu einer Nation oder Religionsgemeinschaft) identifiziert. Diese Merkmale sind gleichsam das Rohmaterial, das der Verstand zu einem kompakten Ego zusammenfügt. Tolle hingegen versteht unter Identität die Selbsterkenntnis als das Formlose.[3]
  • Lebenssituation: ein sich im Zeitlichen manifestierender Ausschnitt einer persönlichen Biographie. Ein individueller lebensgeschichtlicher Abschnitt, aus dem der unbewusste Geist ein „Ego“ konstruiert.
  • Schmerzkörper: die Summe biographischen Leidens, die sich zu einem negativen quasi-autonomen Energiefeld verdichtet. Die Auflösung des Schmerzkörpers geschieht dann, wenn ein Mensch seine Identifikation mit dem Schmerzkörper durchbricht.

In einem Interview mit John Parker[4] führt er dies u. a. aus. Er habe verschiedenen Lehrern zugehört, die ihm geholfen hätten, seinen eigenen Zustand zu verstehen. Anfangs sei da Achan Sumedo, ein buddhistischer Abt gewesen. In London habe er einige Zeit mit Barry Long[5] verbracht. Bedeutung hätten auch besonders die Lehrer Krishnamurti und Ramana Maharshi gehabt. Er fühle, dass die Arbeit, die er tue, ein Zusammenkommen des „Lehrstromes“ von Krishnamurti und Ramana Maharshi sei.

Zitate über Eckhart Tolle[Bearbeiten]

„Eckhart Tolle ist da. Ein unscheinbarer Mann von 56 Jahren. Sparsame Gestik. Lakonische Mimik. Er wirkt in sich ruhend, unaufgeregt, von einer fast verstörenden Gelassenheit. „Vergewissert euch, dass ihr hier seid“, sagt dieser Antiguru, Antimotivator, Antientertainer, der auf den ersten Blick wirkt wie ein verschüchterter, durch einen nicht zu erklärenden Irrsinn des Schicksals auf die große Bühne gestoßener Theologiestudent im 20. Semester. [...] Eckhart Tolle doziert nicht, er meditiert laut. Umschweifig, abschweifend, selten konkret; die Menschen des Entertainment- und Boulevard-Zeitalters mögen leicht verdaulich Erbauliches. [...] Vorwerfen kann man den Erleuchteten außer Platitüdennähe kaum etwas. Sie geben keine Heilsversprechen. Sie dogmatisieren nicht.“

DIE ZEIT[6]

„Eckhart Tolle, in Lünen geboren, wurde in den USA zum spirituellen Weltstar. Kurz gefasst lehrt er: Lebe jetzt.“

Eckart von Hirschhausen in seiner Kolumne bei Stern Gesund leben, 6/2011, S. 122[7]
Metallschild mit Tolle-Zitat auf einer Parkbank in Redding

Werke[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

Filme und Tondokumente[Bearbeiten]

  • Jetzt! Die Kraft der Gegenwart. (Als Lesung des Autors auf 8 CDs).
  • Die Transformation des Bewusstseins. (Als DVD oder Video).
  • Freiheit von Gedanken. (Als DVD oder Video).
  • Torwege zum Jetzt. CD Die drei Techniken zu höherem Bewusstsein.
  • Freiheit von Gedanken. 3 Audio-CDs des Vortrags in Fürstenfeldbruck vom 9. Mai.
  • Es ist immer Jetzt! 5 CDs Audios der Vorträge in Zürich und Bern vom 11. und 15. Mai.
  • Finde die Stille in Dir (6 Audio-CDs).
  • Leben aus der Fülle des Seins, 1 DVD-Video, bzw. 2 CDs Audio des Vortrages in Berlin am 15. September 2007.
  • Eine neue Erde: Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung (Als Lesung des Autors auf 9 CDs).
  • Entdecke deine Bestimmung im Leben. 1 DVD eines Vortrags in California, 2008 mit deutschen Untertiteln.
  • Leben im Jetzt - aber wie? Teil 1 und 2, je 1 DVD-Video bzw. 2 CDs Audio der Vorträge in Karlsruhe (26.Oktober 2010) und Hannover (28.Oktober 2010).
  • Warum es wichtig ist, anders zu sein: Der legendäre Dialog mit Wayne W. Dyer, 1 DVD-Video mit deutscher Tonspur und Buch zum Gespräch auf Hawaii (29. Oktober 2011).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel in den Ruhr-Nachrichten (27. Mai 2008)
  2. Jetzt!: die Kraft der Gegenwart (Google Books)
  3. E. Tolle, Sri Aurobindo, deutsche Ausgabe, 1. Aufl. 2012, S. 81
  4. Auszug aus einem Interview von Eckhart Tolle mit John Parker (englisch)
  5. YouTube: Eckhart Tolle and his Aussie Mate
  6. Christian Schüle: Esoterik - Schrei nach Stille, Artikel auf Zeit-Online (2004)
  7. Eckarts Sprechstunde auf Stern Gesund leben

Weblinks[Bearbeiten]