Lünen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lünen
Lünen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lünen hervorgehoben
51.6166666666677.516666666666758Koordinaten: 51° 37′ N, 7° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Unna
Höhe: 58 m ü. NHN
Fläche: 59,2 km²
Einwohner: 84.775 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1432 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 44532, 44534, 44536
Vorwahlen: 02306 (Ortsnetz Lünen), 0231 (Ortsnetz Dortmund für den Stadtteil Brambauer)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: UN, LÜN
Gemeindeschlüssel: 05 9 78 024
Stadtgliederung: 14 statistische Bezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Willy-Brandt-Platz 1
44532 Lünen
Webpräsenz: www.luenen.de
Bürgermeister: Hans Wilhelm Stodollick (SPD)
Lage der Stadt Lünen im Kreis Unna
Dortmund Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Hamm Kreis Coesfeld Kreis Soest Kreis Warendorf Märkischer Kreis Bergkamen Bönen Fröndenberg/Ruhr Holzwickede Kamen Lünen Schwerte Selm Unna WerneKarte
Über dieses Bild

Lünen ist die größte Stadt des Kreises Unna im westlichen Westfalen im Regierungsbezirk Arnsberg. Lünen gehört dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie dem Regionalverband Ruhr an. Die ehemals kreisfreie Stadt ist heute ein Mittelzentrum, das durch seine Lage am nordöstlichen Rand des Ruhrgebiets und am südlichen Rand des Münsterlandes sowohl von industriellem als auch von ländlichem Einfluss geprägt ist. Lünen gehörte als sogenannte Beistadt der mittelalterlichen Hanse an und ist heute Mitglied im Hansebund der Neuzeit.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lünen liegt an der Grenze zwischen dem Münsterland und dem Hellweg in der Westfälischen Bucht nördlich von Dortmund. Im Westen grenzt die Stadt an Waltrop im Kreis Recklinghausen, im Norden schließen sich Selm und Werne an, die östliche Stadtgrenze teilt sich Lünen mit Bergkamen und Kamen. Die vier letztgenannten Städte sind wie Lünen Teil des Kreises Unna, der Mitglied im Regionalverband Ruhr ist. Lünen lässt sich daher zum Ruhrgebiet zählen, vor allem im Norden des Stadtgebietes ist jedoch auch eine ländliche Prägung durch die Nähe zum Münsterland bemerkbar.

Neben dem Datteln-Hamm-Kanal, der im Süden der Stadt verläuft, prägt die durch die Innenstadt fließende Lippe das Stadtbild. Außerdem fließt durch Lünen das Flüsschen Seseke, welches südöstlich der Innenstadt in die Lippe mündet. Noch heute verläuft die Grenze zwischen dem Bistum Münster und dem Erzbistum Paderborn entlang der Lippe durch die Stadt.

In einigen Gebieten ist die Bebauung stark vom Bergbau geprägt, weshalb in diesen Gebieten auch Bergschäden vorkommen. Dies ist besonders in den südlichen Teilen von Lünen der Fall.

An Erhebungen gibt es den Buchenberg, den Wüstenknapp und im Norden den Vogelsberg, welche heute nicht mehr als Hügel bzw. als Kuppe wahrgenommen werden, da sie stark verbaut sind.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das rasche Wachstum Lünens machte es nötig, die Zahl der statistischen Bezirke mehrmals zu erhöhen, und so besteht Lünen seit dem Jahre 2004 aus vierzehn statistischen Bezirken:

Lünen-Mitte, Geistviertel, Osterfeld, Lünen-Nord, Beckinghausen, Niederaden, Horstmar, Lünen-Süd, Gahmen, Brambauer, Lippholthausen, Alstedde, Nordlünen und Wethmar

Die historischen und gewachsenen Stadtteile decken sich mit den statistischen Bezirken, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht mehr direkt mit den alten Ortsteilgrenzen.

Innenstadt mit Lippebrücke

Die Zusammensetzung der Stadt aus mehreren großen Stadtteilzentren (Brambauer, Süd, Mitte und Altlünen) macht sich deutlich bemerkbar und lässt die Stadt kleiner erscheinen als sie ist. Zudem unterscheiden sich die einzelnen Stadtteile zum Teil deutlich in Struktur und Lage.

So sehen manche Bewohner die Stadtteile Alstedde, Nordlünen und Wethmar, die bis 1974 die selbstständige Gemeinde Altlünen im Amt Bork (Kreis Lüdinghausen) bildeten und, da nördlich der Lippe gelegen, historisch zum Münsterland zählen, als nach Lokalkolorit „eigenständige Altgemeinde“.

Der „randständige“ süd-westliche Stadtteil Brambauer hingegen liegt nicht nur geographisch „außerhalb“. In das lange Zeit vom Bergbau geprägte Brambauer kamen erst Arbeitssuchende aus dem deutschen Osten und den Niederlanden, dann aus Italien und der Türkei und später wieder aus dem deutschen Osten (Spätaussiedler). So ist die hier lebende Bevölkerung bunt gefächert.

Der Stadtteil Lünen-Süd, in der Struktur Brambauer ähnlich, hat sich allerdings, was die Einwohner angeht, etwas eigenständiger gehalten. Das Besondere hier ist die direkte Nähe zu Dortmund-Derne. Auf den Derner Zechen waren viele Lünen-Süder beschäftigt, ohne dass in Lünen-Süd eine eigene Zeche bestand. Eine Zeche gab es jedoch in den angrenzenden Ortsteilen Horstmar und Gahmen. Dies hatte über Jahrzehnte den Vorteil geringerer Emissionen in Lünen-Süd, allerdings litt und leiden Lünen-Süd, aber auch Horstmar und Gahmen über deutliche Bergschäden.

Ehemalige Grenze zwischen Lünen und Altlünen[Bearbeiten]

Bis 1974 war Altlünen eine selbstständige Gemeinde im Amt Bork, Kreis Lüdinghausen, Regierungsbezirk Münster. Die damalige Grenze zwischen Altlünen und Lünen und somit zwischen dem Regierungsbezirk Münster und dem Regierungsbezirk Arnsberg verlief die Lippe und den mittlerweile vollständig verrohrten in die Lippe mündenden Wevelsbach entlang. Ausnahme hiervon ist die Schlossallee im Stadtteil Lippholthausen, die über die Lippe hinweg zum mittlerweile abgerissenen Haus Buddenburg führt, das mit seiner unmittelbaren Umgebung nicht zu Altlünen gehörte.

Der dem Lauf des Wevelsbaches folgende Grenzverlauf ab der Mündung in die Lippe ist wie folgt: Etwa 200 m vor der jetzigen Brücke der Konrad-Adenauer-Straße führt die Grenze zwischen Lünen und Altlünen von Westen kommend von der Lippe weg nach Norden, überquert kurz vor der Einmündung der Straße In den Erlen die Borker Straße, anschließend die Bahnlinie Dortmund – Gronau, die Döttelbeckstraße und die Straße Am Katzbach. Als Nächstes verläuft sie südlich der Straßen Am Mispelbohm, Löwen-Köster-Straße und Friedrich-Wilhelm-Weber-Straße bis zur Grenzstraße. Diese überquert sie und führt in Richtung Süden weiter hinter der östlichen Bebauung der Grenzstraße, überquert die Bahnlinie Dortmund – Münster und die Münsterstraße direkt vor der Abzweigung der Dorfstraße. Anschließend folgt sie dem Rand der östlichen Bebauung der Straße Krummer Weg, um schließlich die Zwolle-Allee querend und in östlicher Richtung verlaufend den Lippebogen südlich der ehemaligen Westfalia-Hütte zu erreichen.

Klima[Bearbeiten]

Generell ist das Klima in Lünen eher atlantisch als kontinental geprägt. Da Lünen am Rand des Ruhrgebietes liegt, zeigen sich in Lünen einige typische klimatische Merkmale dicht besiedelter Räume. Die Niederschlagsmenge im langjährigen Mittel beträgt 700 – 730 mm. Niederschlagsreichster Monat ist der Juli, am wenigsten regnet es im Februar. Durchschnittlich 21 Tage im Jahr haben eine höhere Tagesmitteltemperatur als 25 °C, 45 Tage im Jahr eine niedrigere Tagesmitteltemperatur als 0 °C. Die Jahresmitteltemperatur beträgt knapp 10 °C, die durchschnittliche Sonnenscheindauer pro Jahr fast 1500 Stunden. Die Schwefeldioxid-Belastung ist in den letzten 30 bis 40 Jahren wesentlich gesenkt worden.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Um Christi Geburt unterhielten römische Truppen im Gebiet des heutigen Ortsteils Beckinghausen das Uferlager für das Legionslager in Oberaden. Fränkische und sächsische Grabanlagen in Wethmar belegen frühmittelalterliche Siedlungen. Um 880/890 wird Lünen im Heberegister des Benediktinerklosters Werden an der Ruhr erstmals erwähnt. Das Urbar (Heberegister) enthält viele Orte und Bauerschaften im westfälischen Raum, die zum ersten Mal genannt werden. Für Lünen sind dies die vier Bauerschaften Alstedde (Alstedi), Wethmar (Wetmeri), Nordlünen (Nordliunon) und Südlünen (Sudliunon). Liunon bedeutet Anhöhe/Schutz (vor dem Hochwasser der Lippe).

Aufgrund seiner Lage an einem Lippeübergang einer bedeutenden Fernhandelsstraße (vom Niederrhein bis zur Nord- und Ostsee) entwickelte sich Südlünen zum Kirchdorf Lünen. Um 1018 entstand der erste Steinbau der St.-Marien-Kirche. Anfang des 13. Jahrhunderts diente Lünen mehrmals als Versammlungsort der westfälischen Landesherren. Um 1215 erhielt der Ort eine Befestigung (Wall, Graben). In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts besaß Lünen den Status einer Stadt (1279 „oppidum“).

Um 1300 wurde die St.-Marien-Kirche nach ihrer Zerstörung 1254 (Schlacht bei Brechten) als frühgotische Hallenkirche neu errichtet. Kurz vor 1300 (1288?) gelangte Lünen in den Machtbereich des Grafen Eberhard von der Mark, nicht 1302 durch Verpfändung, wie lange Zeit vermutet wurde. 1336 verlegte Eberhards Nachfolger, Adolf II. (von der Mark), Lünen aus politischen und militärischen Gründen vom Nordufer auf das Südufer der Lippe und verlieh der Stadt 1341 (märkisches) Stadtrecht.

Im Jahre 1366 wurde die Lünener St.-Georg-Kirche als Filialkirche im Pfarrbezirk Brechten fertiggestellt. Erst 1627 wurde die Kirche von der Brechtener Mutterkirche gelöst. Nördlich der Lippe, im Umfeld der St.-Marien-Kirche, verblieben nur wenige Bewohner, die auch vom Wallfahrtsverkehr zum Gnadenbild in der Kirche lebten. Das Gnadenbild Unserer Lieben Frau von Lünen-Alt ist das älteste erhaltene Gnadenbild des Bistums Münster. Eine Besonderheit ist, dass sich die Wallfahrt bereits im Mittelalter nachweisen lässt. Somit ist die St.-Marien-Kirche der älteste Marienwallfahrtsort im Bistum Münster. Die Wallfahrt hatte eine große Bedeutung für die Entwicklung des frühen Lünens.

Neuzeit[Bearbeiten]

Ein Großbrand zerstörte nahezu alle Gebäude der Stadt im Jahre 1512. Eine Zollliste aus den Jahren 1573 und 1574 dokumentierte den sogenannten „Ochsenweg“, über den Vieh, besonders Rinder, und Handelswaren, darunter Bier, Käse, Wein, Eisen, Kohle und Kalk, durch Lünen transportiert wurden. Der Stadt gelang es, bis 1598 alle Feinde zurückzuhalten. Erst eine neue Waffe, die Kanone, war den alten Verteidigungsanlagen überlegen, so dass die Lüner spanische Soldaten während des Spanisch-Niederländischen Krieges einlassen mussten. 1609 gelangte Lünen unter Johann Sigismund von Hohenzollern in den Machtbereich der Kurfürsten von Brandenburg. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges wurde Lünen mehrfach militärisch besetzt. Ein besonders schlimmes Jahr war 1634, als Lünen fünf verschiedene Besatzungen erleiden musste. Die Befestigungsanlagen wurden in diesem Krieg zweimal geschleift und wieder aufgebaut. 1719 lebten 1238 Menschen in Lünen, vor allem Handwerker, Kaufleute und Arbeiter, die nebenberuflich auch in der Landwirtschaft tätig waren (Ackerbürger). Im Siebenjährigen Krieg lag Lünen lange Zeit in einer Kampfzone, so dass die Stadt durch ständige Einquartierungen völlig verarmte. 1759 wurde die Stadtmauer teilweise geschleift; 1765 lebten in Lünen nur noch 972 Menschen.

Heinrich von Kleist bewarb sich im Sommer 1808 auf die freigewordene Stelle eines Postdirektors in Lünen.

1822 wurde eine neue „Kunststraßenverbindung“ zwischen Lünen und Dortmund fertiggestellt, 1823 zwischen Lünen und Werne. 1826 entstand in Lünen die Eisenhütte „Westfalia“ als erstes Industrieunternehmen im Lüner Raum. 1838 erhielt Lünen einen Getreide- und Gemüsemarkt, der jeden Dienstag stattfand. 1874 wurde Lünen amtsfrei. 1875 ging die Eisenbahnstrecke Dortmund – Lünen in Betrieb. 1896 wurde der Neubau der St.-Marien-Kirche geweiht.

Im Ersten Weltkrieg waren aus Lünen über 1000 Gefallene zu beklagen.

Am 1. Juli 1914 schloss sich Lippholthausen Lünen an, am 1. Oktober 1923 vergrößerte sich Lünen um die Stadtteile Gahmen, Horstmar und Beckinghausen. Vom 24. Januar 1923 bis zum September 1924 waren in Lünen südlich der Lippe im Rahmen der Ruhrbesetzung unter dem örtlichen Major Ronforts französische Truppen stationiert. An den Lippe-Brücken, unter anderem an der Langen Straße, waren Grenzübergänge mit Passkontrollen eingerichtet. Mit Wirkung vom 1. April 1928 wurde der Ort Brambauer im Zuge der Kommunalreform eingemeindet. Gleichzeitig wurde Lünen kreisfreie Stadt. Im gleichen Jahr ging die Bahnstrecke Preußen (Lünen)-Münster in Betrieb. Während der Novemberpogrome 1938 wurden drei jüdische Bürger ermordet (ein weiterer erlag später seinen schweren Verletzungen). In den Jahren 1940 bis 1945, während des Zweiten Weltkriegs, töteten Brand- und Sprengbomben 287 Bewohner und zerstörten über 2600 Häuser; 1083 Gefallene aus Lünen sind zu beklagen. Gegen Ende des Krieges wurde die Lippebrücke in der Innenstadt von deutschen Pionieren gesprengt.

In den 1960er und 1970er Jahren mussten, im Geiste der Zeit, viele der Gebäude in der Innenstadt (südlich der Lippe) großen Bauvorhaben wie dem neuen Rathaus und dem ehemaligen Kaufhaus Hertie weichen. Viele Fassaden wurden nach der Entfernung des Stucks und sonstiger Verzierungen ohne Fassadenrelief verputzt. Dennoch wurden in dieser Zeit auch einige interessante und sehenswerte Bauten errichtet. So ist die Stadt von starken Kontrasten geprägt, so dass man vom Willy-Brandt-Platz mit Rathochhaus, technischem Rathaus und neuem Cineworld-Kino in nur ein paar Minuten die alten Straßen der Innenstadt mit ihren Fachwerkhäusern erreicht.

Zwischen 1954 und 1960 entstanden das inzwischen abgerissene Hallenbad, das Heinz-Hilpert-Theater, das Geschwister-Scholl-Gymnasium (heute Gesamtschule) und das neue Rathaus. Am 1. Januar 1968 kam Niederaden zu Lünen. Im Zuge der Gemeinde- und Kreisgebietsreform schlossen sich mit Wirkung vom 1. Januar 1975 Lünen und Altlünen zusammen. Zugleich wurde Lünen Teil des Kreises Unna. 1996 fand in Lünen die nordrhein-westfälische Landesgartenschau statt. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts führt durch Lünen der Jakobsweg (Weg 1 durch Westfalen).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • 1. Juli 1914: Lippholthausen[2]
  • 1. Oktober 1923: Beckinghausen, Gahmen und Horstmar[2]
  • 1. April 1928: Brambauer und ein Teil von Derne[2]
  • 1. Januar 1968: Niederaden[3]
  • 1. Januar 1975: Altlünen[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1719 lebten in Lünen 1.238 Menschen. Bis in das 19. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl nur langsam. Durch die Industrialisierung im 20. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung der Stadt sehr schnell. Lebten 1890 erst 4.500 Menschen in Lünen, so waren es 1939 bereits 46.000. Mit der Eingemeindung von Altlünen (15.500 Einwohner 1974) wuchs die Einwohnerzahl von 70.000 im Jahre 1974 auf 86.000 am 1. Januar 1975. Bemerkenswert ist, dass bei etwa gleichen Einwohnerzahlen von Gesamt-Lünen von etwa 86.000 Einwohnern (2013) die Einwohnerzahl im Zeitraum 1974-2013 im Ortsteil Altlünen um fast 6.000 Einwohner (15.500 ggü. 21.200) zugenommen hat (plus 35 %), ergo die Einwohnerzahl im (Stamm-)Lünen um ebenfalls etwa 6.000 Einwohner (von 71.000 auf 65.000) entsprechend gesunken ist (minus ca. 10 %).

Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Lünen nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 90.381 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Davon waren etwa 46.000 weiblich und 44.000 männlich. Der Ausländeranteil lag bei rund zehn Prozent. Laut der Landesdatenbank NRW lebten Ende 2011 in Lünen noch 87.061 Einwohner (Rückgang gegenüber 2005: ca. 3,7 %). Lünen steht auf dem 93. Platz der größten Städte in Deutschland (Stand: 31. Dezember 2012).

Die Bertelsmann-Stiftung geht in ihrer Prognose aus 2009 von einem Bevölkerungsrückgang bis zum Jahr 2030 von etwa 87.000 (2009) auf rd. 76.500 (2030) aus. Das entspricht einem prozentualen Rückgang von ca. 13 %.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei 1719 handelt es sich um eine Schätzung, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1719 1.238
1. Dezember 1840 ¹ 2.117
3. Dezember 1855 ¹ 2.651
1. Dezember 1871 ¹ 3.000
1. Dezember 1885 ¹ 3.907
1. Dezember 1890 ¹ 4.500
1. Dezember 1900 ¹ 9.000
1. Dezember 1905 ¹ 8.800
1. Dezember 1910 ¹ 10.530
1. Dezember 1916 ¹ 15.155
5. Dezember 1917 ¹ 15.156
8. Oktober 1919 ¹ 16.800
16. Juni 1925 ¹ 23.835
16. Juni 1933 ¹ 45.617
17. Mai 1939 ¹ 46.310
31. Dezember 1945 46.157
29. Oktober 1946 ¹ 51.989
Jahr Einwohner
13. September 1950 ¹ 61.305
25. September 1956 ¹ 68.371
6. Juni 1961 ¹ 72.171
31. Dezember 1965 73.139
27. Mai 1970 ¹ 71.658
31. Dezember 1975 85.685
31. Dezember 1980 85.872
31. Dezember 1985 84.532
25. Mai 1987 ¹ 84.664
31. Dezember 1990 87.845
31. Dezember 1995 91.592
31. Dezember 2000 92.017
31. Dezember 2005 90.022
31. Dezember 2009 87.783
31. Dezember 2011 85.554
31. Dezember 2012 84.798
31. Dezember 2013 84.775

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen[Bearbeiten]

Je knapp 40 Prozent der Lünener bekennen sich zum katholischen bzw. evangelischen Christentum. Rund zehn Prozent der Lünener sind Muslime. Historisch gehörte das Gebiet des heutigen Lünen nördlich der Lippe zum katholischen Fürstbistum Münster, während das Gebiet südlich der Lippe mit der Reformation protestantisch wurde. In der Kaiserzeit zogen viele polnischsprachige Arbeitnehmer aus der Provinz Posen zu, die meist katholisch waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele meist protestantische Zuwanderer aus den Ostgebieten nach Lünen. Es existieren weiterhin Gemeinden anderer christlicher Konfessionen wie auch muslimische Moscheegemeinden. Die katholischen Gemeinden gehören nördlich der Lippe zum Bistum Münster (Pfarrei St. Marien mit den Teilgemeinden St. Marien, St. Gottfried, St. Norbert und St. Ludger), südlich der Lippe gehören sie zum Erzbistum Paderborn.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt Lünen setzt sich seit der letzten Kommunalwahl (25. Mai 2014) wie folgt zusammen:

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975[Bearbeiten]

In der Liste[5][6][7][8][9] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.

Jahr SPD CDU GFL Grüne1 FDP Linke UWG Statt
1975 54,4 39,3 5,4
1979 55,4 39,8 4,1
1984 53,7 35,0 9,5 1,6
1989 55,1 32,5 9,9 2,6
1994 52,4 37,1 9,7
1999 44,0 45,9 5,4 2,1 2,6
220042 43,2 37,2 9,3 5,1 5,0
2009 36,8 23,9 13,1 11,3 6,0 5,3 2,4 1,3
2014 40,9 24,5 15,5 7,4 2,8 4,1 1,8

Fußnoten

1 Grüne: 1984 und 1989: Grüne, ab 1994: B’90/Grüne
2 2004: Statt: 4,97 %

Bürgermeister und Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1896 – 1928: Ernst Becker

Oberbürgermeister[Bearbeiten]

  • 1928 – 1932: Ernst Becker
  • 1932 – 1935: Hermann Schlegtendal
  • 1936 – 1937: Curt Friedrich Heinrich Röding
  • 1937 – 1945: Karl Theodor Loerbroks
  • 1945 – 1945: Josef Rensmann (kommissarisch)
  • 1945 – 1946: Karl Johannes Greve
  • 1946 – 1946: August Baumeister
  • 1946 – 1948: Wilhelm Hüsing, CDU
  • 1948 – 1952: Johann Laubrunn, SPD
  • 1952 – 1955: Hermann Schmälzger, SPD
  • 1955 – 1963: Adolf Stock, SPD
  • 1963 – 1969: Heinrich Czerwinski, SPD
  • 1969 – 1979: Hans-Werner Harzer, SPD

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1979 – 1989: Hans-Werner Harzer, SPD
  • 1989 – 1994: Kurt Denkert, SPD
  • 1994 – 1999: Christina Dörr-Schmidt, SPD

Hauptamtlicher Bürgermeister[Bearbeiten]

Stadtdirektoren und Oberstadtdirektoren[Bearbeiten]

Oberstadtdirektoren[Bearbeiten]

  • 1946 – 1949 Carl Friedrich Butz
  • 1949 – 1960 Adalbert Kaukars
  • 1961 – 1965 Alfred Falkenstein
  • 1965 – 1974 Siegfried Heuser

Stadtdirektoren[Bearbeiten]

  • 1975 – 1984 Siegfried Heuser
  • 1984 – 1993 Rudolf Salmen
  • 1993 – 1999 Hans Wilhelm Stodollick

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Ein auf goldenem Grund rechtsspringender roter Löwe mit zwei Schweifen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Schwansbell
Kath. Herz-Jesu-Kirche
Selimiye-Moschee
  • Evangelische Stadtkirche St. Georg: spätgotische Hallenkirche (vollendet 1366, Deckengemälde Sündenfall und Jüngstes Gericht um 1520, Altar aus dem Umkreis des Liesborner Meisters, Taufstein, Leuchterengel und Sakramentshäuschen gotisch, Orgel und Orgelempore barock)
  • Katholische Pfarrkirche St. Marien: Es handelt sich um eine neugotische kreuzförmige Basilika mit Westturm. Der Chor wurde 1896 geweiht. Die damalige Ausstattung ist heute nur noch in Teilen erhalten. Aus dem mittelalterlichen Vorgängerbau wurden mehrere Stücke übernommen, darunter der um 1270 gefertigte Taufstein, ein zylindrischer Behälter mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Der Taufstein stellt ein schönes Beispiel des Überganges der Romanik zur Gotik dar. Weiterhin sehenswert sind das Triumphkreuz des 14. Jahrhunderts und zwei Madonnenstatuen aus Sandstein, vermutlich aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Besonders zu erwähnen ist das um 1260 entstandene „Gnadenbild/Wallfahrtsbild“. Dabei handelt es sich um eine ca. 41 cm hohe Eichenholzplastik, die eine sitzende Maria mit ihrem Sohn zeigt. Sehenswert sind auch die Säulen im Bereich des Turmes, die dem Vorgängerbau entnommen sind.
  • Trotz der Vernichtung zahlreicher Gebäude während der seit Mitte der 1960er-Jahre durchgeführten Stadtsanierung sind im historischen Ortskern bis heute mehrere sehenswerte Fachwerkbauten erhalten geblieben. Die frühesten stammen aus dem 17. Jahrhundert.[10] Als ältestes erhaltenes Fachwerkhaus Lünens gilt der Roggenmarkt 3. Das dreigeschossige Dielenhaus wurde laut Inschrift 1600 errichtet.[11] Ein weiteres Dielenhaus befindet sich in der Silberstraße 3, das von 1664 stammt. Zusammen mit dem Nachbarhaus Silberstraße 5 bildet es eine reizvolle Baugruppe. Ein stimmungsvolles Straßenbild mit einfachen traufständigen Fachwerkbauten zeigt die Mauerstraße am südlichen Rand der Altstadt. Hier steht auch das 1651 entstandene Gadem Mauerstraße 93: Das schmale Traufenhaus wurde unmittelbar an der Stadtmauer erbaut, die dabei als Rückwand genutzt wurde. Nach dem Abbruch derselben (um 1800) musste diese in Fachwerk ersetzt werden.[12] Aus derselben Zeit wie die Mauerstraße 93 dürfte das als Doppelwohnhaus erstellte Gadem Ringstraße 4/6 stammen.
  • Mühle Lippholthausen (errichtet 1760)
  • Spieker Niederaden: barockes Gartenhaus des ehemaligen adligen Hauses Oberfelde aus dem späten 18. Jahrhundert
  • Schloss Schwansbell
  • Ziethenstraße: typische Zechenkolonie des 19. Jahrhunderts
  • Freiherr-vom-Stein-Gymnasium (übergeben 1931): denkmalgeschützter Backsteinbau der Neuen Sachlichkeit; Architekten: Dietrich und Karl Schulze, Dortmund; Bezüge zur kubistischen Strömung des niederländischen Expressionismus, speziell zu Willem Marinus Dudok, dessen Dr. H. Bavinckschool in Hilversum als Vorbild für die Dortmunder Architekten gelten darf
  • Rathaus der Stadt Lünen (Architekten Rausch und Stein – übergeben am 5. Oktober 1960 durch Willy Brandt) mit einem unter Denkmalschutz stehenden Paternosteraufzug
  • Geschwister-Scholl-Gesamtschule Lünen (übergeben 1962): Schulbau im organischen Baustil; Architekt: Hans Scharoun, der auch die Berliner Philharmonie entwarf. Die Schule wurde in den Jahren 2011 bis 2013 für rd. 8,5 Mill. EUR denkmalgerecht saniert.
  • Ufo“: nach Plänen von Luigi Colani umgestalteter Förderturm im Technologiezentrum LÜNTEC in Lünen-Brambauer; mit Grubengasanlage
  • Industriemonument Mohr-Kran: befindet sich an einem Kanalbecken des ehemaligen Preußenhafens am Datteln-Hamm-Kanal; wird durch eine Lichtinstallation illuminiert.
  • Selimiye-Moschee Lünen: Sie wurde am 30. März 2008 nach neun Jahren Bauzeit in Anwesenheit der damaligen Landtagspräsidentin Regina van Dinther eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt war sie die größte Moschee in Nordrhein-Westfalen. Die Moschee ist außen in türkisch-islamischer Form mit Minarett gestaltet.
  • Sehenswert ist auch die denkmalgeschützte katholische Herz-Jesu-Kirche
  • Alte Kaffeerösterei

Museen[Bearbeiten]

Museum der Stadt Lünen

Theater[Bearbeiten]

St.-Marien-Kirche, im Vordergrund die Lippe
Colani-UFO im Technologiezentrum

Parks[Bearbeiten]

Strandbad am Horstmarer See
  • Seepark Lünen, am Datteln-Hamm-Kanal und Horstmarer See gelegen. Dort fand 1996 die Landesgartenschau „LaGaLü“ statt. Thema der Landesgartenschau war weniger die gärtnerische Präsentation als vielmehr der Wiederaufbau von Landschaft, die infolge von Bergbaueinwirkungen und zivilisatorischen Deformationen verlorengegangen war. Kommunalpolitisch wurde das Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in Lünen verfolgt, indem der „schlechte“ Süden aufgewertet und an die Wohn- und Lebensqualität des durch Bergbau nicht belasteten Nordens der Stadt angenähert werden sollte.
  • Südpark im Stadtteil Lünen-Süd
  • Volkspark im Stadtteil Brambauer
  • Nordpark am Freibad im Stadtteil Brambauer
  • Lippepark in Lünen-Mitte
  • Erholungsgebiet Cappenberger See nebst Freibad im Stadtteil Nordlünen
  • Tobiaspark mit altem Lüner Friedhof in der Innenstadt
Cappenberger See
Lippe mit Sankt Marien Kirche
  • Volkspark Schwansbell; der Volkspark Schwansbell ist ein Erholungsort und beherbergt das Schloss Schwansbell. Im Park hat zudem der Fußballverein Lüner SV seine Heimat. Der Volkspark grenzt direkt an den Datteln-Hamm-Kanal und den Seepark im Süden und im Norden an die B61.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • ExtraSchicht-Teilnahme[13] (seit 2013) - jährlich im Juni
  • „Lünsche Mess“ – Stadtfest und Kirmes – jährlich von Donnerstag bis zum zweiten Sonntag im September.
  • „Brunnenfest“: Jeweils am letzten Samstag im Juli wird der Willy-Brandt-Platz vor dem Rathaus zum größten Biergarten der Lippestadt umgestaltet.
  • „Himmelfahrtskirmes“ (jährlich ab Christi Himmelfahrt in der City)
  • „Jazz-Light“ (erstes Wochenende im November)
  • „Internationales Naturfoto-Festival“ der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT)
  • Kinofest (Fest für deutsche Filme; jährlich im November)
  • „Familien-Drachenfest“ (Anfang Oktober)
  • „Brami“ Familienfest und verkaufsoffener Sonntag im Stadtteil Brambauer, der Brami Gemeinschaft e. V. (zwei Mal im Jahr)
  • „Karnevalsumzug“ (jährlich im Stadtteil Lünen-Süd)
  • „Oktoberfest“ (jährliches Straßen-Volksfest im Stadtteil Lünen-Süd, eine Woche nach der „Lünschen Mess“)
  • „Fackelschwimmen“ (Mitte Dezember)
  • „Rock im Loch“ (Anfang September auf dem Gelände der früheren Landesgartenschau Lünen [„LaGaLü“])
  • „Lüner Hanselauf“ (Ende September im Stadtteil Brambauer)
  • „Obst- und Markttag“ (mit 3.000–4.000 Fachbesuchern auf dem Hof Giesebrecht im Stadtteil Niederaden; jedes Jahr im Oktober)
  • „Senioren- und Behindertenmesse“ – (letztes Wochenende der Sommerferien NW, alle zwei Jahre, Hansesaal und Rundsporthalle Lünen)
  • „Senioren-Sportfest – Fit & aktiv im Alter“ (im Wechsel mit Senioren- und Behindertenmesse, open-air-Veranstaltung, Sportanlage Schwansbell)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Lünen ist eine ehemalige Bergbaustadt mit einer heute relativ hohen Arbeitslosenquote. Seit einigen Jahren versucht Lünen einen Strukturwandel. Wichtige Wirtschaftszweige und Firmen in Lünen sind:

Historische Bergbaustandorte sind zu Naherholungsgebieten (Landesgartenschaugelände 1996), oder zu Ansiedlungsflächen für Industrie, Gewerbe, Technologie und Wissenschaft (Minister Achenbach IV, Achenbach I/II) geworden.

Einer der größten Arbeitgeber Lünens ist zwischenzeitlich das Klinikum St. Marienhospital geworden.

Die Landesregierung NRW hat 2013 beschlossen, dass bis 2020 auf dem ehemaligen Zechengelände Viktoria I/II eine Klinik für Forensische Psychiatrie errichtet werden soll, wogegen sich die Stadt vehement gewehrt hat und immer noch wehrt. Dort sollen bis zu 150 Arbeitsplätze, davon 105 für die Pflege, entstehen.


Informativ: Lt. IT.NRW liegt das durchschnittliche zu versteuernde Einkommen der Lüner Bürger von den 396 Gemeinden NRW mit € 27.379,-- p.a. nur auf Platz 387 (Stand 2010). Durchschnittlich beträgt es in NRW € 33.199,--

Korrespondierend dazu ist jeder Lüner Bürger mit € 4.143,97 im Kammerbezirk der IHK Dortmund, welcher Dortmund, Hamm und die zwölf Gemeinden des Kreises Unna umfasst, nach der Stadt Dortmund am höchsten verschuldet (Stand 2013).

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

  • Grundschulen:
    • Schule am Heikenberg in Alstedde
    • Elisabethschule in Brambauer
    • Schule auf dem Kelm in Brambauer
    • Wittekindschule in Brambauer
    • Grundschule am Lüserbach in Horstmar mit einem weiteren Standort in Niederaden
    • Leoschule in Lünen-Mitte
    • Osterfeldschule in Lünen-Mitte
    • Viktoriaschule in Lünen-Nord
    • Overbergschule in Lünen-Süd mit einem weiteren Standort in Gahmen (früher Vinckeschule)
    • Kardinal-von-Galen-Schule in Nordlünen
    • Gottfriedschule in Wethmar
    • Matthias-Claudius-Schule in Wethmar
  • Gymnasien:
    • Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Lünen-Mitte
    • Gymnasium Lünen-Altlünen
  • Realschulen:
    • Realschule Lünen-Altlünen
    • Ludwig-Uhland-Realschule in Lünen-Horstmar
    • Städtische Realschule Brambauer
  • Gesamtschulen:
    • Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Lünen-Mitte
    • Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen-Süd
  • Hauptschulen:
    • Hauptschule Lünen-Wethmar
    • Heinrich-Bußmann-Schule in Lünen-Mitte (In der Süggel)
    • Profilschule in Lünen-Brambauer (ehemalige Achenbachschule)
  • Förderschulen:
    • Friedrich-Ebert-Schule in Lünen-Mitte (In der Geist) (Förderschwerpunkt Lernen)
    • Standort der Regenbogenschule in Beckinghausen (Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung; Hauptsitz in Unna)
  • Berufsschulen
    • Lippe-Berufskolleg Lünen in Lünen-Mitte
    • TÜV-Nord College, Bildungszentrum Lünen in Lünen-Brambauer

Zudem befinden sich in Lünen eine Volkshochschule und eine städtische Musikschule.

Hallenbad[Bearbeiten]

Mitte September 2011 eröffnete das Lippe Bad nach rund dreijähriger Planungs- und Bauphase als eines der ersten Passivhaus-Hallenbäder Europas seine Pforten. Im Gegenzug wurden die anderen in die Jahre gekommenen vier Hallenbäder Lünens geschlossen. Im Park von Schloss Bellevue in Berlin wurde das Lippe Bad am 5. und 6. Juni 2012 als zukunftsweisendes Projekt bei der "Woche der Umwelt" präsentiert.

Verkehr[Bearbeiten]

An das überregionale Verkehrsnetz ist Lünen durch den Datteln-Hamm-Kanal und die Autobahn A 2 Oberhausen-Berlin angeschlossen. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Dortmund-Wickede und Münster/Osnabrück.

Die Eisenbahnstrecken DortmundMünster (Der Lüner) und Dortmund – Enschede (Westmünsterland-Bahn) verlaufen durch das Stadtgebiet. Am Hauptbahnhof von Lünen in der Stadtmitte und dem Bahnhof Preußen halten Regionalbahnen der Linien RB 50 „Der Lüner“ (bis Dezember 2009 „Der Lünener“) und RB 51 „Westmünsterland-Bahn“. Die RB 50 verkehrt stündlich zwischen Dortmund und Münster; sie wird durch die private Bahngesellschaft eurobahn betrieben. Die RB 51 fährt halbstündlich zwischen Dortmund und Lünen und stündlich nach Enschede. Sie wurde bis Dezember 2011 von der Prignitzer Eisenbahn GmbH betrieben. Der Fernverkehr fährt ohne Halt durch Lünen hindurch.[14] Außerdem führt durch Lünen die nur von Güterverkehr befahrene Hamm-Osterfelder Bahn mit dem Bahnhof Lünen-Süd.

Durch Lünen verlaufen die folgenden Bundes- (B) und Landesstraßen (L):

Aufgrund großer Neubaugebiete im Norden der Stadt, aber auch aufgrund der allgemeinen Verkehrsführung mit hohem Verkehrsaufkommen, kommt es oft zu Verkehrsstaus, die nach der Fertigstellung des Wohngebietes „Lüner Heide“ noch größer geworden sind. Schon heute ist zu Hauptverkehrszeiten kaum ein Weiterkommen auf Lünens Straßen möglich. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bahnlinie "Westmünsterlandbahn" Dortmund-Gronau nicht überquert bzw. nicht untertunnelt ist, sodass bei Durchfahrt des Zuges die Schranken ebenfalls die dortige Weiterfahrt oft minutenlang verhindern. Lünen gilt als eine radfahrerfreundliche Stadt. In den letzten Jahren wurden viele verkehrsbauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für Radfahrer durchgeführt. Nicht gelöst ist jedoch das Problem, wenn aufgrund von Volksfesten und Weihnachtsmarkt die innerstädtischen Radwege gesperrt sind.

Das Stadtgebiet wird von Stadtbuslinien erschlossen, die den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Hauptbahnhof und die Haltestelle „Persiluhr“ in der Fußgängerzone mit den einzelnen Ortsteilen verbinden. Zwei Schnellbus-Linien verkehren von Lünen über Werne nach Hamm (S 10) und nach Bergkamen (S 20). Fast alle Buslinien werden von der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna betrieben. Zusätzlich verkehren in Brambauer die Stadtbahn-Linie U 41 der Dortmunder Stadtwerke nach Dortmund-Hörde (Clarenberg) sowie Busse der Dortmunder Stadtwerke nach Dortmund-Mengede und -Oestrich (Linie 472) und der Vestischen Straßenbahnen nach Waltrop (Linie 284).

Sport[Bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten]

Der 1945 gegründete Fußballverein Lüner SV spielt heute in der Landesliga Westfalen Staffel 3. Die größten Erfolge feierte der Lüner SV in den 60er- und 70er-Jahren in der Regionalliga, der damals zweithöchsten Spielklasse. Außerdem wurde der Lüner SV 1963 Westfalenmeister und später Westdeutscher Meister. Der Lüner SV spielt in der „Kampfbahn Schwansbell“ (ca. 10.000 Plätze), die sich südöstlich der Innenstadt in unmittelbarer Nähe von Schloss Schwansbell befindet. Die Kampfbahn selbst hat einen Naturrasenplatz während direkt nebenan ein Kunstrasenplatz zur Verfügung steht.

Zweiter bekannter Lüner Fußballclub war der BV Brambauer aus dem Stadtteil Brambauer, der 1962 Vizewestfalenmeister wurde. Im Jahre 2007 fusionierte der BV Brambauer mit dem FC Brambauer 45 zum BV Brambauer-Lünen. Dieser spielt seit der Saison 2013/14 in der Westfalenliga Gruppe 2. Der BV Brambauer-Lünen spielt in der „Glückauf-Arena“ (ca. 3.500 Plätze). Das Stadion befindet sich im westlichen Stadtteil Brambauer und ist mit einem Kunstrasenplatz ausgestattet.

Weitere Lüner Fußballvereine:

  • SV Blau-Weiß Alstedde 1920 Fussball e. V. (Blau-Weiß-Arena, Kunstrasen)
  • TuS Westfalia Wethmar e. V. (Sportanlage am Cappenberger See, Kunstrasen)
  • BV Lünen 05 e. V. (Sportplatz Moltkestraße, Asche)
  • SG Gahmen 24/74 e. V (Sportplatz Kaubrügge, Asche)
  • VfB Lünen e. V. (Sportanlage Dammwiese, Kunstrasen), (1. Verein von Timo Konietzka; ehem. Spieler von Borussia Dortmund und Torschütze des 1. Bundesligatores)
  • SV Preußen 07 Fussball e. V. (Sportanlage Alter Postweg, Kunstrasen)
  • TuS Jugendbund Niederaden e. V. (Sportplatz Lünen-Niederaden, Naturrasen + Asche)
  • SC Lünen 13 (Sportplatz Kaubrügge, Asche)

Ehemalige Lüner Fußballvereine:

  • SC Gahmen 24 (1985 fusioniert mit Eintracht Gahmen 74 zu SG Gahmen 24/74 e. V.)
  • Eintracht Gahmen 74 (1985 fusioniert mit SC Gahmen 24 zu SG Gahmen 24/74 e. V.)
  • FC Lünen 74 e. V. (Spielbetrieb 2010 eingestellt)
  • FC Brambauer 45 e. V. (2007 fusioniert mit BV Brambauer-Lünen 13/45 e. V.)
  • FC Sundern (fusioniert mit VfL Beckinghausen und FC Beckinghausen zur SG Beckinghausen/Sundern 75, 2007 mit SG Hansa Altlünen zur SG Hansa Beckinghausen/Sundern 75)
  • VfL Beckinghausen (fusioniert mit FC Sundern und FC Beckinghausen zur SG Beckinghausen/Sundern 75, 2007 mit SG Hansa Altlünen zur SG Hansa Beckinghausen/Sundern 75)
  • FC Beckinghausen (fusioniert mit FC Sundern und VfL Beckinghausen zur SG Beckinghausen/Sundern 75, 2007 mit SG Hansa Altlünen zur SG Hansa Beckinghausen/Sundern 75)
  • SG Beckinghausen/Sundern '75 e. V. (2007 fusioniert mit SG Hansa Altlünen zur SG Hansa Beckinghausen/Sundern 75 e. V.)
  • SG Hansa Altlünen (2007 fusioniert mit SG Beckinghausen/Sundern 75 e. V. zur SG Hansa Beckinghausen/Sundern 75 e. V.)
  • SG Hansa Beckinghausen/Sundern 75 e. V. (Spielbetrieb 2009 eingestellt)
  • Türkspor Lünen 87/91 e. V.
  • ATC Lünen-Brambauer (vormals Brambauer Türkgücü. Vom Verband 2010 wegen Zahlungsrückständen ausgeschlossen)[15]

Wasserball[Bearbeiten]

Der Wasserballverein SV Brambauer 50 e. V. spielte bis 2009 in der 1. Bundesliga. 2010 gewann er die westdeutsche Meisterschaft. Das Team verzichtete jedoch auf den Aufstieg.

Tischtennis[Bearbeiten]

Die Tischtennisabteilung der SG ara Lünen war mit einer Herrenmannschaft in der Saison 1988/89 in der 2. Bundesliga vertreten.[16]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Abels: Tourenbuch Lünen - Zehn Rundwege durch die Lippestadt. epubli-Verlag, 2013. ISBN 978-3-8442-5885-1
  • Wolfgang Balzer: Spuren – Steine – Denkmäler: Zeugnisse der Geschichte im Raum Lünen. Ikon-Verlag, Lünen 1993. ISBN 3-927393-04-5
  • Wolfgang Bockhorst, Fredy Niklowitz: Urkundenbuch der Stadt Lünen bis 1341. Lünen 1991.
  • Diedrich Hermann Bremer: Chronik der Stadt Lünen. Neu hrsg. v. H. Gerdsmann. Lünen 1920.
  • Conrad Contzen, Hermann Nüdling, Günther Goldstein, Gerd Hesper: Neun-mal Lünen Bilder einer Stadt, Druckerei und Verlag Bongers, Lünen 1980.
  • Wilfried Hess und Wingolf Lehnemann: Lünen (Westfälische Kunststätten, Heft 60). Münster 1991 .
  • Günther Goldstein: Lünen und seine Stadtteile. Wartberg-Verlag, 2005.ISBN 978-3831-314997
  • Günther Goldstein: Aus alter Arbeitszeit in Lünen. Wartberg-Verlag, 2003. ISBN 978-3831-3100-98
  • Günther Goldstein: Lünen – Gestern und Heute. Wartberg-Verlag, 2002. ISBN 978-3-8313-1023-4
  • Günther Goldstein: Lünen – Fotografien von gestern und Heute, Band 2. Wartberg-Verlag, 2005. ISBN 978-3-8313-1499-7
  • Josef Lappe: Die Sondergemeinden der Stadt Lünen: Zur Geschichte der deutschen Stadtverfassung. Dortmund 1909.
  • Wingolf Lehnemann: Datenchronik der Stadt Lünen. Lünen 1992.
  • Wingolf Lehnemann, Adolf Reiß: Kleine Geschichte der Stadt Lünen. Lünen 1992.
  • Peter Löffler: Lünen – Bilder und Geschichten. Druckerei und Verlag Bongers, Lünen.
  • Fr. Nigge: Bilder aus Lünens vergangenen Tagen. Münster 1914.
  • Fredy Niklowitz, Wilfried Heß: Lünen 1918–1966: Beiträge zur Stadtgeschichte. Lünen 1995.
  • F. Sehrbrock: Altes und Neues aus Lünen und Altlünen. Frankfurt/Main 1894.
  • Aloys Siegeroth: Die Geschichte der Gemeinde Altlünen. Altlünen 1964, IDN: 454693362.
  • Georg Spormecker: Chronik der Stadt Lünen. Lünen 1962.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lünen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. a b c  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 260.
  3.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 64.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 330.
  5. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2009
  6. Wahlprofil des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NW
  7. Wahlergebnisse 1999 (PDF; 5,9 MB)
  8. Wahlergebnisse 2004 (PDF; 7,0 MB)
  9. Wahlergebnisse 2009 (PDF; 3,5 MB)
  10. Näheres zu den historischen Fachwerkbauten in Lünen siehe: Wolfgang Balzer, Peter Löffler, Thomas Spohn: Erträge und Ergebnisse bauhistorischer Reihenuntersuchungen von Fachwerkbauten in der Stadt Lünen. In: Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde, 72. Band, 1994, S. 304–363
  11. Balzer, Löffler, Spohn: Erträge und Ergebnisse ..., S. 311
  12. Siehe: Balzer, Löffler, Spohn: Erträge und Ergebnisse ..., S. 351–352
  13. ExtraSchicht am 6. Juli: Parkstreifen vor der "Alten Kaffeerösterei" gesperrt
  14. Reiseauskunft der Deutschen Bahn
  15. http://www.derwesten.de/sport/lokalsport/luenen/atc-brambauer-liess-einspruchsfrist-verstreichen-id3568435.html
  16. Zeitschrift DTS, 1988/8 S. 31
  17. Artikel in den Ruhr-Nachrichten (27. Mai 2008)