Ehernes Lohngesetz
Das eherne Lohngesetz ist eine wirtschaftliche Theorie aus dem 19. Jahrhunderts.
Nach Ferdinand Lassalle, einem Wegbereiter der deutschen Sozialdemokratie und erstem Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, einer Vorgängerorganisation der SAP (Sozialistische Arbeiterpartei) bzw. der späteren SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands), schwankt der Lohn bei vollkommener Konkurrenz unter den Bedingungen eines schrankenlosen Kapitalismus stets um das Existenzminimum. Beeinflusst wurde seine Theorie durch David Ricardos Theorie des Lohnes.[1]
Entsprechend dieser Vorstellung sollten die Löhne gesetzlich festgelegt, d.h. für eine bestimmte Arbeitsleistung entsprechend dem "ehernen Lohngesetz" der Gegenwert in Geld gesetzlich festgeschrieben werden.
Die Überlegung ähnelt dem Mindestlohn, definiert jedoch nicht den Mindestanspruch, sondern einen fixen "ehernen" Geldwert, der weder über- noch unterschritten werden darf.
Das eherne Lohngesetz ist daher das konzeptionelle Gegenteil der angewandten Tarifautonomie, die zwischen der Gewerkschaft als Arbeitnehmervertretung und den Arbeitgebern ohne formelle Einwirkung von außen stattfindet.
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Kritiker sahen im Zusammenhang mit dem ehernen Lohngesetz das Hauptproblem in mangelnder Flexibilität, ferner sogar einen Versuch, die Gewerkschaften zugunsten des ADAV aufzulösen und deren Funktionen auf diesen zu übertragen. In diesem Zusammenhang sei jedoch daran erinnert, dass Lassalle die Einrichtung von Produktivgenossenschaften anstrebte, in deren Organisationsform eine solche Regulation der Gehälter praktikabel ist.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Belege
- ↑ Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort Ehernes Lohngesetz, abgerufen am 10. Juli 2011