Ein blendender Spion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein blendender Spion ist der Titel der deutschen Übersetzung des Romans A Perfect Spy des britischen Schriftstellers John le Carré aus dem Jahr 1986.

Erzählt werden, ineinander verschachtelt, die Lebensgeschichten des Hochstaplers Richard Thomas Pym und seines Sohnes Magnus Thomas Pym in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, außerdem der Ausstieg Magnus Pyms beim britischen Geheimdienst in den achtziger Jahren, nach dem Tod seines Vaters und kurz vor seiner Enttarnung. Magnus Pym war für die Aufklärung in Osteuropa zuständig gewesen. Er hatte mit einem seiner Gegner auf tschechischer Seite, seinem Jugendfreund Axel, ein Doppelspiel aufgebaut, das aufflog.

Der Roman ist in einer für Le Carré typischen, detailreichen, epischen und moralisierenden Form geschrieben. Inhaltlich geht es dabei nicht primär um Spionage. Durch die Komplexität der Handlungsstränge, die Rückblenden und Verschachtelungen, geht das Werk über das Genre des reinen Spionageromans hinaus und trägt auch stark (auto)biographische Züge. Hauptfiguren sind Vater und Sohn Pym, daneben der Jugendfreund Axel, Pyms zweite Frau Mary und der Agentenführer Jack Brotherhood vom britischen Geheimdienst. Le Carré verarbeitete eigene Geheimdiensterfahrungen, die Figur des Richard Pym trägt Züge seines Vaters.

Der Roman wurde 1987 von der BBC als siebenteilige Fernsehserie mit Ray McAnally, Peter Egan und Rüdiger Weigang in den Hauptrollen verfilmt.

Der amerikanische Schriftsteller Philip Roth bezeichnete Ein blendender Spion kurz nach dessen Erscheinen als "the best English novel since the war" ("der beste englische Roman seit dem Krieg"). Der Schriftsteller und Kritiker David Denby bekräftigte Roths Einschätzung im Jahr 2014.[1]

Ausgaben[Bearbeiten]

  • 1986 deutschsprachige Erstausgabe, aus dem Englischen von Rolf u. Hedda Soellner, Köln: Kiepenheuer und Witsch, ISBN 3-462-01771-3
  • 1989 kartoniert, München: Heyne, Heyne-Bücher Nr. 7762, ISBN 3-453-02898-8
  • 2002 Neuausgabe im Rahmen der Le Carré-Gesamtausgabe, München: List, ISBN 3-471-78087-4
  • 2003 Taschenbuch, München: List, List-Taschenbuch 60392, ISBN 3-548-60392-0

Daneben Lizenzausgaben für Bertelsmann-Club (1988) und Deutscher Bücherbund (1988)

Verfilmung[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David Denby: Which Is the Best John le Carré Novel? The New Yorker, 6. August 2014