Karlsbad

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Dieser Artikel beschreibt die tschechische Stadt Karlsbad; zur gleichnamigen badischen Gemeinde siehe Karlsbad (Baden)
Karlovy Vary
Wappen von Karlovy Vary
Karlsbad (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Karlovy Vary
Fläche: 5908,2877[1] ha
Geographische Lage: 50° 14′ N, 12° 52′ O50.23055555555612.8725447Koordinaten: 50° 13′ 50″ N, 12° 52′ 21″ O
Höhe: 447 m n.m.
Einwohner: 49.864 (1. Jan. 2014) [2]
Postleitzahl: 360 01
Kfz-Kennzeichen: K (alt: KR, KV)
Verkehr
Straße: E 49
Bahnanschluss: Chomutov–Cheb
Karlovy Vary–Johanngeorgenstadt
Mariánské Lázně–Karlovy Vary
Nächster int. Flughafen: Flughafen Karlsbad
Struktur
Status: Statutarstadt
Ortsteile: 15
Verwaltung
Oberbürgermeister: Werner Hauptmann (Stand: 2007)
Adresse: Moskevská 21
360 21 Karlovy Vary
Gemeindenummer: 554961
Website: www.karlovyvary.cz
Lageplan
Lage von Karlsbad im Bezirk Karlovy Vary
Karte

Karlsbad, tschechisch Karlovy Vary ( Aussprache?/i), ist ein Kurort im Westen Tschechiens mit 50.172 Einwohnern (Jan. 2013). Die Stadt liegt an der Mündung der Teplá in die Eger (Ohře). Karlsbad gehört zu den berühmtesten und traditionsreichsten Kurorten der Welt.

Geographie[Bearbeiten]

Das Stadtzentrum von Karlsbad mit der Verwaltung, dem unteren Bahnhof (dolní nádraží) und den Industriebetrieben liegt im flachen Egertal. Die Kuranlagen befinden sich im schmalen, südlich gelegenen Tal der Teplá.

Westlich der Stadt befindet sich das Falkenauer Becken (Sokolovská pánev), das zweitgrößte tschechische Braunkohle-Tagebaugebiet mit mehreren Kraftwerken.

Geschichte[Bearbeiten]

Marktplatz von Karlsbad-Mitte im 19. Jahrhundert
so genannte Alte und Neue Wiese (um 1900)
Zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde Karlsbad einer der meistbesuchten Kurorte (Ansicht auf die Parkstraße mit der Synagoge, um 1900)
Lázeňskástraße

Wann die Gegend um Karlsbad besiedelt wurde, ist nicht genau bekannt. Es wurden Siedlungsspuren aus der Urzeit, der späteren Bronzezeit, sowie aus den Anfängen der slawischen Besiedlung gefunden.

Im heutigen Ortsteil Sedlec befand sich spätestens seit dem 10. Jahrhundert eine Burg der Sedlitschanen, die bisher allerdings nicht gefunden werden konnte. Wahrscheinlich lag sie auf dem Gelände des Schlosses Sedlec. Bis 1226 war sie Mittelpunkt einer provincia Sedlensis der Přemysliden. Danach wurde Loket Mittelpunkt des Zettlitzer Ländchens.

Schon im 14. Jahrhundert dürfte die Heilwirkung der Karlsbader Thermalquellen bekannt gewesen sein. Am 14. August 1370 erhob der böhmische König und römisch-deutsche Kaiser Karl IV. den schon vorher bestehenden Ort Vary (Warmbad), der daraufhin nach ihm benannt wurde, zur Königsstadt. Die Quellen wurden zunächst für Bäder genutzt, ab dem 16. Jahrhundert aber auch für die Trinkkur. 1522 erschien die erste schriftliche Abhandlung über die Quellen.

Am 9. Mai 1582 wurde die Stadt von einem starken Hochwasser überschwemmt und am 13. August 1604 durch einen Brand fast völlig zerstört. Auch der Dreißigjährige Krieg hinterließ seine Spuren. Die Stadt erholte sich nur langsam. 1707 bestätigte ihr Kaiser Joseph I. jedoch alle Privilegien als freie Königsstadt. Der Kurbetrieb wurde vor allem durch die Besuche des russischen Zaren Peter der Große 1711 und 1712 gefördert. 1711 wurde auch das erste Kurhaus der Stadt erbaut. 1759 vernichtete ein erneuter Brand wiederum einen großen Teil Karlsbads. Die Kur wurde danach entscheidend durch den Arzt Dr. David Becher gefördert, der eine Schrift über die Kurbehandlung in Karlsbad veröffentlichte und die Förderung des Sprudelsalzes anregte. 1795 wurde eine Kurgebühr (Kurtaxe) eingeführt, mit deren Hilfe die Stadt wieder aufgebaut werden sollte.

1819 fand in der Stadt die Karlsbader Konferenz statt, auf der der österreichische Kanzler Fürst Metternich in den Karlsbader Beschlüssen alle Staaten des Deutschen Bundes auf eine strenge Pressezensur und andere Maßnahmen gegen die seit den Befreiungskriegen sich regenden Demokratiebestrebungen festlegte.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte der Badebetrieb einen wesentlichen Aufschwung. Der Balneologe und kaiserliche Leibarzt Josef von Löschner verhalf mit seinen Publikationen über die böhmischen Bäder und die Wirkung ihrer Heilwässer Karlsbad zu seiner Blütezeit als Kurort von Weltruf. Entscheidend dafür war auch der Anschluss an das europäische Eisenbahnnetz im Jahr 1870, als der Betrieb auf der Strecke Karlsbad–Eger aufgenommen wurde. Kurz darauf folgte die Strecke Prag–Karlsbad. Ein erneutes Unglück traf die Stadt am 24. November 1890, als sie wieder von einem Hochwasser heimgesucht wurde.

In Meyers Konversationslexikon von 1898 ist über die Kur in Karlsbad zu lesen: „Man trinkt des Morgens 3-6 Becher und gebraucht sowohl Mineralwasser- und Dampfbäder als auch mit vielem Erfolg Moorbäder, zu denen die Schlammerde dem Franzensbader Moorlager entnommen wird. Von Wichtigkeit sind auch die Quellenprodukte von Karlsbad und zwar das Sprudelsalz, welches durch Abdampfung der Sprudelquelle […] gewonnen wird. […] Die jährliche Versendung an Karlsbader Mineralwasser betrug über 1 Mill. Flaschen und Krüge, an Sprudelsalz und Sprudelseife über 23.000 kg.“ Kamen 1756 erst 134 Familien in der Kursaison, waren es Ende des 19. Jahrhunderts im Schnitt 26.000 Kurgäste, 1911 dann fast 71.000.

Panzerparade mit Hakenkreuzfahnen an den Gebäuden am 13. Oktober 1938 vor Walther von Brauchitsch, Aufnahme aus dem Bundesarchiv

Der Erste Weltkrieg bedeutete eine deutliche Zäsur für den Kurbetrieb. Am Ende des Krieges zerfiel die Donaumonarchie. Aus den cisleithanischen Kronländern Böhmen, Mähren, Österreichisch-Schlesien und dem Norden Ungarns konstituierte sich die Tschechoslowakei. Der Vertrag von Saint-Germain bestätigte die Zugehörigkeit Deutschböhmens zur Tschechoslowakei. Die Demonstration vom 4. März 1919 für das Selbstbestimmungsrecht und gegen die Zugehörigkeit zur Tschechoslowakei endete in Karlsbad ohne Blutvergießen. Später wurden jedoch bei der Auflösung einer Demonstration sechs Demonstranten von der Armee getötet.

Nach dem Münchner Abkommen wurde Karlsbad in das Deutsche Reich eingegliedert. Am 1. Mai 1939 wurde die Stadt aus dem gleichnamigen Landkreis herausgelöst und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis, vergrößert durch Eingemeindung der Orte Aich, Drahowitz, Espenthor, Fischern, Kohlhau, Maierhöfen, Pirkenhammer und Weheditz. Karlsbad wurde ferner Verwaltungssitz des Regierungsbezirks Eger.

Der Zweite Weltkrieg brachte den Kurbetrieb zum Erliegen. Während des Krieges war Karlsbad Lazarettstadt und als solche international gemeldet und gekennzeichnet; trotzdem wurde die Stadt im September 1944 und im April 1945 durch die USAAF bombardiert. Zerstört wurde der Bahnhof, in dem sich zum Zeitpunkt des Angriffs zwei ebenfalls mit dem Roten Kreuz gekennzeichnete Lazarettzüge befanden. Große Teile der Stadt wurden zerstört, das Kurviertel war jedoch nicht betroffen. Karlsbad wurde im Mai 1945 von den Amerikanern eingenommen und am 11. Mai 1945 an die Rote Armee übergeben.

Aufgrund des Potsdamer Abkommens und der nachfolgend erlassenen Beneš-Dekrete wurde 1945 die deutschböhmische Bevölkerung großteils enteignet und vertrieben. Nach dem Krieg setzte eine verstärkte und staatlicherseits geförderte Zuwanderung hauptsächlich aus Zentralböhmen, aber auch aus Mähren und der Slowakei ein. Ferner zogen Repatrianten sowie Angehörige der ethnischen Minderheit der Roma nach Karlsbad. Die Kureinrichtungen wurden 1946 verstaatlicht. Seit dem Ende des kommunistischen Regimes im Jahre 1989 ist der Kurbetrieb wieder auf ein internationales Publikum ausgerichtet und er erfährt Fördermaßnahmen.

Karlsbad ist Sitz des Karlovarský kraj, bis 2002 war die Stadt auch Verwaltungssitz des Okres Karlovy Vary.

Entwicklung der Einwohnerzahl
  • 1930: 54.652
  • 1939: 53.339
  • 1947: 31.322
  • 1991: 56.291 (3. März)
  • 2001: 53.857 (1. März)
  • 2003: 52.359 (1. Januar)

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Karlovy Vary besteht aus den Ortsteilen Bohatice (Weheditz), Cihelny (Ziegelhütten), Čankov (Schankau), Doubí (Aich), Drahovice (Drahowitz), Dvory (Meierhöfen), Hůrky (Berghäuseln), Karlovy Vary (Karlsbad), Olšová Vrata (Espenthor), Počerny (Putschirn), Rosnice (Roßnitz), Rybáře (Fischern), Sedlec (Zettlitz, auch Zedtlitz), Stará Role (Alt Rohlau) und Tašovice (Taschwitz)[3]. Grundsiedlungseinheiten sind Bohatice, Cihelny, Čankov, Čankovská, Dolní Drahovice (Unter Drahowitz), Doubí, Dvory, Horní Drahovice (Ober Drahowitz), Hřbitov, Hůrky, Jáchymovská-východ, Jáchymovská-západ, Jelení skok (Hirschsprung), Karlovy Vary-lázeňské území, Lázeňské území-západ, Letiště, Mattoniho nábřeží, Na golfu, Na Ohři, Na vyhlídce, Na výsluní, Nemocnice, Niva, Nové Domky, Nové Drahovice (Neu Drahowitz), Nové Tuhnice, Olšová Vrata, Počerny, Pod lesem, Pod Vítkovým vrchem, Pražská, Rolava, Rosnice, Růžový vrch, Rybáře, Sedlec, Stará Kysibelská, Stará Role, Staré Tuhnice (Alt Donitz), Střed, Tašovice, U nemocnice, U tří křížů, U vysílačky, Vítězná, Vítkův vrch (Veitsberg), Výšina, Zlatý kopeček-východ und Zlatý kopeček-západ.[4]

Das Stadtgebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Bohatice, Cihelny, Čankov, Doubí u Karlových Var, Drahovice, Dvory, Karlovy Vary, Olšová Vrata, Počerny, Rosnice u Staré Role, Rybáře, Sedlec u Karlových Var, Stará Role, Tašovice und Tuhnice (Donitz).[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften

Karlsbad unterhält Städtepartnerschaften zu den folgenden Städten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Panorama von Karlsbad. In der Ferne über dem großen Schornstein sieht man den Keilberg, davor das Hotel Lázenský, ganz vorn die russisch-orthodoxe Kirche. Im rechten Teil sind die Juri-Gagarin-Kolonnade, die Marien-Magdalenenkirche und das Hotel Imperial zu sehen, darüber die Goethe-Aussicht.

In der Stadt bestehen gut erhaltene historische Kureinrichtungen, darunter die Weißen Kolonnaden.

Karlsbad besitzt zwölf Quellen. Die bekannteste und stärkste befindet sich in den Weißen Kolonnaden und wird Sprudel (Vřídlo) genannt. Sie ist 72 °C heiß, schießt bis 14 Meter in die Höhe und besitzt eine Schüttung von 2000 Litern pro Minute. Insgesamt sind im zentralen Kurortgebiet 89 Austritte von mineralisierten Thermalwässern dokumentiert, 19 davon sind gemäß dem Kurortgesetz zugelassene, natürliche Heilwässer. Es handelt sich um hypotonisches, stark mineralisiertes Mineralwasser des Typs Na-HCO3SO4Cl (alkalisch, glaubersalzhaltig). Die Anwendungen der Karlsbader Heilquellen sind vielfältig: Störungen des Verdauungssystems, Stoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Gicht, Übergewicht, Parodontose, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Leber-, Gallen-, Gallengang- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen sowie onkologische Leiden.

Berühmt ist auch das 1770 gegründete, am Ufer der Teplá gelegene Grandhotel Pupp, welches der Hotelier Julius Pupp (1870–1936) zu einem Hotel der internationalen Spitzenklasse ausgebaut hatte.

Die größte architektonische Sehenswürdigkeit ist die 1736 von Kilian Ignaz Dientzenhofer erbaute Kirche der Maria Magdalena oberhalb des Sprudels. In Sichtweite steht das Stadttheater von 1886. Ebenfalls sehr sehenswert ist die russisch-orthodoxe Kirche St. Peter und Paul in der Straße Krále Jiřího mit ihren vergoldeten Kuppeldächern.

130 Kilometer Wanderwege führen durch die drei die Stadt umgebenden Gebirge. Oberhalb der Stadt steht der mittels Standseilbahn zugängliche Aussichtsturm Diana. Er ist 35 Meter hoch, wurde 1914 erbaut und hieß ursprünglich Freundschaftsaussichtsturm.

Im westlichen Vorort Doubí im Egertal befindet sich der sagenumwobene Hans-Heiling-Felsen.

Von Bedeutung ist das alljährlich stattfindende Internationale Filmfestival Karlovy Vary.

Das Stammhaus des Kräuterlikörs „Karlsbader Becherbitter“, der von dem Apotheker Josef Vitus Becher (1789–1860) erstmals hergestellt wurde und der heute als Becherovka im Handel ist, befindet sich ebenfalls in Karlsbad und wird „dreizehnte Karlsbader Quelle“ genannt. In dem heute flaschengrün gestrichenen Haus ist ein Museum mit Ausstellungsstücken, die an die Familie Becher erinnern und die Herstellung dieses Likörs zeigen, untergebracht.

Eine weitere Spezialität sind die Karlsbader Oblaten, ein Feingebäck, das von Barbara Bayer kreiert wurde und heute von Klein- und Kleinstbäckern im Straßenverkauf angeboten wird.

Für Mineralogen und Mineraliensammler bieten Karlsbad und seine Umgebung eine Besonderheit, die bereits von Johann Wolfgang von Goethe geschätzt wurde.[6] An den Thermalquellen tritt Aragonit als Sinterbildung auf, der hier als Sprudelstein und Erbsenstein bezeichnet wird.[7] Während es sich beim Sprudelstein um einen wellenförmig gebänderten Kalksinter handelt, ist der Erbsenstein eine Ansammlung von Kalkkügelchen. Diese bilden sich an heißen Quellen durch Ablagerungen an schwebenden Fremdkörpern. Werden diese zu schwer, sinken sie zu Boden und bilden Aggregate.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Hirschensprung (Jelení skok)
  • Klein Versailles (Malé Versailles)
  • Marktkolonnade (1883, Fellner & Helmer)
  • Mühlenkolonnade (1871–1881, Josef Zítek)
  • Parkkolonnade (Gartenkolonnade)
  • Sprudelkolonnade (1969–1975, Prof. Votruba)
  • Schlosskolonnade (1911–1913, Friedrich Ohmann)

Andere markante Bauwerke[Bearbeiten]

Mittelwellen-Sendeanlage[Bearbeiten]

Sendemasten Karlovy Vary

Westlich des Stadtgebiets befindet sich eine Mittelwellensendeanlage mit zwei abgespannten Sendemasten. Der größere von beiden ist 107 Meter hoch und trägt zu seiner elektrischen Verlängerung eine kronenförmige Dachkapazität auf seiner Spitze. Die Sendefrequenz beträgt 954 kHz.

Der kleinere der beiden Masten wurde 1939 von der Firma C.H. Jucho errichtet [8].

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Kurbetrieb[Bearbeiten]

Die für den Kurbetrieb erforderlichen Hotels, anderen Unterkünfte, Kurhäuser, Gastronomiebetriebe und Unterhaltungseinrichtungen (Casino) tragen wesentlich zum Arbeitsstellenangebot und dem städtischen Wirtschaftsergebnis bei. Zwei Drittel dieser Einrichtungen befinden sich im Besitz privater Investoren aus Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken.

Bäder[Bearbeiten]

  • Elisabethbad, Becher-Bad (Alžbětiny Lázně, Lázně 5)
  • Schlossbad (Zámecké Lazně)
  • Lázně III

Verkehr[Bearbeiten]

Am zentral gelegenen unteren Bahnhof steht ein Nahverkehrszug nach Johanngeorgenstadt bereit

Karlsbad besitzt einen Bahnhof (früher Oberer Bahnhof bzw. Karlsbad Hbf) an der elektrifizierten Hauptbahn Ústí nad Labem–Chomutov–Cheb. Dort abzweigende Strecken sind die Nebenbahnen nach Johanngeorgenstadt und nach Marienbad. Im nahen Dalovice hat die Strecke nach Merklín ihren Ausgangspunkt. Von Karlsbad bestehen Fernverbindungen nach Moskau, Prag und Košice. Mit Regionalzügen sind Cheb, Chomutov, Zwickau, Johanngeorgenstadt, Marienbad und Merklín direkt erreichbar.

Durch Karlsbad führen die Europastraßen E48, E49 und E442, sowie die Schnellstraße Rychlostní silnice 6 von Praha nach Cheb.

Neben Buslinien gibt es in der Stadt zwei Standseilbahnen.

Karlsbad verfügt über einen Flughafen, von dem regelmäßig Prag, Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg sowie Baku und Kiew im Linienverkehr angeflogen werden (2011).

Karlsbad liegt auf dem Radfernweg Euregio Egrensis.

Industrie[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

In Karlsbad wirkten[Bearbeiten]

  • Jean de Carro (1770–1857), französischer Arzt, Ehrenbürger der Stadt, starb hier
  • Josef Cosack (1801–1879), deutscher Unternehmer und Industriepionier, starb hier
  • Joseph Labitzky (1802–1881), Komponist und Kapellmeister in Karlsbad
  • Leopold Fleckles (1805–1879), Balneologe, trug zur Verbreitung der Bekanntheit des Kurbades Karlsbad bei (1834–1879)
  • Josef von Löschner (1809–1888), Balneologe, trug zur Verbreitung der Bekanntheit des Kurbades Karlsbad bei
  • Barbara Bayer (1827–1887), Bäckerin, Erstproduzentin der Karlsbader Oblaten
  • August Labitzky (1832–1903), Komponist, Musikdirektor und Kapellmeister in Karlsbad
  • František Běhounek (1898–1973), tschechischer Physiker und Schriftsteller, starb hier
  • Franz Xaver Mayr (1875–1965), österreichisch-tschechoslowakischer Kurarzt
  • Jiří Bartoška (* 1947), tschechischer Schauspieler, Mitbegründer der Filmfestspiele

Berühmte Besucher (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stanislav Burachovič: Karlovy Vary a jejich vlastivědné písemnictví. Průvodce světem carlovarensií (= Malé karlovarské Monografie. Bd. 1). Státní Okresní Archiv, Karlovy Vary 2000, ISBN 80-238-5363-5.
  • Leopold Fleckles: Zur Balneotherapie chronischer Magen Krankheiten auf Grundlage vieler Beobachtungen in Carlsbad. 2. umgearbeitete Ausgabe. F. Fleischer, Leipzig 1877.
  • Joseph Ernest Ryba: Karlsbad und seine Mineralquellen in ihren wichtigsten Beziehungen besonders in Hinsicht der zweckmäßigen Anwendung ihres Wassers als Heilmittels zunächst für Kurgäste. 2., verbesserte Auflage. Kronberger und Weber, Prag 1836 (Digitalisat).
  • Harald Salfellner (Hrsg.): LeseReise Karlsbad (= LeseReise. Bd. 6). Vitalis, Prag u. a. 2005, ISBN 3-89919-036-X.
  • Heinz Schubert: Karlsbad. Ein Weltbad im Spiegel der Zeit. Callwey, München 1980, ISBN 3-7667-0509-1 (Literaturverzeichnis S. 390–395).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karlsbad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Karlsbad – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/554961/Karlovy-Vary
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/554961/Obec-Karlovy-Vary
  4. http://www.uir.cz/zsj-obec/554961/Obec-Karlovy-Vary
  5. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/554961/Obec-Karlovy-Vary
  6. Johannes Baier: Goethe und die Thermalquellen von Karlovy Vary (Karlsbad, Tschechische Republik). In: Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins. N. F. Bd. 94, 2012, ISSN 0078-2947, S. 87–103.
  7. Johannes Baier: Karlsbad – Stadt der Thermen und Sinter. In: Fossilien. Bd. 30, 2013, S. 24-28.
  8. Bericht über die Sendemasten (tschechisch)