Eisenberg an der Raab

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f1f0f1

Eisenberg an der Raab (Rotte)
Ortschaft
Eisenberg an der Raab (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Jennersdorf (JE), Burgenland
Gerichtsbezirk Jennersdorf
Pol. Gemeinde Sankt Martin an der Raab  (KG Neumarkt an der Raab)
Koordinaten 46° 54′ 19″ N, 16° 8′ 33″ O46.90527777777816.1425322Koordinaten: 46° 54′ 19″ N, 16° 8′ 33″ Of1
Höhe 322 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 241 (2001)
Gebäudestand 103 (2001)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 17523
Zählsprengel/ -bezirk Neumarkt an der Raab (10509 004)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Bgld

Eisenberg an der Raab ist ein Ortsteil der Gemeinde Sankt Martin an der Raab im Bezirk Jennersdorf im Burgenland in Österreich mit 245 Einwohnern[1] (Stand: 4. Oktober 2007).

Lage[Bearbeiten]

Eisenberg liegt im 1997 gegründeten Naturpark Raab im Dreiländereck von Slowenien, Österreich und Ungarn. Zur österreichisch-ungarischen Grenze im Südosten sind es 1 km und zur Grenze nach Slowenien 7 km. Nach Jennersdorf und Weichselbaum im Norden sind es 3 bzw. 4 km.

Geschichte[Bearbeiten]

Die in der Umgebung von Eisenberg (Eisenberger Kegeläcker) gefundenen römischen Hügelgräber und die Grundmauern eines römischen Gebäudes (Villa rustica) lassen auf eine frühe Besiedelung schließen.[2] 1970 kam Eisenberg zusammen mit fünf weiteren ehedem selbständigen Gemeinden durch Zusammenschluss zu Sankt Martin an der Raab. Im Ort existieren ein Verschönerungsverein und die Freiwillige Feuerwehr.

Marienerscheinung (Rasenkreuz von Eisenberg)[Bearbeiten]

Am 8. Oktober 1954 soll in Eisenberg der Frau Aloisia Lex (1907–1984) die heilige Maria und am 6. September 1956 ein Engel erschienen sein. Von 1956 bis 1992 erschien auf ihrem Grundstück an der Stelle, an der diese Erscheinung stattgefunden haben soll, ein mysteriöses, durch veränderte Vegetation abgrenzbares ca. 120 cm großes Kreuz im Gras, das so genannte „Rasenkreuz von Eisenberg“. Dieses Kreuz soll weder auf im Boden befindliche Chemikalien noch auf physikalische Einwirkungen zurückzuführen gewesen sein.[3].

Die römisch-katholische Kirche erkennt die genannten Erscheinungen nicht an. In der Literatur sind Zweifel an der Erscheinung[4] publiziert und der Gedanke, dass aus der Gnadenstätte Kapital geschlagen wird.[5] Seit 1993 ist das Kreuz nicht mehr sichtbar. Doch noch in den Jahren um 2010 pilgern Menschen vor allem aus der Schweiz, Ungarn, Polen und Slowenien an seinen Ort.

In St. Martin an der Raab / Eisenberg wurde 1972/73 ein Pilgerheim errichtet. Erbaut wurde es vom Rasenkreuz-Pilgerverein aus der Schweiz. Dieser Verein wurde zu diesem Zweck gegründet. In den folgenden Jahren wurden bis zu sechs Wallfahrten pro Jahr durchgeführt. Der Rasenkreuz-Pilgerverein wurde 2007 aufgelöst. Besucher können das „heilige Wasser“ in Behältern als Souvenir mitnehmen. Es handelt sich dabei aber lediglich um normales Leitungswasser aus der ortseigenen Wasserversorgung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Linda Dégh: Legend and belief: dialectics of a folklore genre. Indiana University Press Bloomington 2001. ISBN 0-253-33929-4. Seiten 403–406. Dégh, Legend and belief in der Google-Buchsuche
  • Sylvia Leitgeb: Glaube und Aberglaube in der Marienverehrung. Ausgehend von den Vorgängen in Eisenberg an der Raab (Bgld.). Diplomarbeit Graz 1993.
  • Viktoria Bernard: Eisenberg einst und jetzt. Wien 1972.
  • Josef Lagler, Viktoria Bernard: Die Wahrheit um Eisenberg. Wien 1972.
  • Josef Maller: Zeugen für Eisenberg. Authentische Pilgerberichte. Kreuz-Verlag Wien 1972.
  • Josef Lagler, Viktoria Bernard: Die Totengräber von Eisenberg. Wien 1971.
  • Josef Lagler, Viktoria Bernard: Drei Herzen für Eisenberg. Wien 1970.
  • Eisenberg Bote. Pilgerzeitschrift für Eisenberg. Erschien vier Mal im Jahr von 2004 bis 2007. Herausgeber: Förderverein für das Rasenkreuz in Eisenberg, CH-6303 Zug; Rasenkreuz-Pilgerverein, CH-9204 Andwil.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://othes.univie.ac.at/6427/1/2009-09-10_0406840.pdf
  2. http://www.sankt-martin-raab.at/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=9&Itemid=5
  3. Vortrag von Gendarmerie-Inspektor Neuherz.
  4. Bernhard, Eisenberg, Seite 4.
  5. Bernhard, Eisenberg, Seite 13.