Jennersdorf

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Jennersdorf
Wappen von Jennersdorf
Jennersdorf (Österreich)
Jennersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Jennersdorf
Kfz-Kennzeichen: JE
Fläche: 37,9 km²
Koordinaten: 46° 56′ N, 16° 8′ O46.93777777777816.14242Koordinaten: 46° 56′ 16″ N, 16° 8′ 24″ O
Höhe: 242 m ü. A.
Einwohner: 4.126 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 8380
Vorwahl: 03329
Gemeindekennziffer: 1 05 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 5a
8380 Jennersdorf
Website: www.jennersdorf.eu
Politik
Bürgermeister: Wilhelm Thomas (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(25 Mitglieder)
15
5
4
1
15 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Jennersdorf im Bezirk Jennersdorf
Deutsch Kaltenbrunn Eltendorf Heiligenkreuz im Lafnitztal Jennersdorf Königsdorf Minihof-Liebau Mogersdorf Mühlgraben Neuhaus am Klausenbach Rudersdorf Sankt Martin an der Raab Weichselbaum BurgenlandLage der Gemeinde Jennersdorf im Bezirk Jennersdorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Die Pfarrkirche in Jennersdorf
Die Pfarrkirche in Jennersdorf
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Jennersdorf (ungarisch Gyanafalva, slowenisch Ženavci) ist eine österreichische Stadt und Bezirksvorort (burgenländische Bezeichnung für Bezirkshauptstadt) des Bezirks Jennersdorf im Burgenland, mit 4126 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014).

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Raabtal im südlichen Burgenland am Ufer der Raab, ungefähr vier Kilometer Luftlinie von der steirischen und der ungarischen Grenze entfernt. Die nächstgelegenen Städte sind die ungarische Grenzstadt Szentgotthárd (St. Gotthard) sowie Fürstenfeld und Fehring in der Steiermark.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Grieselstein, Henndorf im Burgenland, Jennersdorf und Rax.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung als Janafalu erfolgte 1187 in einer Bulle Papst Urbans III.. Der Name leitet sich von „Ženavci“ ab, das am besten mit „Frauendorf“ übersetzt werden kann. Da es damals im Ungarischen kein „zs“ (das dem slowenischen ž heute entspricht) gab, wurde der Laut durch „gy“ ersetzt und an die Stelle der Endung „-vci“ („-dorf“) trat das ungarische „-falu“ („-dorf“).

Der Ort stand bis 1848 im Eigentum vom Kloster Szentgotthárd.[2] Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Ab 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Gyanafalva verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Jennersdorf ist seit 1921 Bezirksvorort und wurde 1977 zur Stadt erhoben. Das Stadtmotto lautet: „Jennersdorf, die Stadt an der Therme.“

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Stadtwappen[Bearbeiten]

Blasonierung:
In einem durch einen schräglinken goldenen Wellenbalken von Rot und Grün geteilten Schild in Rot ein goldenes Kreuz, in Grün eine dreiseitige goldene Pyramide.

Das Kreuz stammt aus dem Stiftswappen von St. Gotthard in Ungarn, zu dessen Herrschaft Jennersdorf über sieben Jahrhunderte gehörte. Die dreiseitige Pyramide symbolisiert das Dreiländereck Österreich – Ungarn – Slowenien. Der Wellenbalken ist ein Symbol für den Fluss Raab, der durch die Stadt fließt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
59,02 %
(+2,94 %p)
19,45 %
(-3,13 %p)
14,83 %
(+3,61 %p)
6,69 %
(+2,23 %p)
2007

2012


Bürgermeister ist Wilhelm Thomas von der ÖVP.
Stadtrat: Neben dem Bürgermeister gehören Vizebürgermeister Bernhard Hirczy, sowie die Stadträte OV. Ing. Michael Janosch, OV. Josef Kropf, OV. Alexander Schweizer, Karin Hirczy-Hirtenfelder und Robert Necker dem Stadtrat an. Amtsleiterin ist OAF Judith Kinzl.
Gemeinderat: Die Mandatsverteilung (25 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 5, ÖVP 15, FPÖ 1, Grüne 4.

Blick vom Tafelberg auf die Stadt Jennersdorf

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Jennersdorf

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Faschingsumzug: in Jennersdorf findet jedes Jahr ein Faschingsumzug mit unterschiedlich gestalteten Traktoranhängern statt

Wirtschaft[Bearbeiten]

Es existieren Betriebe der Textilindustrie (Vossen Frottierwaren), des Lebensmittelgroßhandels, der Lederverarbeitung (Boxmark), Optoelektronik (Ledon Lighting, Lumitech und Lexedis), des Bauwesens (hagebau Niederer) und ein Technologiezentrum.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof liegt an der Steirischen Ostbahn (Graz Hbf - Sankt Gotthard/Szentgotthárd), die als Ungarische Westbahn via Steinamanger/Szombathely weiter nach Györ/Raab führt. Mit den Zügen der Raaberbahn RÖEE/GySEV sind von Sankt Gotthard/Szentgotthárd aus über Steinamanger/Szombathely und Ödenburg/Sopron Verbindungen von und nach Wiener Neustadt Hauptbahnhof und Wien Meidling verfügbar.

Bildung[Bearbeiten]

  • Kindergarten
  • Sonderschule – Sonderpädagogisches Zentrum (SPZ)
  • Volksschulen in Grieselstein, Henndorf und Jennersdorf
  • Hauptschule mit angeschlossener Polytechnischen Schule
  • Bundeshandelsschule für Informationstechnologie (i-NOVA BHAS)
  • Bundesoberstufenrealgymnasium Jennersdorf

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

  • Freibad
  • Skatepark
  • Fußballplatz
  • Raabtal-Radwanderwege
  • Kanufahren: auf der Raab
  • Judo: Im Turnsaal der VS Jennersdorf

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter von Jennersdorf[Bearbeiten]

  • Georg Fiedler (1898–1983), österreichischer Politiker (ÖVP) und Landwirt
  • Richard Rezar (1922–2000), österreichischer Politiker (FPÖ) und Kaufmann
  • Erich Wonder (* 1944), österreichischer Bühnenbildner
  • Felix Luckmann, österreichischer Politiker (NSDAP)

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Rudolf Grohotolsky, Landeshauptmann a. D., (1977)
  • Anton Brückler, Bürgermeister (1967 bis 1992), (1993)
  • Josef Csencsits, (2007)
  • Alois Luisser, Stadtpfarrer, (2000)

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Gangl: Jennersdorf – eine Stadtgeographie. Diplomarbeit, Universität Graz 1987.
  • Josef Loibersbeck: Jennersdorf und sein Hinterland. In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 28/1966. Eisenstadt 1966, S. 32–46.
  • Hans Ponstingl, Josef Schöntag: Jennersdorf. Europäischer Verlag, Wien 1961.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jennersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Margit Pflagner in Burgenland-80-Farbbilder, Seite 92