Elsa Joubert

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Elsa Joubert (* 19. Oktober 1922 in Paarl; geboren als Elsabé Antoinette Murray Joubert, eigentlicher Name Elsabé Antoinette Murray Steytler) ist eine südafrikanische Schriftstellerin. Sie schreibt auf Afrikaans und wurde vor allem durch ihren 1978 erschienenen Roman Die swerfjare van Poppie Nongena bekannt, in dem sie das Leben einer Schwarzen in den Mittelpunkt stellt.

Leben[Bearbeiten]

Elsa Joubert wuchs in Paarl auf, wo sie bis 1939 die Mädchenschule La Rochelle besuchte.[1] 1942 erwarb sie einen Bachelor of Arts an der Universität Stellenbosch, 1943 ein Secondary Education Diploma. Schließlich graduierte sie 1945 von der Universität Kapstadt mit einem Master-Abschluss in Niederländischer und Afrikaans-Literatur. Anschließend unterrichtete sie in Cradock an der „Höheren Mädchenschule“.[1] Ab 1946 war sie für die Frauenseiten des Familienmagazins Huisgenoot verantwortlich. 1948 beschloss sie, nur noch als Schriftstellerin zu arbeiten. Sie unternahm zahlreiche Reisen in Afrika, nach Europa und nach Niederländisch-Indien.[1]

Joubert war Mitglied der Avantgarde-Bewegung der auf Afrikaans schreibenden Sestigers, hatte dort aber eine randständige Position.[2]

Jouberts Werk umfasst vor allem Romane und Reisebeschreibungen, darunter Bücher über die damaligen Kolonien Madagaskar, Mosambik und Angola. In ihrem 1978 erschienenen Roman Die swerfjare van Poppie Nongena (wörtlich: „Die Wanderjahre von Poppie Nongena“, auf Deutsch erschienen als Der lange Weg der Poppie Nongena) schildert sie das Schicksal einer schwarzen Frau zur Zeit der Apartheid. Der Roman handelt von Nongenas letztlich vergeblichem Widerstand gegen die Zwangsumsiedlung in das Homeland Transkei. Der Roman wurde in 13 Sprachen übersetzt, im eigenen Land aber von vielen Buren abgelehnt.

1950 heiratete sie den Journalisten und Herausgeber Klaas Steytler, der 1998 starb. Zusammen hatten sie drei Kinder. Elsa Joubert lebt im Kapstädter Stadtteil Oranjezicht.[1]

Rezeption[Bearbeiten]

Der spätere Präsident Nelson Mandela las während seiner langen Gefangenschaft einige ihrer Reisebeschreibungen über afrikanische Länder. Er empfand Joubert als erste Burin, die sich als Afrikanerin fühlte.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Reisebeschreibungen[Bearbeiten]

  • Water en woestyn. Dagbreek Boekhandel, 1957
  • Die verste reis. 1959
  • Suid van die wind. 1962
  • Ons wag op die kaptein. Tafelberg, 1963
  • Die staf van Monomotapa. 1964
  • Swerwer in die Herfsland. 1968
  • Die nuwe Afrikaan. Tafelberg, 1974
  • Gordel van Smarag. Tafelberg, 1997

Romane und Kurzgeschichten[Bearbeiten]

  • Die Wahlerbrug. Tafelberg, 1969
  • Bonga. Tafelberg, 1971
  • Die swerfjare van Poppie Nongena. Tafelberg, 1978
    • deutsch als Der lange Weg der Poppie Nongena. Ullstein, Berlin 1981, ISBN 3-550-06346-6.
  • Melk. Kurzgeschichten. Tafelberg, 1980
  • Die laaste Sondag. Tafelberg, 1983
  • Die vier vriende. Kinderbuch. 1985
  • Missionaris. 1988
  • Dansmaat. Kurzgeschichten. Tafelberg, 1993
  • Die reise van Isobelle. Tafelberg, 1995
  • Twee Vroue. Tafelberg, 2002

Drama[Bearbeiten]

Autobiografien[Bearbeiten]

  • ’n Wonderlike geweld. 2005
  • Reisiger. 2009

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Porträt bei stellenboschwriters.com (englisch), abgerufen am 29. Dezember 2013
  2. André Brink: A Fork in the Road. Harvill Secker, London 2009, ISBN 978-1846552458, S. 210.
  3. Porträt Jouberts auf privater Website über die Sestigers (englisch), abgerufen am 29. Dezember 2013