Eosin Y

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Strukturformel
Eosin Y
Allgemeines
Name Eosin Y
Andere Namen
  • Eosin G[1]
  • Tetrabromfluorescein
  • 2′,4′,5′,7′-Tetrabrom-3′,6′-dihydroxyspiro [2-benzofuran-3,9′-xanthen]-1-on Dinatriumsalz
  • C.I. 45380
Summenformel C20H6Br4Na2O5
Kurzbeschreibung

roter Feststoff[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 17372-87-1
PubChem 11048
Wikidata Q1089206
Eigenschaften
Molare Masse 691,86 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,02 g·cm−3[3]

Schmelzpunkt

295–296 °C[4]

Löslichkeit

gut in Wasser (300 g·l−1 bei 20 °C)[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 319
P: 305+351+338[3]
Toxikologische Daten

2344 mg·kg−1 (LD50Mausoral)[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Eosin Y (vom griechischen εως „Morgenröte“) ist ein roter, saurer Farbstoff aus der Gruppe der Xanthenfarbstoffe und kann zum Färben von Textilien und Papier verwendet werden.

Neben dem üblicherweise eingesetzten Eosin Y (für engl. yellowish, ‚gelblich‘), wird auch das Eosin B (für engl. bluish, ‚bläulich‘) verwendet, das im Gegensatz zum Gelbstich von Eosin Y einen Blaustich zeigt. Beim Eosin B sind zwei der Bromatome durch Nitrogruppen ersetzt. Die Eosine leiten sich von Fluorescein ab.

Verwendung

Fluorescein und Eosin (Historische Farbstoffsammlung der TU Dresden)

Medizin

Hauptanwendungsgebiete sind die Medizin und Biologie, wo Eosin Y zum Färben von Zellen, u. a. im Blut (siehe auch eosinophile Granulozyten und Hämatoxylin-Eosin-Färbung) dient. Dabei werden Zellbestandteile wie z. B. das Zytoplasma rötlich angefärbt. Neben Eosin Y kann für manche Anwendungen auch Eosin B eingesetzt werden.

Eosin Y und ähnliche Farbstoffe wurden – bevor sich Cortison durchsetzte – z. B. zur Behandlung von offener Neurodermitis eingesetzt: Pilze und Bakterien werden abgetötet und die Haut bei der Heilung unterstützt.

Da Eosin Y auch Brom-Atome enthält und Brom zu den Halogenen zählt, kommt ihm auch eine desinfizierende Bedeutung[6] zu (ähnlich den anderen Halogenen Chlor und Iod) und wird von Hautärzten – als Ersatz für Mercurochrom – in der Form einer z. B. zweiprozentigen wässrigen Lösung zur Wunddesinfektion bzw. -heilung eingesetzt. Allerdings wirkt es nur schwach antibakteriell.[7]

pH-Indikator

Eosin wird außerdem als pH-Indikator eingesetzt. Eosin Y schlägt bei ca. pH 2 von Gelb (< 2) auf grün-fluoreszierend (> 2) um. Eosin B schlägt bei ca. pH 1,7–1,8 von farblos (<≈ 1,7) auf rosa-fluoreszierend (>≈ 1,7) um, ist jedoch für diesen Zweck nicht sehr weit verbreitet.

Quantitative Halogenidbestimmung nach Fajans

Eosin Y eignet sich ebenso als einfacher sehr präziser Indikator bei Fällungstitrationen. Ein Analyt, der eine unbekannte Konzentration an Iodidionen enthält, wird mit einer AgNO3-Maßlösung bis zur Flockenbildung (durch schwerlöslichem AgI) bestimmt. Nach Überschreiten des Äquivalentpunktes sind die AgI-Kolloide durch überschüssige Ag+-Ionen an der Oberfläche positiv aufgeladen und vermögen Eosinanionen unter Deformation ihrer Elektronenhülle (Farbänderung) zu adsorbieren. Man erkennt einen scharfen Farbumschlag von gelb nach rosa.

Farbstoff

Bis in die 1980er-Jahre verwendete man Eosin Y als Farbstoff in Lippenstiften. Wegen der toxischen Wirkung wurde es seither durch Pigmente ersetzt.

Hydrologie

In der Hydrologie wird Eosin Y für Färbeversuche eingesetzt. Da es sehr lichtempfindlich ist, wird es hauptsächlich für Grundwasserfragen verwendet.

Einzelnachweise

  1. Eintrag in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM) (Seite nicht mehr abrufbar).
  2. Datenblatt Eosin Y (PDF) bei Carl Roth
  3. a b c Datenblatt Eosin Y disodium salt bei Sigma-Aldrich (PDF). Angabe des Markenparameters in Vorlage:Sigma-Aldrich fehlerhaft bzw. nicht definiertVorlage:Sigma-Aldrich/Abruf nicht angegeben
  4. a b c Datenblatt Eosin Y bei Merck
  5. Vorlage:Acros
  6. PSCHYREMBEL, S. 355, s. v. "Desinfektionsmittel".
  7. Heike Fischer, Holger Reimann: Eosin vielleicht überflüssig, aber nicht bedenklich. In: Pharmazeutische Zeitung. Ausgabe 7/2000.

Siehe auch

Weblinks