Eyak (Volk)

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Die Eyak sind ein Indianerstamm in Alaska, dessen gleichnamige Sprache mit seiner letzten Sprecherin, Marie Smith Jones, Anfang 2008 ausgestorben ist. Die Sprache gehörte zur Familie der Athapaskensprachen. Um 2002 hatte der Stamm rund 170 Mitglieder, von denen aber nur noch eines ausschließlich Eyak-Vorfahren hatte.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Golf von Alaska

Im 18. Jahrhundert lebten die Eyak im Prince William Sound, in einem Gebiet, das sich ostwärts über das Delta des Copper River bis zum heutigen Yakutat erstreckte. Bis etwa 1880 wurden die nach und nach auf ca. 200 Stammesmitglieder dezimierten Eyak immer wieder von Tlingit bedrängt. Sie wurden schon in den 1890er Jahren durch industrielle Fischzucht von ihren Fischgründen abgeschnitten. Die Methoden der Fischzuchten unterbrachen zudem die alljährliche Lachswanderung, so dass sich ihr Leben radikal veränderte.

Zunächst fanden einige Eyak Beschäftigung in den Fischbetrieben, doch wurden sie bald durch billigere chinesische Arbeiter verdrängt. Der Bau einer Eisenbahnverbindung, direkt an der letzten Eyak-Siedlung Cordova vorbei, brachte Alkohol und Opium, dazu Krankheiten. Sie ließen die Zahl der Eyak auf 50 schrumpfen, die weltweite Grippeepidemie von 1918 bis 1920 rottete sie fast aus. Seit 1906 gehörte ihr Dorf am Eyak zum benachbarten Cordova.

Erst 1933 wurden sie als letzter in den USA als Stamm anerkannt. Als Alaska 1959 ein Staat der USA wurde, verloren die Indianer ihr Land. 1971 beseitigte der Alaska Native Claims Settlement Act (ANCSA) alle Stammesrechte auf Land. 44 Millionen Acre Land kamen an private Native corporations, also Unternehmen der Indianer. Die Alaska Federation of Natives stimmte dem Vorgang zu, so dass mittlerweile stammesübergreifende Konzerne das Land besitzen. Die Indianer wurden zu Anteilseignern, was eher die Gewinninteressen betonte, als den Erhalt des Landes. So stimmten sie beispielsweise immer wieder dem Clear Cut Logging zu, einer in Nordamerika immer noch gebräuchlichen Art der flächendeckenden Abholzung ohne jede Selektion.

Die Eyak wurden endgültig beiseitegeschoben, als die US-Behörden feststellten, dass in diesem Gebiet mehrere Stämme lebten. So durften die inzwischen auch nach Cordova gekommenen Indianer, Aleuten und Inuit in die Stammesversammlung eintreten. Die Eyak wurden schlagartig zur kleinen Minderheit im eigenen Gebiet. Als entgegen den Absprachen am Eyak River der Holzeinschlag begann, versuchte sich Marie Smith Jones als Mitglied des Rates dagegen zu wehren, doch den ausgetauschten Stammesrat interessierten die kulturellen Artefakte am Eyak River wenig – sie sind mit den Bäumen verschwunden.

Aktuelle Situation[Bearbeiten]

Nachdem der Öltanker Exxon Valdez am 24. März 1989 über 30 Millionen Barrel Rohöl in den Prince William Sound ergossen hatte, gründeten Dune Lankard und andere 1995 das Eyak Preservation Council. Später folgte der NATIVE Conservancy Land Trust. Lankard stammt mit einem Elternteil von den Eyak ab und gehört dem Wolfsclan an. Seiner Organisation gelang es, bisher 700.000 Acre in der Region unter Schutz zu stellen.

1995 feierten die Eyak nach 80 Jahren ihr erstes Potlatch, eine rituelle Feier, die lange Zeit verboten war.

Mit dem Tod der letzten Sprecherin des Eyak im Januar 2008 starb ihre Sprache aus. Dazu trugen sowohl der dramatische Bevölkerungsrückgang bei, als auch der Druck des Englischen und auch der benachbarten Indianersprachen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]