Fannie Mae

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fannie Mae
Fannie Mae-Logo
Rechtsform GSE
ISIN US3135861090
Gründung 1938
Sitz Washington D. C., Vereinigte Staaten
Leitung Timothy J. Mayopoulos (President & CEO)
Mitarbeiter 7.000 (2011)
Umsatz 20,444 Mrd. US-Dollar (2011)[1]
Branche Banken
Produkte Immobilienfinanzierung, Hypotheken
Website FannieMae

Fannie Mae (ursprünglich Federal National Mortgage Association, FNMA) ist ein staatlich gefördertes Unternehmen, welches 1938 im Rahmen des New Deal als staatseigene Bank gegründet und 1968 privatisiert wurde. Bei der Privatisierung wurde der ursprünglich aus einer Verballhornung des Kürzels FNMA entstandene Name Fannie Mae als offizieller Name des Unternehmens übernommen.

Sie ist eine reine Hypothekenbank und das weltweit größte Institut in dieser Sparte. Die Hypotheken werden durch den US-amerikanischen Staat weder garantiert noch refinanziert. Als staatsnahes Unternehmen erhält Fannie Mae allerdings erstklassige Bonitätsbewertungen von den Ratingagenturen und kann sich so zu einem günstigeren Zins refinanzieren als andere Banken.

Zusammen mit Freddie Mac, der zweitgrößten, ebenfalls staatlich geförderten Hypothekenbank der USA, hat sie zur Finanzierung der Hypotheken Anleihen im Wert von 2,4 Billionen Dollar ausgegeben, wodurch sie zu den größten Schuldnern weltweit gehört. Aufgrund des Immobilienbooms, der in den USA nun schon seit Mitte der neunziger Jahre anhielt, sahen die Finanzmärkte zunehmend die Gefahr, dass bei einem Rückgang der Immobilienpreise Fannie Mae in ernsthafte Probleme geraten könnte, was angesichts der Höhe der Schulden zu weltweiten Turbulenzen auf den Finanzmärkten führen könnte und mittlerweile auch eingetreten ist.

Im Juli 2008 bezeichnete der Chef der Federal Reserve Bank of St Louis, Wiliam Poole, Fannie Mae erstmals als „faktisch zahlungsunfähig“ und forderte die Politik auf, nach Rettungsmöglichkeiten zu suchen.[2] Am 13. Juli 2008[3] kündigte die US-Regierung an, Fannie Mae und Freddie Mac mit Krediten und Aktienkäufen in Milliardenhöhe zu stützen, um einen Bankrott zu verhindern.[4] Bald darauf, am 7. September 2008, übernahm die zuständige Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) die Kontrolle über Fannie Mae und löste den bisherigen CEO Daniel Mudd ab.[5] [6]. Im Geschäftsjahr 2008 machte Fannie Mae 58,7 Milliarden Dollar Verlust. [7] Im 3.Quartal 2009 machte Fannie Mae einen Verlust von 19 Mrd. Dollar und beantragte weitere 15 Mrd. Dollar Staatsbeihilfen. Bisher hatte die Immobilienbank bereits knapp 61 Mrd. Dollar Staatsbeihilfen erhalten. [8]
Im August 2011 ersuchte das Unternehmen die Regierung um weitere 5,1 Milliarden Dollar. Die Gesamtsumme der staatlichen Finanztransfers an die beiden staatsnahen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac beläuft sich damit auf 169 Milliarden Dollar. [9]

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. http://sec.gov/Archives/edgar/data/310522/000119312512087297/d282546d10k.htm#toc282546_24 S. 82
  2. ARD: „Freddie und Fannie vor dem Bankrott?“ - 10. Juli 2008
  3. [1] Presseveröffentlichung der Fed.
  4. „Umfangreiche Housing Bill auf der Zielgeraden. US-Schatzamt wird Fannie und Freddie zu Hilfe eilen dürfen“, NZZ 24. Juli 2008
  5. „US-Regierung übernimmt Freddie Mac und Fannie Mae“, Spiegel online, 7. September 2008.
    „Amerika verstaatlicht Freddie und Fannie“, FAZ, 8. September 2008
  6. „Unter die Fittiche Washingtons“, Süddeutsche Zeitung, 7. September 2008
  7. Tagesschau - US-Hypothekenbank meldet 59 Milliarden Verlust - Ein schwarzes Loch namens Fannie Mae (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.) → Erläuterung (Zugriff am 27. Februar 2009)
  8. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/milliardenverlust-freddie-mac-haengt-weiter-am-tropf-des-staates;2480333
  9. http://www.reuters.com/article/2011/08/05/us-fanniemae-idUSTRE7742HL20110805