Ferdinand Mülhens

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Ferdinand Mülhens
Etikett, entworfen von Ferdinand Mülhens 1881 mit späterem Blau-Gold-Zusatzetikett
Werbung Ferdinand Mülhens als k.u.k. Hoflieferant für 4711 (1908)

Ferdinand Mülhens (* 23. Dezember 1844 in Köln; † 15. Januar 1928 in Königswinter) war Gutsbesitzer und Unternehmer mit Wohnsitz in Königswinter. Er wurde auch „De Naas vun Kölle" genannt.[1]

Biografie[Bearbeiten]

Ferdinand Mühlens wurde zunächst 1872 zum Teilhaber, 1873 nach dem Tode seines Vaters Peter Joseph Mülhens schließlich zum alleinigen Inhaber der von seinem Großvater Wilhelm Mülhens gegründeten Kölnische Wasser- und Parfümfabrik in der Glockengasse unter der Firma Franz Maria Farina. Unter seiner Leitung weitete das Unternehmen seine Produktpalette aus. Als erster Kölnisch Wasserhersteller produzierte Mühlens auch Körperpflegeprodukte sowie andere Düfte und setzte Produktwerbung ein. 1881 meldete er nach verlorenem Namenprozeß die neue Firma „Eau de Cologne- und Parfümerie-Fabrik Glockengasse No. 4711 gegenüber der Pferdepost von Ferd. Mülhens“ ins Handelsregister ein.

4711 rückte in den Mittelpunkt der Werbung und wurde schließlich zu einer Marke mit hohem Wiedererkennungswert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich 4711 Echt Kölnisch Wasser zu einem Massenprodukt. 1873 erhielt Mühlens die Erlaubnis das königliche Wappen der Niederlande zu führen. Auf Grund der hohen Qualität seiner Produkte wurde Ferdinand Mülhens der Titel eines k.u.k. Hoflieferanten um 1900 verliehen. 1902 erfolgte die Titelverleihung des Schah von Persien, 1906 von der Königin-Mutter Margarethe von Italien, 1897/1913 der Zar von Russland und 1911 der König von Rumänien.[2]

1886 wurde er Alleineigentümer des Wintermühlenhofs in Königswinter, den er seit 1900 auch als Alterssitz nutzte. 1893 errichtete er das "Savoy-Hotel Großer Kurfürst" gegenüber dem Kölner Dom. 1911 erwarb er einen Teil des Petersberges, auf dem er ein weiteres Hotel erbauen ließ. Unter seinem Einfluss entwickelte sich das Siebengebirge zu einem Fremdenverkehrsgebiet. 1910/11 stiftete Mülhens der Stadt Königswinter als Volkswohlgebäude das Wilhelm-Auguste-Viktoria-Haus. 1913/1914 ließ er nach einem Entwurf von Heinrich Müller-Erkelenz das Hotel auf dem Petersberg, das später Gästehaus der Bundesregierung wurde, errichten. Seit 1913 war er Eigentümer der Drachenfelsbahn.

Ferdinand Mülhens war von 1922 bis zu seinem Tod Ehrenbürger von Königswinter.

Sein Schwiegersohn war der Münchner Möbelfabrikant Heinrich Pössenbacher. Sein Sohn und Firmenerbe der Firma 4711 war Peter Mülhens, der Gründer des Gestüts Röttgen in Köln-Heumar. Sein Schwiegersohn war der Fabrikant Michael DuMont aus der Verlagsdynastie DuMont, die Enkelin Marietta war mit dem Dürener Landrat Theodor Beaucamp verheiratet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Michael Armer u.a.: Muelhens. Cologne-Paris-New York, the culture of beauty; zweihundert Jahre 4711. DuMont Köln 1992, ISBN 3-7701-3121-5
  • Eau-de-Cologne- und Parfümerie-Fabrik Glockengasse No. 4711 gegenüber der Pferdepost von Ferd. Mülhens: 160 Jahre 4711: 1792-1952. Köln 1952.
  • Ulrich S. SoéniusMülhens, Ferdinand. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S. 301 f. (Digitalisat).
  • Wilhelm Treue: Ferdinand Mülhens (1844–1928). In: Kölner Unternehmer im 18., 19. und 20. Jahrhundert. (= Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsbiographien, Band 12). Aschendorff, Münster 1986, S. 158–180.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Portal Rheinische Geschichte, abgerufen am 1. Mai 2012
  2. Dokument RWWA 162-101-1 des Archivbestandes Abt. 162 Muelhens KG bei der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln