Francesco Molino

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Francesco Molino (auch François Molino, * 4. Juni 1774 in Ivrea; † 1847 in Paris) war ein italienischer Gitarrist und Komponist der Frühromantik.

Leben[Bearbeiten]

Francesco Molino entstammte einer Musikerfamilie, sein Vater Giuseppe Ignazio Molino war Oboist in der Kapelle des Piemont-Regimentes. Als Francesco Molino 15 Jahre alt war, folgte er dem Vater in die militärische Laufbahn. In der Armee lernte er die theoretischen Grundlagen der Musik, das Spiel der Oboe und der Bratsche. Von 1786 bis 1789 war er Bratschist im Teatro Regio in Turin und Violinist in der Turiner Hofkapelle von 1814 bis 1818.

Wahrscheinlich kam Molino zwischen 1818 und 1820 nach Paris. Dort erfreute sich das Gitarrenspiel in der Gesellschaft großer Beliebtheit, die durch Musiker wie Filippo Gragnani (1767–1812), Fernando Sor, Mauro Giuliani, Dionisio Aguado, Pierre-Jean Porro und Ferdinando Carulli Verbreitung fand. Molino, von dem nicht überliefert ist, wo er das Gitarrenspiel erlernte, trat vor allem als Gitarrenvirtuose in den Pariser Salons in Erscheinung, wo er beachtliche Erfolge erzielte. Gefragt war Molino auch als Lehrer für sein Instrument, seine Schüler stammten zum Teil aus der höchsten Pariser Oberschicht. Die meisten seiner Kompositionen für Gitarre entstanden in der Zeit zwischen 1820 und 1835. Aus der Periode nach 1840, als die Gitarre allmählich an Beliebtheit eingebüßt hatte, stammen seine Kompositionen für Violine.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Molino komponierte mehr als 60 Werke für Gitarre, sowie eine Anleitung zum Erlernen des Instrumentes, die Grande Méthode Complette, op. 46 (1826). Neben Kammertrios und Nocturnes für Flöte und Gitarre sind besonders seine Sonate op. 51 für Gitarre solo und sein Konzert für Gitarre und Orchester beachtenswert. Von seinen beiden Konzerten für Violine und Orchester widmete er das Zweite seinem Freund Rodolphe Kreutzer.

Weblinks[Bearbeiten]