Franz Josef Niedenzu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Franz Josef Niedenzu (* 29. November 1857 in Köppernig; † 30. September 1937 in Braunsberg, Ostpreußen) war ein deutscher Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Nied.“.

Leben[Bearbeiten]

Niedenzu besuchte das Gymnasium in Neiße und machte dort 1878 das Abitur. Anschließend studierte er in Breslau Mathematik und Naturwissenschaften und wurde aktives Mitglied der katholischen Studentenverbindung K..St.V. Unitas Breslau im KV. Nach seinem Staatsexamen 1886 war er zunächst am Breslauer Johannesgymnasium tätig, um dann ab 1888 wissenschaftlicher Assistent des Botanikers Adolf Engler zu werden und bei ihm 1889 zu promovieren. Als Engler nach Berlin berufen wurde, ging Niedenzu ebenfalls mit ihm nach Berlin.

1892 erhielt Niedenzu den Lehrstuhl für Mathematik und Naturwissenschaften am Lyceum Hosianum in Braunsberg, das später in "Staatliche Akademie" umbenannt wurde. Niedenzu gründete den Botanischen Garten von Braunsberg.

Niedenzus Hauptarbeitsgebiet war die Systematische Botanik, ausgehend von den Arbeiten seines Lehrers Engler, der eine neue Pflanzensystematik begründet hatte.

Niedenzu war der Herausgeber der 20. bis 22. Auflage der Flora von Deutschland von Christian August Friedrich Garcke. Niedenzu wurde berühmt für seine Arbeit über die Malpighiengewächse; für das Werk Das Pflanzenreich von Adolf Engler schrieb er das entsprechende Kapitel „Malpighiaceae“. Zum Werk Die natürlichen Pflanzenfamilien von Engler und Carl Prantl trug er neun Familienbeschreibungen bei.

Er beschrieb zahlreiche neue Arten sowie sechs neue Gattungen: Alcoceratothrix (=Byrsonima), Callyntranthele (=Blepharandra), Cordobia, Diaspis (=Caucanthus), Malpighiodes und Sprucina (=Jubelina).

Niedenzu, seit 1925 Rektor der Akademie Braunsberg, wurde 1926 emeritiert. Neben seiner Zugehörigkeit zur Verbindung Unitas-Breslau war er auch Ehrenphilister der Königsberger KV-Verbindungen Borussia und Tannenberg.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Robert Zander, Fritz Encke, Günther Buchheim, Siegmund Seybold (Hrsg.): Handwörterbuch der Pflanzennamen. 13. Auflage. Ulmer Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-8001-5042-5.
  • S. Koß in Biographisches Lexikon des KV Band 7 (2010) S. 108 f ISBN 978-3-939413-12-7

Weblinks[Bearbeiten]