Franz Kruckenberg

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Kruckenberg (2. v. l.) vor dem Schienenzeppelin
Der per Flugzeugmotor angetriebene Schienenzeppelin
Kruckenberg-Gedenktafel an seinem Geburtshaus in der Moltkestraße in Uetersen

Franz Friedrich Kruckenberg (* 21. August 1882 in Uetersen; † 19. Juni 1965 in Heidelberg) war ein deutscher Maschinenbau-Ingenieur und Eisenbahn-Konstrukteur. Er war ein Pionier des Schnellverkehrs auf der Schiene; zu seinen Werken gehört der 1931 vorgeführte propellergetriebene Schienenzeppelin.

Leben[Bearbeiten]

Kruckenberg entstammt einer alten Hamburger Kaufmannsfamilie. Als diplomierter Schiffbauingenieur konstruierte er bereits vor dem Ersten Weltkrieg Kampfflugzeuge und Luftschiffe. Bereits zu diesem Zeitpunkt kritisierte er die Luftschiffe wegen ihrer explosiven Gasfüllung und die zivilwirtschaftliche Verwendung von Flugzeugen wegen ihrer hohen Betriebskosten.

Nach dem Ersten Weltkrieg eröffnete Franz Kruckenberg ein Ingenieurbüro in Heidelberg. Zunächst entwarf er eine Art Hänge-Schwebebahn, konnte aber nicht das Kapital für einen Prototyp aufbringen. Später gründete er mit Hermann Föttinger die Flugbahn-Gesellschaft mbH zum Bau des „Schienenzeppelins“ mit Propellerantrieb. Die ersten Testfahrten wurden am 25. September 1930 auf der Bahnstrecke Kreiensen–Altenbeken durchgeführt.

Am 21. Juni 1931 hatte das von ihm konstruierte Schienenfahrzeug seine Jungfernfahrt auf der Berlin-Hamburger Bahnstrecke zwischen Ludwigslust und Wittenberge. Dieser Schienentriebwagen war ein zweiachsiger aerodynamischer Wagen in Leichtbauweise mit Luftschraubenantrieb. Bei dieser Fahrt stellte das Fahrzeug mit 230,2 km/h einen Geschwindigkeitsweltrekord auf.

Mit dem Schienenzeppelin entwickelte der Ingenieur ein für die damalige Zeit revolutionäres Fahrzeug. Seine Idee des strömungsgünstigen Profils beeinflusst bis heute die Bauweise von Schnelltriebwagen.

Nach dem Schienenzeppelin entwickelte Kruckenberg den ebenfalls wegweisenden SVT 137 155. Dieser Prototyp eines dreiteiligen Triebzuges zeichnete sich durch einen Triebkopf und einen diesel-hydraulischen Antrieb aus. Bei einer Versuchsfahrt am 23. Juni 1939 erreichte der Zug auf der Strecke Hamburg–Berlin einen neuen Geschwindigkeitsrekord von 215 km/h. Die Konstruktion führte nach dem Krieg zu den Baureihen DB-Baureihe VT 105 („Senator“ und „Komet“), DB-Baureihe VT 115 („TEE“) und in der DDR zur DR-Baureihe VT 1816.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Gottwaldt: Der Schienenzeppelin. Franz Kruckenberg und die Reichsbahn-Schnelltriebwagen der Vorkriegszeit 1929–1939. Freiburg 2006. ISBN 978-3-88255-134-1
  • Hans-Erhard Lessing: Franz Kruckenberg in Heidelberg - Verkehrsplaner kontra Reichsbahn. In Peter Blum (Hg): Pioniere- aus Technik und Wirtschaft in Heidelberg: Aachen 2000
  • Julian Landmann: Kruckenberg, Franz. In: Das Uetersen-Lexikon. Schmidt & Klaunig, Kiel 2012 ISBN 978-3-88312-421-6, S. 68-71
  • Sigfrid von Weiher: Kruckenberg, Franz. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982, ISBN 3-428-00194-X, S. 94 f. (Digitalisat).

Video[Bearbeiten]

  • Eisenbahn Romantik – Aktuelles und Interessantes aus der Welt der Bahn. Folge 282

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franz Kruckenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien