Freiwilliger Arbeitsdienst

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Reichsbannerleute des Freiwilligen Arbeitsdienstes bei Erdarbeiten an der Talsperre Lehnmühle, 1931
FAD-Gedenkstein am Bregenzer Brückenkopf der Harder-Brücke, anlässlich der Regulierung der Bregenzerache durch den österreichischen FAD/SAD
FAD-Gedenkstein von 1933 bei Bebenhausen.

Der Freiwillige Arbeitsdienst (kurz FAD) war ein Arbeitsdienst in der Weimarer Republik. Er wurde 1931 unter der Regierung Brüning gegründet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die gesetzlichen Grundlagen dazu wurden mit der Notverordnung vom 5. Juni 1931 im § 139a des Gesetzes für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung geschaffen. Nach Artikel 1 der Ausführungsverordnung vom 3. August 1931 durfte er nur für gemeinnützige zusätzliche Arbeiten eingesetzt werden.[1] Über groß angelegte Programme wurden arbeitslose Jugendliche oder Erwachsene beschäftigt. Der ursprüngliche Gemeinnutzen der Einsätze wich seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten einem überwiegend militärisch definierten Nutzen. 1935 resultierte daraus der Reichsarbeitsdienst (RAD).

Am 16. Juli 1932 erfolgte die Bestellung des Geheimen Regierungsrats und Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Friedrich Syrup als Reichskommissar für den freiwilligen Arbeitsdienst (FAD). Vor allem das Emsland[2] mit seinen riesigen Moor- und Ödlandflächen wurde ein wichtiges Einsatzgebiet des Freiwilligen Arbeitsdienstes, wobei hier vornehmlich unter Leitung des Meppener Verwaltungsangestellten und Zentrum-Jugendpolitikers Anton Veltrup katholische Organisationen Lager für arbeitslose Jugendliche aus der Region wie aus Großstädten errichtete, um Ödland zu kultivieren und Straßen zu bauen.[3]

Darüber hinaus existierte ein „Freiwilliger Arbeitsdienst“ bei den Artamanen.

In Österreich existierte nach dem Vorbild Deutschlands ebenfalls ein FAD. Die Arbeitslager wurden hauptsächlich von paramilitärischen Verbänden (z.B. Heimwehr oder Ostmärkische Sturmscharen) und den christlichen Gewerkschaften betrieben. 1936 wurde er in Staatlicher Arbeitsdienst (SAD) umbenannt, die Lager verstaatlicht und die Aufnahme („bedarfsmäßiger Zugang“) von den Arbeitsämter geregelt.[4]

Quellen[Bearbeiten]

  • Ernst Schellenberg: Der Arbeitsdienst auf Grund der bisherigen Erfahrungen. Untersuchung auf Grund einer Erhebung des Kommunalwissenschaftlichen Instituts unter Berücksichtigung der Verordnung über den freiwilligen Arbeitsdienst vom 16. Juli 1932 und der neuesten Ausführungsbestimmungen (= Sonderschriften des Kommunalwissenschaftlichen Instituts an der Universität Berlin 2, ZDB-ID 634569-4). Mit Vorwort von Walter Norden. Vahlen, Berlin 1932.
  • Friedrich Syrup: Hundert Jahre staatliche Sozialpolitik 1839–1939. Aus dem Nachlass herausgegeben von Julius Scheuble. Bearbeitet von Otto Neuloh. Kohlhammer, Stuttgart 1957.

Literatur[Bearbeiten]

  1. Vgl.: Julius Kaliski: Freiwilliger Arbeitsdienst. In: Sozialistische Monatshefte. 38. Jg., Heft 6, 1932, S. 500–503.
  2. Heinz Kleene: Der Freiwillige Arbeitsdienst (FAD) im Emsland. In: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes. Bd. 48, 2002, ISSN 0448-1410, S. 307–330.
  3. Josef Hamacher: Freiwilliger Arbeitsdienst und Reichsarbeitsdienst im Altkreis Meppen. In: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes. Bd. 48, 2002, S. 273–306.
  4. Gerhard Senft: Im Vorfeld der Katastrophe. Die Wirtschaftspolitik des Ständestaates. Österreich 1934–1938 (= Vergleichende Gesellschaftsgeschichte und politische Ideengeschichte. Bd. 15). Herausgegeben von Anton Pelinka und Helmut Reinalter. Braumüller, Wien 2002, ISBN 3-7003-1402-7, S. 478–479.