Friedrich Beer

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Friedrich Salomon Beer, auch Samuel Friedrich Beer, später Frédéric Beer (* 1. September 1846 in Brünn; † 18. Oktober 1912 in Florenz) war ein österreichisch-französischer Bildhauer.

Leben[Bearbeiten]

Porträtbüste Washington Irving, 1885
Büste des Malers Courtois, 1890

Beer, Sohn eines Kaufmanns aus Proßnitz, war frühzeitig verwaist und wurde von Verwandten aufgezogen. Er besuchte zunächst die Handelsakademie in Proßnitz und ging dann mit 15 Jahren bei einem Wiener Meerschaumschnitzer in die Lehre. Von 1865 bis 1870 studierte er an der Wiener Akademie der bildenden Künste, zunächst bei Carl Radnitzky (1818–1901), dann bei Franz Bauer (1798–1872).

Für seine Figurengruppe Achilles und Penthesilea erhielt er 1870 auf Vorschlag von Theophil Hansen das Rom-Stipendium. In Rom stand ihm dadurch für drei Jahre ein kostenfreies Atelier im Palazzo di Venezia zur Verfügung. 1873 kehrte er nach Wien zurück, siedelte sich dann aber 1875 in Paris an und verlegte sich zunächst, in Zusammenarbeit mit dem Humoristen Alfred Grévin, auf amüsante Frauenporträts und -statuetten. In den 1880er Jahren waren seine Kinderstatuetten besonders populär, so die oft reproduzierten Darstellungen von Martin Luther und Albrecht Dürer als Kinder. Außerdem betrieb er chemische Studien und entwickelte verschiedene synthetische Modelliermaterialien (Plasta, Beerite).

In den 1890er Jahren lernte er Theodor Herzl und Max Nordau kennen und schuf mehrere Plastiken mit zionistischer Thematik. Im Jahr 1902 übersiedelte Beer nach Florenz, wo er sein letztes Lebensjahrzehnt verbrachte.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1890: Büste des Malers Courtois (goldene Medaille auf der internationalen Ausstellung in München)
  • 1890: Grabmal des Kunstsammlers Frédéric Spitzer (Cimetière de Passy, Paris)
  • 1894: Porträtbüste Theodor Herzl (Herzl-Museum, Jerusalem)
  • 1898: Gedenkmedaille Die Verheißung für den zweiten Zionistenkongress in Basel[3]
  • 1903: Statue Shema Israel (während des sechsten Zionistenkongresses im Stadtcasino Basel ausgestellt)
  • Statue Im Schweiße deines Angesichts (für einen Brunnen in Mülhausen)
  • 1912: zwei Bronzeplastiken von Ringern: Verteidigung und Angriff (XXXVII. Ausstellung des Wiener Künstlerhauses)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://othes.univie.ac.at/451/1/03-17-2008_9202261.pdf (dort S. 178 ff.)
  2. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,801778,00.html
  3. http://www.historama.com/online-history-shop/israeli_zionist_judaic_exonumia/zionist_yishuv_medals_jetons_tokens.html

Literatur[Bearbeiten]

  • [On Mr. Frederic Beer]. In: The Westminster Review, Band 138, 1892, S. 456–459.
  • Friedrich Beer. In: Die Welt, 1898, Heft 31 (5. August 1898), S. 7. (Digitalisat)
  • Theodor Zlocisti: Friedrich Beer. In: Ost und West, 1905, Heft 2, Sp. 83–94. (Digitalisat)
  • Karl Schwarz: Friedrich Beer (Nachruf). In: Ost und West, 1913, Heft 7, Sp. 529–534. (Digitalisat)
  • Giuseppe Conte Monroy: Vente des oeuvres de Frédéric Beer. Catalogue. À l’Atelier Beer, 6, Via Michele di Lando et à la Galerie d'Art, Palazzo Strozzi, Florence, 1913.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich Beer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien