Friedrich Wilhelm Rembert von Berg

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Friedrich Wilhelm Rembert von Berg.jpg

Graf Friedrich Wilhelm Rembert von Berg (* 15. Maijul./ 26. Mai 1794greg.[1] auf Schloss Sagnitz (estn. Sangaste) in Livland; † 6. Januarjul./ 18. Januar 1874greg. in Sankt Petersburg; genannt Fjodor Fjodorowitsch) war Feldmarschall der russischen Armee.

Leben[Bearbeiten]

Friedrich Wilhelm Rembert von Berg stammte aus der Familie von Berg, einer alten deutschen Adelsfamilie Livlands und wurde am 26. Mai 1794 auf Schloss Sagnitz in Livland geboren. Er studierte in Dorpat und trat 1812 in russische Militärdienste. Sehr bald zum Offizier ernannt und dem Generalstab zugewiesen, war er fast allen bedeutenden Gefechten der Russen in den Feldzügen von 1812, 1813 und 1814 beteiligt. Nachdem er dann zwei Jahre lang das südliche Europa durchreist hatte, kehrte er 1819 nach Russland zurück. Er wurde zum Oberst ernannt, war an den russischen Gesandtschaften in München und Neapel tätig und wurde 1822 nach Orenburg geschickt, um die Verhältnisse der Kirgisen und des Karawanenhandels über Buchara und Indien zu ordnen.

1828 und 1829 war er als Generalstabschef unter Wittgenstein und Diebitsch im Russisch-Türkischen Krieg. Beim Feldzug in Polen 1831 kommandierte er die Vorhut von General Diebitsch und zeichnete sich in mehreren Gefechten aus. Hierauf wurde er zum Generalleutnant und Generalstabschef der russischen Armee in Polen ernannt und bekleidete diese Stelle zwölf Jahre hindurch. Unter seiner Leitung wurde die topographische Karte des Königreichs Polen bearbeitet. 1843 wurde er zum General der Infanterie und Generalquartiermeister im kaiserlichen Generalstab ernannt und mehrfach zu diplomatischen Missionen verwendet, deren schwierigste und bekannteste die Entsendung an den Wiener Hof war, als dieser 1849 gegen den ungarischen Aufstand die Hilfe Russlands erbat. Für seine diplomatischen Bemühungen mit der österreichischen Grafenwürde belohnt, kehrte von Berg nach Sankt Petersburg zurück, um die unter seiner Leitung begonnenen grundlegenden topographischen Arbeiten fortzusetzen.

1854 beim Ausbruch des Krimkriegs wurde er beauftragt, Estland gegen die britische Flotte zu verteidigen. Es gelang ihm in kurzer Zeit, Reval in so guten Verteidigungszustand zu versetzen, dass Admiral Charles Rapier es nicht wagte, einen Angriff zu unternehmen.

Anschließend zum Generalgouverneur von Finnland ernannt, leitete von Berg die Verteidigung dieser Provinz und bestand vom 8. bis 10. August das dreitägige Bombardement von Sveaborg, wofür ihm Alexander II. an seinem Krönungstag (7. September 1856) den Titel eines finnischen Grafen verlieh. Jedoch machte sich von Berg durch seine Abneigung gegen jede freiheitliche Entwicklung in Finnland so unbeliebt, dass sich der Zar veranlasst sah, ihn im November 1861 von seinem Posten abzuberufen.

Der polnische Aufstand führte ihn im März 1863 aufs Neue zu einflussreicher Tätigkeit. Er wurde zum Adjutanten des Großfürsten-Statthalters von Polen, Großherzog Konstantin, ernannt und hatte de facto bald alle Gewalt in Händen, da der Großfürst bereits im August Polen verließ. Im Oktober trat von Berg vollständig an seine Stelle. Schon vorher hatte er die energischsten Maßregeln ergriffen. Seiner furchtbaren Strenge und seiner Umsicht gelang es, allmählich die geheime Nationalregierung, die ihren Sitz in Warschau hatte, zu unterdrücken und den Aufstand in allen Teilen des Landes niederzuwerfen. 1866 wurde von Berg zum Feldmarschall und zum Mitglied des Reichsrats ernannt, behielt aber die Statthalterschaft Polens und seinen Sitz in Warschau.

Friedrich Wilhelm Rembert von Berg heiratete im Oktober 1830 die verwitwete Gräfin Annoni, mit der er in glücklicher Ehe 44 Jahre lebte.

Während einer Reise nach Petersburg starb er dort am 18. Januar 1874. Seine Frau starb gleich nach ihm, nach der Grabinschrift: Ihr brach das herz, als seines stille stand.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag im Taufregister der Gemeinde Theal (estnisch: Sangaste kogudus)
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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