Friendica

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Friendica
Friendica Logo.png
Entwickler Friendica
Aktuelle Version 3.3
(06. Oktober 2014)
Betriebssystem GNU/Linux
Programmier­sprache PHP, MySQL, JavaScript
Kategorie Soziales Netzwerk
Lizenz AGPL
Deutschsprachig ja
friendica.com

Friendica (ehemals Friendika) ist eine freie Software für ein verteiltes soziales Netzwerk. Der Fokus liegt auf wirkungsvollen Datenschutzeinstellungen und leichter Installation auf eigenen Servern. Zudem lassen sich andere soziale Netzwerke und Blogs leicht integrieren. Im Januar 2014 hatte die öffentliche Benutzerliste von Friendica über 10.000 Einträge[1]. Die Zahl enthält nur diejenigen, die sich entschieden haben, ihr Benutzerprofil dort zu veröffentlichen.

Funktionalitäten[Bearbeiten]

Friendica-Anwenderinnen und Anwender können sich nicht nur über den eigenen Friendica-Server hinaus mit anderen vernetzen, sondern in ihren 'Nachrichtenstream' auch Kontakte aus Facebook, Twitter, Diaspora, App.net, Pump.io und StatusNet bzw. Gnusocial einbinden. Zusätzlich zu den bidirektionalen Verbindungen kann man Beiträge unter anderem nach Google+, WordPress, Tumblr und Libertree posten. Außerdem lassen sich E-Mail-Kontakte und RSS-Feeds integrieren. Da die Benutzeraccounts auf viele Server verteilt sind, bestehen ihre "Adressen", ähnlich wie E-Mail-Adressen, aus drei Teilen, nämlich dem Benutzernamen, dem "@" und dem Namen der Friendica-Instanz.

Viele Funktionalitäten aus den anderen verbreiteten Mikroblogging- oder Social Networking-Plattformen gibt es auch in Friendica, beispielsweise das direkte Ansprechen von Personen oder Gruppen über "@-Erwähnungen", Direktnachrichten, Hashtags, Fotoalben, "Likes", "Dislikes", Kommentare und das Weiterverteilen öffentlich sichtbarer Beiträge. Darüber hinaus können in Friendica auch bereits abgeschickte Beiträge noch editiert werden. Die detaillierten Einstellungen zur Privatsphäre bzw. zur öffentlichen Sichtbarkeit von Beiträgen erlauben es, pro Beitrag zu regulieren, wer welche Beiträge oder Informationen über den Benutzer oder die Benutzerin lesen kann. Dafür kann man auch unterschiedliche Profile erstellen und sich verschiedenen Gruppen verschieden zeigen. Das Herunterladen oder Löschen des eigenen Profils ist ebenso möglich wie der Import eines Profils auf einen anderen Friendica-Server.[2] Man kann verschiedene Foren unter verschiedenen Accounts unterhalten, zwischen denen man hin- und herschalten kann, wenn man die Accounts unter derselben E-Mail-Adresse registriert hat.[3]

Für Friendica gibt es eine Vielzahl von Erweiterungen und diverse Themes. Darunter sind die so genannten Konnektoren, mit denen Verbindung zu den oben genannten Plattformen aufgenommen werden kann. Viele neue Features werden jedoch der Einfachheit halber auch zuerst als Erweiterungen angelegt und später möglicherweise ins "Core" von Friendica übernommen.

Entwicklung[Bearbeiten]

Hinter Friendica steht kein Unternehmen. Die Entwickler arbeiten ehrenamtlich und das Projekt wird informell betrieben, wobei die Plattform selbst für die Kommunikation der Entwickler untereinander genutzt wird.[4] Dafür existieren innerhalb von Friendica verschiedene Foren, etwa "Friendica Developers"[5], "Friendica Theme Developers"[6] und "Friendica Addons"[7]. Der Quellcode von Friendica wird auf GitHub gehostet.[8][9]

Installation[Bearbeiten]

Das Ziel der Entwickler ist es, die Installation der Server-Software auch für technische Laien einfach zu machen. Sie argumentieren, dass Dezentralisierung auf kleinen Servern eine Schlüsselbedingung für die Freiheit der Anwender und für ihre datentechnische Selbstbestimmung darstellt. Die Schwierigkeitsstufe ähnelt einer Installation von WordPress. Zudem betreiben Freiwillige öffentliche Server, so dass Neulinge die Installation eigener Software auch ganz vermeiden können.[10]

Liste von Clients[Bearbeiten]

Friendica benutzt die gleiche API wie das Projekt StatusNet/Gnu social. Eine Reihe von StatusNet-Clients können deshalb auch für Friendica benutzt werden. Dabei ist zu beachten, dass viele kleine Unterschiede in der Funktionsweise der Software existieren, so dass in den Clients nicht alle Features zur Verfügung stehen, die es in der webbasierten Benutzeroberfläche gibt. Grundsätzlich funktionierende Clients sind (Stand Herbst 2014):

  • Hotot (Linux)
  • Pidgin (Windows, Linux)
  • Twidere (Android)
  • Mustard (Android)

Rezeption[Bearbeiten]

Die deutsche Computerzeitschrift c't beschrieb Friendica im Februar 2012 als leicht zu installierendes System, das dem Alternativprojekt Diaspora in einigen Punkten voraus sei.[11] Die T3N führte Friendica im März 2012 als einen Facebook-Rivalen auf.[12] In der Infoshop News wurde Friendica als Alternative zu Google+ und Facebook für die Bewegung Occupy Nigeria beschrieben.[13] Im Deutschlandradio Wissen wurde Friendica am 23. Januar 2012 in einer Sendung über dezentrale Netzwerke als Beispiel eines solchen Projekts genannt. Interviewpartner Torsten Grote von FSFE verlinkte anschließend auf die Aufnahme in seinem Blog.[14] Im Blog Future Tense des Online-Magazins Slate wird Friendica in einem Beitrag[15] als sicherere Alternative zu Facebook genannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Friendica Global Directory
  2. Liste der Features von Friendica
  3. https://github.com/friendica/friendica/blob/master/doc/de/Forums.md
  4. http://friendica.com/node/17
  5. Forum der Entwicklerinnen und Entwickler von Friendica
  6. Forum zum Thema Theme-Entwicklung für Friendica
  7. Forum zur Entwicklung von Friendica-Erweiterungen
  8. Friendicas GitHub-Repository
  9. GitHub-Repository für Friendica-Erweiterungen
  10. http://dir.friendica.com/siteinfo
  11. Jo Bager: Diaspora und andere Facebook-Alternativen - c't-Archiv, 5/2012, Seite 136. Heise Online, abgerufen am 21. Juli 2013 (Kostenpflichtiger Download des Zeitschriftenartikels).
  12. Facebook-Alternativen: Große und kleine Rivalen des sozialen Netzwerks. t3n Magazin, 28. März 2012, abgerufen am 29. März 2012.
  13. A Social Network Alternative for Occupy Nigeria. Infoshop News, 16. Januar 2012, abgerufen am 29. März 2012.
  14. Dradio Wissen: Dezentrale Soziale Netzwerke. blogs.fsfe.org, 23. Januar 2012, abgerufen am 30. März 2012.
  15. April Glaser and Libby Reinish: How to Block the NSA From Your Friends List. In: Slate.com. 17. Juni 2013, abgerufen am 21. Juli 2013.

Weblinks[Bearbeiten]