WordPress

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel erläutert die Software WordPress und nicht das Angebot von WordPress.com.
WordPress
Wordpress-logo.png
WordPress Screenshot.png
Weblog-Software / Web-CMS
Basisdaten
Entwickler Matt Mullenweg
Ryan Boren
Aktuelle Version 3.0.1 (29. Juli 2010)
Betriebssystem plattformunabhängig
Programmier­sprache PHP
Kategorie Weblog-Software
Lizenz GPL (Freie Software)
Deutschsprachig ja
www.wordpress.org

WordPress ist ein System zur Verwaltung der Inhalte einer Website (Texte und Bilder). Es bietet sich besonders zum Aufbau und zur Pflege eines Weblogs an, da es erlaubt, jeden Beitrag einer oder mehreren frei erstellbaren Kategorien zuzuweisen, und automatisch die entsprechenden Navigationselemente erzeugt. Parallel gestattet es auch unkategorisierte Einzelseiten.

Weiter bietet das System Leserkommentare mit der Möglichkeit, diese vor der Veröffentlichung erst zu prüfen, sowie eine zentrale Linkverwaltung, eine Verwaltung der Benutzerrollen und -rechte und die Möglichkeit externer Plugins, womit WordPress in Richtung eines vollwertigen „Content-Management-Systems“ ausgebaut werden kann.

WordPress basiert auf der Skriptsprache PHP (mindestens PHP 4.3) und benötigt eine MySQL-Datenbank (mindestens MySQL 4.1.2).[1] Es ist freie Software, die unter der GNU General Public License (GPL) lizenziert wurde. Die Entwickler stellen die quelloffene Software auf der Website kostenlos zum Download bereit. Laut Aussage der Entwickler legt das System besonderen Wert auf Webstandards, Eleganz, Benutzerfreundlichkeit und leichte Anpassbarkeit. WordPress ist der offizielle Nachfolger des Systems b2 und verfügt über eine stetig wachsende Benutzer- und Entwicklergemeinde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

In den Jahren 2001/2002 entwickelte Michel Valdrighi ein in PHP geschriebenes Weblogsystem mit dem Namen b2/cafelog, das unter GPL veröffentlicht wurde. Einige Monate nachdem Valdrighi die Entwicklung von b2 eingestellt hatte, gab Matthew Mullenweg im Januar 2003 in seinem Blog bekannt, dass er auf der b2-Codebasis eine neue Webblog-Software schreiben wolle, die einfach zu bedienen, flexibel und gut anpassbar sein sollte.[2] Kurze Zeit später startete er zusammen mit Mike Little die Entwicklung von WordPress.

Die erste stabile Version von WordPress erschien am 3. Januar 2004. Seit Version 1.0.1 sind alle Hauptversionen nach Jazzmusikern benannt.[3] Nachdem sich auch Michel Valdrighi der Entwicklergruppe um Mullenweg anschloss, wurde WordPress zum offiziellen Nachfolger von b2.[4] Im Laufe der Jahre wurde der Funktionsumfang immer weiter ausgebaut. Seit der Version 1.5 („Strayhorn“) unterstützt WordPress das Verwalten von statischen Seiten, also Beiträgen außerhalb der normalen Weblogchronologie. Damit war die Grundlage geschaffen, um WordPress nicht nur als reine Weblog-Software, sondern auch als einfaches Content-Management-System nutzen zu können.

Im August 2005 gründete Matt Mullenweg zusammen mit einigen anderen Entwicklern die Firma Automattic mit dem Ziel, weitere Dienste rund um das Bloggen anzubieten und die Entwicklung von WordPress besser zu koordinieren. Im selben Jahr startete Automattic den Bloghosting-Dienst wordpress.com, der auf der Multi-User-Version von WordPress basiert. Ein Jahr später fand das erste WordCamp in San Francisco statt.[5]

2007 gewann WordPress den Open Source CMS Award in der Kategorie Best Open Source Social Networking Content Management System [6] und 2009 in der Kategorie Overall Best Open Source CMS [7]

Mit über 10 Millionen Downloads (allein von WordPress 2.8)[8] gehört WordPress heute zu den am weitesten verbreiteten Weblog-Systemen[9].

[Bearbeiten] Funktionen

Administrationsoberfläche seit Version 2.7

[Bearbeiten] Die „5-Minuten-Installation“

Vom Download des Pakets mit dem Quellcode bis zum fertigen Blog werden nach Herstellerangaben regelmäßig weniger als 5 Minuten benötigt.[10] Obwohl der Installations-Dialog in Wordpress 3.0 erweitert wurde, werden die 5 Minuten weiterhin unterschritten.[11]

[Bearbeiten] Grundlegende Funktionen

WordPress unterstützt das Erstellen und Verwalten von Blogartikeln. Die einzelnen Artikel können in verschiedene Kategorien eingeordnet werden. Außerdem können einem Artikel Tags und weitere selbst definierte Metadaten (mittels „Benutzerdefinierter Felder“) zugeordnet werden. Die Blogbeiträge werden neben der normalen Darstellung als Webseite den Lesern auch über Nachrichten-Feeds in den Protokollen RSS 2.0, RSS 0.93 und Atom 0.3 angeboten.

Mit WordPress kann man ebenfalls statische Seiten außerhalb der Bloghierarchie erstellen. Seit Version 2.6 wird zudem die Versionierung von Artikeln und Seiten unterstützt. Weiterhin kann WordPress Kommentareinträge und Links verwalten.

WordPress besitzt ein einfaches Redaktionssystem mit 5 Benutzerrollen (Administrator, Redakteur, Autor, Mitarbeiter, Leser), eine Mediengalerie mit eingebautem Uploader und eine integrierte Volltext-Suche. Außerdem ist standardmäßig TinyMCE als Texteditor aktiviert.

[Bearbeiten] Plugins

Mit Hilfe von Plugins kann WordPress um diverse Funktionen erweitert werden. Alle diese Erweiterungen lassen sich mittels des eingebauten Editors bearbeiten.

Insgesamt sind im Plugin-Verzeichnis der Entwickler sowie über den integrierten „Plugin-Browser“ mehr als 5000 verschiedene freie Plugins verfügbar. Es gibt beispielsweise Plugins die die Verwendung anderer Loginverfahren, wie LDAP, OpenID oder Shibboleth ermöglichen, den eigenen Blog mit Twitter verbinden oder WordPress um eine Statistik-Funktion erweitern.

Automattic bietet zudem Plugins, die eine Verbindung mit den anderen hauseigenen Projekten wie der Forensoftware bbPress oder Services wie dem Anti-Spam-Dienst Akismet ermöglichen.

[Bearbeiten] Motive (Themes)

Hierarchie innerhalb eines WordPress-Themes

Durch den Einsatz der Theme-Technik werden Design und Programmkern von WordPress klar getrennt, was es leicht macht, individuelle Designs zu entwickeln, ohne mit der Programmierung der Software an sich vertraut zu sein. Allerdings ist es in WordPress auch möglich diverse Funktionen direkt in ein Theme zu programmieren, wodurch diese Trennung teilweise wieder aufgehoben werden kann.

Ein normales WordPress-Theme besteht aus einer Reihe von Bausteinen (Template-Tags) und HTML-Code. Jedes Theme folgt dabei einem grundlegend gleichen Aufbau. Daher gibt es von einigen Entwicklern spezielle Themes, die bereits alle grundlegenden Bausteine beinhalten und somit die Entwicklung eines eigenen Themes vereinfachen.

Das seit Version 1.5 voreingestellte Theme war Kubrick (benannt nach Regisseur Stanley Kubrick). Auf der Seite der Entwickler und über den eingebauten „Theme-Browser“ sind zudem viele weitere freie Themes für WordPress verfügbar. WordPress-Themes fallen genauso wie WordPress selbst unter die GPL.[12]

Seit Version 3.0 verwendet WordPress standardmäßig das neue Theme "Twenty-Ten" (dt. 2010), die bisher enthaltenen Themes "Classic" und "Default" (Kubrick) sind nur noch separat erhältlich.

[Bearbeiten] Versionen

[Bearbeiten] WordPress µ

Das Projekt WordPress µ (µ = mu, Abkürzung für Multiuser) bot die Möglichkeit, Weblogs zu hosten und damit einen Weblog-Dienst einzurichten. WordPress-µ-Versionen basierten jeweils auf der aktuellen WordPress-Version und erschienen meist zeitnah zu dieser. Das Projekt wurde ebenfalls von Automattic koordiniert.

Seit WordPress 3.0 ist µ unter dem Namen "Multi-Site" ein fester Bestandteil der Blogsoftware.

[Bearbeiten] BuddyPress

BuddyPress ist ein Plugin für WordPress (ursprünglich nur für WordPress µ), das das Blog-System in ein kleines Social Network verwandelt. Die aktuelle Version ist 1.2.2 vom 12. März 2010.[26] BuddyPress 1.3 soll gemeinsam mit WordPress 3.0 erscheinen.[27]

[Bearbeiten] WordPress für das iPhone

Für das iPhone gibt es eine Applikation, die den mobilen Zugriff auf WordPress.com-Blogs und WordPress-Blogs ab Version 2.7 ermöglicht. Sie bietet dabei allerdings nur eine eingeschränkte Funktionalität.[28]

[Bearbeiten] Community

[Bearbeiten] WordPress Deutschland

WordPress Deutschland ist die „zentrale Anlaufstelle der deutschsprachigen WordPress-Nutzer“.[29] Der kommerzielle Bloghoster wordpress.com fällt trotz Namensähnlichkeit explizit nicht darunter, da dies ein ganz anderes Produkt ist, für welches der Betreiber eine eigene deutschsprachige Seite anbietet[30].

[Bearbeiten] Kritik

[Bearbeiten] DE-Edition

Die Integration des Plugins „LinkLift“, das Werbeanzeigen durch Aktivierung des Benutzers in die inoffizielle deutsche Version 2.3 einband, löste Diskussionen unter Nutzern aus.[31] Als Reaktion darauf wurde am 1. Oktober 2007 im WordPress Deutschland Blog[32] bekannt gegeben, dass die umstrittene Erweiterung ab sofort nicht mehr zum Lieferumfang der deutschen Edition gehört.

Lange Zeit gab es zudem für WordPress im deutschsprachigen Raum mehrere Sprachdateien: eine von wordpress.org und zwei von WordPress Deutschland (eine „Du“- und eine „Sie“-Version). Da die Sprachdateien das gleiche Länderkürzel nutzten, kam es mit der Einführung des automatischen Updates mit WordPress 2.7 zu diversen Problemen mit der Update-Funktion. [33] Diese Probleme wurden erst mit Version 2.8 und der Zusammenlegung der deutschen Sprachversionen behoben. [34]

[Bearbeiten] Mehrsprachigkeit

WordPress bietet keine native Unterstützung für mehrsprachige Webseiten. Zwar bieten Plugins[35] die Möglichkeit, mehrsprachigen Inhalt zu verwalten, jedoch beziehen sich diese nur auf einzelne Postings und nicht auf alle verfügbaren Elemente. Hierbei sollte die Entwicklung beobachtet werden, das Plugin WPML kann so gut wie alle Elemente unterstützen. Alternativ ist es möglich, die MultiSite-Funktion von WordPress 3.0 zu nutzen und damit für jede Sprache ein eigenes Blog zu erstellen.

[Bearbeiten] Speicherverbrauch

In Version 2.8 ist der Speicherverbrauch verglichen mit den Vorgängerversionen vor allem auf 64-Bit-Systemen stark gestiegen.[36] Standardmäßig werden 32 MB RAM benötigt.[37] Diese - gemessen an modernen PCs geringe - Speicheranforderung stellt bei einfacheren Leistungspaketen kommerzieller Webhoster jedoch ein Problem dar.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Videotrainings

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellenangaben

  1. Systemvoraussetzungen von WordPress 2.9 (abgerufen am 31. März 2010)
  2. The Blogging Software Dilemma (engl.)
  3. Roadmap der Entwicklung
  4. Alte Entwicklerseite von b2
  5. WordPress.org: About
  6. http://www.packtpub.com/open-source-cms-award-previous-winners
  7. Open Source CMS Award
  8. WordPress.org Download-Zähler, abgefragt am 2. Dezember 2009
  9. W3Techs.org [1], abgefragt am 4. Januar 2010
  10. Die 5-Minuten-Installation (abgerufen am 31. März 2010)
  11. Angaben zur Installation von WordPress 3.0 (abgerufen am 31. März 2010)
  12. http://wordpress.org/development/2009/07/themes-are-gpl-too/
  13. WordPress.org: Announcing WordPress 1.5 (engl.)
  14. WordPress.org: WordPress 2 (engl.)
  15. Blogeintrag der Entwickler zur Einstellung von WordPress 2.0 (engl.)
  16. WordPress.org: WordPress 2.2 (engl.)
  17. WordPress.org: WordPress 2.3 (engl.)
  18. WordPress.org: WordPress 2.5 (engl.)
  19. WordPress.org: WordPress 2.6 (engl.)
  20. WordPress.org. WordPress 2.7 „Coltrane“ (engl.)
  21. WordPress.org: 2.8 Release Jazzes Themes and Widgets (engl.)
  22. WordPress.org: Veröffentlichungsbeitrag zu WordPress 2.9
  23. WordPress.org: Zeitplan zum Release von WordPress 3.0
  24. wpdevel: Process and Scope for 3.1, Part I
  25. WordPress.org: PHP 4 and MySQL 4 End of Life Announcement
  26. BuddyPress-Deutschland
  27. BuddyPress-Deutschland - Blog
  28. WordPress für das iPhone (engl.)
  29. WordPress Deutschland. Rohé, Heinz, abgerufen am 21. Juli 2010: „WordPress Deutschland ist die zentrale Anlaufstelle der deutschsprachigen WordPress-Nutzer“
  30. WordPress.com. Abgerufen am 31. August 2010.
  31. Forum von WordPress Deutschland
  32. WordPress Deutschland: Änderung der DE-Edition
  33. WordPress Deutschland: Sprachdateien Wirrwarr
  34. WordPress Deutschland: Ein WordPress Deutschland
  35. wie qTranslate oder xLanguage
  36. WordPress Deutschland: Informationen zum erhöhten Speicherbedarf
  37. Siehe die Datei wp-includes/default-constants.php im Sourcecode von WordPress 2.9, zur Datei im offiziellen WordPress-Repository.
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen