DRadio Wissen
| DRadio Wissen | |
| Allgemeine Informationen | |
| Empfang | DAB+, DVB-S, Livestream und in den meisten Kabelnetzen |
| Sendegebiet | |
| Sendeanstalt | Deutschlandradio |
| Intendant | Willi Steul |
| Sendestart | 18. Januar 2010 |
| Rechtsform | öffentlich-rechtlich |
| Programmtyp | Nachrichtensender |
| Homepage | wissen.dradio.de |
| Liste der Hörfunksender | |
|---|---|
DRadio Wissen (auch kurz DWissen oder lang Deutschlandradio Wissen) ist das dritte Vollprogramm des Deutschlandradios und ging erstmals am 18. Januar 2010 um 6 Uhr auf Sendung. Sein Studio befindet sich in der Kölner Sendezentrale. Anders als der Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur sendet DRadio Wissen nicht über UKW, sondern primär über Digitalradio DAB+ und das Internet. Das Motto lautet: Hirn will Arbeit. Der Leiter von DRadio Wissen ist Ralf Müller-Schmid.
Inhaltsverzeichnis |
Programm [Bearbeiten]
Tagsüber bringt DRadio Wissen neben kurzen Pausen mit vorzugsweise ruhiger, elektronischer Musik viertelstündig Nachrichten, abwechselnd aus dem Tagesgeschehen und dem Bereich Wissenschaft. Ein Konzept, das Programmdirektor Günter Müchler Nachrichtenkreuz nennt. Am Abend sind halbstündige Sendungen geplant. Die Beiträge werden von den beiden anderen Vollprogrammen des Deutschlandradios sowie den ARD-Anstalten zugeliefert. Für das Programm wurden 28 Planstellen geschaffen. Das Budget ist mit 6,9 Millionen Euro angesetzt.[1]
Das Programm ist tagsüber im 15-Minuten-Takt nach folgendem Schema aufgebaut:
- Agenda (Nachrichten)
- Natur (Umwelt, Technik und Natur)
- Medien (Kommunikation und Web)
- Globus (Auslandsreportagen)
- Kultur
- Meine Zukunft (Bildung)
- Spielraum („Gymnastik für Hirn und Ohren“)
Zwischen den Blöcken kommen stündlich zweimal Weltnachrichten und zweimal Wissensnachrichten.[2]
Wochentags nach 18 Uhr und am Wochenende werden Sendungen der Schwestersender Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur sowie anderer ARD-Sender, beispielsweise Bayern2 oder hr2, übernommen. International kooperiert man mit Radio France, der BBC und DRS 2. Von Nordwestradio werden Nachrichten in Latein zugeliefert.[3] In der Reihe „Hörsaal“ werden historische und aktuelle[4] wissenschaftliche Vorträge gebracht, in der Regel mehrere Folgen nacheinander zu einem Thema. Am Samstag- und Sonntagabend sind Musiksendungen im Angebot.
Partner des Programms sind unter anderem Zeit Online und die c’t.[5]
Empfang [Bearbeiten]
Das Programm wird ausschließlich digital über den Digitalradio-Standard DAB+, Kabel, Satellit und im Internet als Livestream in verschiedenen Formaten ausgestrahlt. An den meisten Standorten, wo der Deutschlandfunk bereits vor dem 18. Januar 2010 mit 128 kB/s über DAB vertreten war, wurde die Bandbreite auf zwei 64 kB/s-Programmstreams zugunsten des DLF und des neuen Programms aufgeteilt. DRadio Wissen will besonders für die jüngere Generation attraktiv sein und dabei das lineare Radioprogramm mit dem interaktiven Medium Internet verknüpfen.[6][7] Alle Beiträge stehen deshalb auch im Internet auf Abruf und als Podcast zur Verfügung. Zur Jahresmitte 2010 kam das Programm auf „rund 40.000“ Hörer pro Tag online.[8]
Rezeption [Bearbeiten]
Während der Deutschlandradio-Programmdirektor Günter Müchler auf der Start-Pressekonferenz DRadio Wissen als „drittes Programm des Deutschlandradios“ bezeichnete, sprechen Beobachter dem reinen Digitalprogramm den Status als vollwertigen Sender ab: „Deutschlandradio Wissen wird demnach das erste Radioprogramm sein, das gar keines ist: eine Podcast-Download-Station. Eigentlich eine Art öffentlich-rechtlicher iTunes Store.“[9] Dagegen lobt Ullrich Claus in der Welt den Sender als höfliches Jungakademiker-Programm, welches mit beachtlichem Erfolg alle Marktregeln ignoriert. So würde „sehr unmodern“ nach allen Regeln heutigen Programmdesigns auf ein „Format“ im branchenüblichen Sinn, auf „Durchhörbarkeit“ sowie auf eine windschnittige „Musikfarbe“ verzichtet. „Die Botschaft ist der pure Inhalt: Wissen im wörtlichen Sinn.“[10]
Auszeichnung [Bearbeiten]
Im Jahr 2011 wurde DRadio Wissen mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Die Preisverleihung wurde von der Jury insbesondere mit der Verbindung von Radioprogramm und Website begründet. Die Programme seien dort nicht nach Sendeschema und -zeiten sortiert, sondern thematisch gegliedert. Die Oberfläche der Website könne von den Benutzern nach eigenen Vorlieben konfiguriert werden. Die Radiobeiträge seien qualitativ überzeugend, und jeder Beitrag sei auch auf Abruf, als Podcast sowie in Textform online verfügbar. „So muss Radio im Internet sein.“[11]
Kurioses [Bearbeiten]
Montags bis freitags nach den Weltnachrichten um 6:30 Uhr werden bei DRadio Wissen auch die Sichtbarkeitszeiten von Sonne und Mond für die Mitte Deutschlands (Kassel) angesagt. Bezüglich der für den Mond angesagten Zeiten kommt es Hörbelegen zufolge häufig zu Angaben, die insofern fehlerhaft sind, als dass die Auf- oder Untergangszeit für einen anderen Tag zutrifft, als für den genannten[12].
Umbau [Bearbeiten]
Im Januar 2013 kündigte das Deutschlandradio an, DRadio Wissen 2013 einem massiven Umbau zu unterziehen.[13] So soll das Programm in Zukunft deutlich Musiklastiger werden und eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Auch eine Umbenennung des Senders steht zur Diskussion.
Literatur [Bearbeiten]
- Markus Ehrenberg: Schlaues Radio. Junge Wilde. Mit Netzanschluss: Das neue „DRadio Wissen“ will den Hörfunk von morgen machen. In: Der Tagesspiegel. 17. Januar 2010. Abgerufen am 25. Juni 2011.
- Kai-Hinrich Renner: DRadio Wissen soll 2010 auf Sendung gehen. In: Die Welt. 12. Dezember 2008. Abgerufen am 25. Juni 2011.
Weblinks [Bearbeiten]
- Website des Senders
- Interview mit dem Redaktionsleiter des DRadio Wissen. In: Medienradio, 21. Januar 2010.
- DRadio Wissen - Das Informationsraumschiff unter den Radios im Radiomagazin von phonostar
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Daniel Bouhs: Mit einem Ohr im Netz. Neuer Sender DRadio Wissen. die tageszeitung. 13. Oktober 2009. Abgerufen am 19. Dezember 2011.
- ↑ So geht DRadio Wissen. Abgerufen am 30. August 2012.
- ↑ Radiolinks – Links zu unseren Partnern. Abgerufen am 30. August 2012.
- ↑ Deutschlandradio-Programmheft September 2012, Programmmitte, Vorstellung der DRadio-Wissen-Sendeformate
- ↑ (nicht verfügbar). (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 29. Januar 2010. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)
- ↑ Programmheft des Deutschlandradio, Januar 2010, S. 3–5
- ↑ DRadio Wissen startet am 18. Januar. Digitalmagazin im Gespräch mit Dietmar Timm, Leiter des neues Senders DRadio Wissen, 18. Dezember 2009. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Infosat. Ehemals im Original, abgerufen am 28. Dezember 2009. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)
- ↑ Willi Steul, Editorial, In: Programmheft, August 2010, S. 2.
- ↑ Jürgen Fenn: Deutschlandradio Wissen – der Freitag. In: Der Freitag (Blog). Archiviert vom Original am 16. Oktober 2009, abgerufen am 28. Januar 2010.
- ↑ Alleinstellungsmerkmal: Klug und sachlich, Die Welt 16. März 2010.
- ↑ Grimme Online Award: Begründung der Jury. Preisträger 2011. Ohne Datum. Abgerufen am 25. Juni 2011.
- ↑ Beispiel: Für den 3. November 2012 wurde der Monduntergang für 10:41 Uhr angesagt. Diese Zeit trifft aber für den 2. November 2012 zu. Trotz vermeintlichen Erkennens der Ursache des Fehlers wurde er aber bisher offensichtlich noch nicht abgestellt.
- ↑ DRadio Wissen soll musiklastiger werden – Massiver Programmumbau. Infosat. 3. Januar 2013. Abgerufen am 12. Januar 2013.
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