Frische Nehrung

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Frische Nehrung und Frisches Haff, Landsat photo

Die Frische Nehrung (polnisch Mierzeja Wiślana, russisch Балтийская коса Baltijskaja Kosa) ist eine schmale Landzunge (Nehrung) von ca. 70 km Länge und einigen hundert Metern Breite (größte Breite 1,8 km), die in nordöstlicher Richtung verläuft und das Frische Haff von der offenen Ostsee abtrennt. Quer über die Frische Nehrung verläuft die Grenze zwischen Polen (Woiwodschaft Pommern) und Russland (Oblast Kaliningrad).

Der prußische Name lautete "Aismares" ("aislu": schnell + "mari, mary": Haff). Zur Ordenszeit lautete der Name "Danziger Nehrung". Diese Bezeichnung weist auf den Weg von Königsberg nach Danzig hin - analog zur "Kurischen Nehrung", die den Weg nach Kurland bezeichnet. Die Bezeichnung "Frische Nehrung" dürfte eine Übersetzung von "aislu" sein (Analogie zu schnell: frisch, frische Brise), kann jedoch auch von den ersten deutschen Siedlern auf der Nehrung – den Friesen abstammen (Friesische Nehrung verkürzt zu Frische Nehrung). In der Literatur ist auch eine andere Erklärung zu finden: Früher nannte man Süßwasser "Frisches Wasser" (Englisch freshwater). Alle Haffe mit ausgesüßtem Wasser wurden Frisches Haff genannt, wie z.B. auch das Oderhaff. Erst seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ging der Name "Frisches" auf das eine Haff (norwegisch, dänisch hav = Meer) über.[1] [2]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Orte

Am Fuße der Frischen Nehrung befindet sich Stegna. Der Landstraße "Gdanska" nach Norden folgend liegen die Orte Bodenwinkel (Kąty), Vogelsang (Skowronki), Schortland, Pröbbernau (Przebrno), Liep und der Badeort Kahlberg (Krynica Morska). Hier gibt es einen 2,5 km langen Strand, gepflegte Parkanlagen und Mischwald. 1939 wurde der Ort jährlich von rund 5000 Gästen besucht. Der letzte Ort auf polnischer Seite ist Neukrug, poln. Nowa Karczma, der Ort heißt heute Piaski. Sie gehören zur polnischen Woiwodschaft Pommern und sind Anziehungspunkte für den Fremdenverkehr. Narmeln mit der mit 45 Meter Höhe imposantesten Düne der Frischen Nehrung liegt bereits auf russischem Gebiet und hat seit 1945, soweit bekannt, keine zivile Besiedelung mehr. Der russische Teil der Nehrung ist gesperrt, an ihrem Nordende befinden sich Kaddighaken und Neutief (Kosa), ein Stadtteil der Hafenstadt Pillau (Baltijsk).

[Bearbeiten] Geschichte

Im 13. Jhd. verlandete eine Durchfahrt durch die Nehrung, die Elbing direkten Zugang zur Ostsee ermöglicht hatte. Aus dem auf der Nehrung reichlich wachsenden "Kaddig" (Wacholder) stellten die zugewanderten friesischen Mennoniten einst den berühmten Machandel-Schnaps her.

Zu Ende des Zweiten Weltkrieges verlief über die Frische Nehrung eine Hauptroute des Flüchtlingstrecks aus Ostpreußen in Richtung Westen.

Polen erwägt den Bau eines Kanaldurchstichs, um nicht auf den einzigen natürlichen Ostseezugang bei Pillau angewiesen zu sein, der russisch kontrolliert wird.

[Bearbeiten] Siehe auch

Eine weitere Ostseenehrung ist die Kurische Nehrung.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Klaus Domers: Ostseebad Kahlberg Frische Nehrung. Truso Verlag, Münster 1991
  2. H. Baudler: Frische Nehrung und Frisches Haff in der Literatur bis 1945. (Beiträge zur Klima- und Meeresforschung), Universität Rostock 2003

54.419.5Koordinaten: 54° 24′ 0″ N, 19° 30′ 0″ O

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